Barmherzige Brüder Österreich

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Die Barmherzigen Brüder Österreich sind ein Orden, der sich der Krankenpflege widmet.

Geschichte der Barmherzigen Brüder in Österreich

Die Geschichte der Barmherzigen Brüder geht auf den Ordensgründer, den hl. Johannes von Gott (geboren als João Cidade in Portugal, * 1495; † 1550) zurück. Noch heute wird dessen Motto „Gutes tun und es gut tun“ bei den Ordensbrüdern hochgehalten.

Das erste Hospital des Ordens nördlich der Alpen wurde 1605 durch Fürst Karl I. von Liechtenstein im damals noch niederösterreichischen Feldsberg (heute Valtice, Tschechien) gegründet. Dieser lernte als Abgesandter von Kaiser Rudolf II. den kurz zuvor vom Papst bestätigten Männerorden in Rom kennen, als einige seiner Diener an Malaria erkrankt waren und in dem Ordenshospital auf der Tiberinsel in Rom von den Brüdern gepflegt wurden. Beeindruckt von der Gewissenhaftigkeit und der Professionalität von P. Johannes Baptist Savonatius de Cassinetti und seinen Mitbrüdern, erbat er, nach Österreich zurückgekehrt, die Ordensleitung um Entsendung einiger Brüder in die Nähe seiner Residenz nach Feldsberg. Dieser Bitte entsprechend zog am 10. Februar 1605 P. Cassinetti mit einigen seiner Brüder in das „Lazarett zur heiligen Barbara“ in Feldsberg ein. Unter finanzieller Mithilfe von Fürst Karl I. und dem österreichischen Kaiserhaus entwickelte sich das Feldsberger Konvent im Laufe der Zeit zum zum Mutterhaus aller mitteleuropäischen Provinzen.

Zum Ausgangspunkt für weitere Niederlassungen in der gesamten Donaumonarchie und den angrenzenden Ländern entwickelte sich das 1614 von Frater Gabriel Ferrara, einem hoch angesehenen italienischen Chirurgen, in der (damaligen) Wiener Vorstadt Tabor eingerichtete Hospital. Bereits 1615 folgten Graz, 1620 Prag und 1622 Neuburg an der Donau (Bayern). 1659 wurden die sechs Hospitäler Feldsberg, Wien, Prag, Graz, Neuburg an der Donau und Triest zur Provinz zum heiligen Erzengel Michael zusammengefasst. 1718 wurden erstmals Ausbildungsstätten in Prag und Feldsberg eingerichtet. 1781 löst Kaiser Joseph II. die deutschen Niederlassungen außerhalb der habsburgischen Erblande aus dem Provinzverband. 1879 erfolgte die Installierung der Innerösterreichischen Provinz zum heiligsten Herzen Jesu in Graz, womit das Gebiet des damaligen Österreich mit der Österreichisch-Böhmischen Provinz in Wien und der neu gegründeten Provinz in Graz auf zwei Provinzen aufgeteilt wurde.

Während des Ersten Weltkriegs wurde ein Großteil der Krankenhäuser in Lazarette umfunktioniert. Nach Ende des Krieges brach mit dem Zerfall Österreich-Ungarns auch die über Jahrhunderte bestandene Einheit mit Böhmen, Mähren und den südösterreichischen Gebieten und Kronländern auseinander. Die Abtrennung des südlichen Thayagebietes mit Feldsberg von Niederösterreich und dem Anschluss an den neu gegründeten tschechoslowakischen Staat brachte den Niedergang des Feldsberger Konvents, das bald darauf von den Kommunisten verstaatlicht wurde.

Um eigenständige Provinz bleiben zu können war es für die stark geschrumpfte Wiener Provinz (ihr verblieben nur die Krankenhäuser in Wien und Linz sowie das Rekonvaleszentenheim in Wien) notwendig, ihr Einzugsgebiet bis nach Westösterreich auszudehnen. Im Zuge der nun getätigten Übernahmen und Spitalsneugründungen kam es auch zur Übernahme des Truppenspitals in Salzburg (1923) und der Einrichtung des historischen Gebäudes als Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden alle Niederlassungen mit Ausnahme des Stammhauses in Wien enteignet und erst nach dem Krieg wieder allmählich in das Eigentum des Ordens rückgeführt. 1951 folgte schließlich die Zusammenlegung der beiden Provinzen Wien und Graz zur Österreichischen Provinz.

Seitdem führt der Orden sieben Krankenhäuser (Wien, Graz, Linz, Eisenstadt, Graz-Eggenberg, St. Veit an der Glan, Salzburg), zwei Pflegezentren in Kainbach und Kritzendorf und das Kneipp- und Gesundheitszentrum in Schärding. Insgesamt arbeiten heute in diesen Anstalten über 4 400 Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen und betreuen jährlich mehr als 100 000 stationäre Patienten.

In Salzburg führen sie auch das Raphael Hospiz Salzburg.

Weblinks

Quellen