Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

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Krankenhaus der Barmherzigen Brüder von der Festung Hohensalzburg
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg am Kajetanerplatz Nr 1.: in der Mitte die Kajetanerkirche, jedoch bereits links und rechts Krankenzimmer des Krankenhauses (ganz alter Trakt)
Krankenhaus der Barmherzige Brüder in Salzburg, Haupteingang von der Pfeifergasse
in der Mitte die Kajetanerkirche, jedoch bereits links und rechts Krankenzimmer des Krankenhauses (ganz alter Trakt) vom Kajetanerplatz aus gesehen
KH der Barmherzigen Brüder in Salzburg, mit Parkgarage, Ansicht von der Kaigasse aus
Blick vom Nonnberg auf den Bau der Parkgarage unter dem neuen Trakt des Krankenhauses (2010)
KH der Barmherzigen Brüder, Neubautrakt
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder mit Parkgaragenbaustelle Stand 4. September 2010
neu gestaltetes Parkgaragendeck der Barmherzigen Brüder; Aufn. Mai 2011
Ausblick zum Garten des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder

Das A. ö. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist eine Krankenanstalt am Kajetanerplatz in der Altstadt von Salzburg. Rechtsträger ist der Orden der Barmherzigen Brüder Österreich, der das Krankenhaus seit 1923 im ehemaligen Theatinerkloster betreibt.

Geschichte

Bereits 1618 weihte Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems am Standort der heutigen Ursulinenkirche St. Markus eine Kirche und Spital der Barmherzigen Brüder. Aus nicht bekannten Gründen verließen jedoch die Barmherzigen Brüder noch im selben Jahr die Stadt Salzburg.

Im 20. Jahrhundert kamen sie neuerlich in die Stadt Salzburg. Das Truppenspital im ehemaligen Theatinerkloster wurde am 26. März 1923 mitsamt der Kajetanerkirche dem Orden der Barmherzigen Brüder übereignet. Im Zuge der Ausweitung der Wiener Provinz nach dem Ersten Weltkrieg wurde darin ein Spital errichtet, das am 7. August 1923 mit einer Kapazität von 100 Betten, einer chirurgischen und einer internen Abteilung sowie mit einem Röntgeninstitut, eröffnet werden konnte.

Bereits 1926 folgte die Einrichtung des Laboratoriums und der Abschluss des ersten Vertrages mit der Bundeskrankenkasse. Bis 13. Mai 1934 war das Haus schuldenfrei woraufhin weitere Verbesserungen und Modernisierungsmaßnahmen (Wäscherei, Prosektur, zentrale Heizanlage, elektrischer Aufzug usw.) getätigt werden konnten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Spital durch die Militärverwaltung als Reservelazarett geführt. 1944 kam es im Zuge des ersten Bombenangriffes auf die Stadt Salzburg zu schweren Beschädigungen des Hauses. Nach Kriegsende beschlagnahmte 1945 die Flüchtlingsorganisation UNRRA (später IRO) das Krankenhaus. Nach Auszug dieser Organisation wurde es am 27. Juni 1950 wieder den Barmherzigen Brüdern zurückgegeben.

Der Orden unterzog das noch immer bombengeschädigte Spital einer weitläufigen Sanierung und konnte es nach langwierigen Verhandlungen mit den Behörden am 29. Jänner 1951 als Krankenhaus der Barmherzigen Brüder mit einer Urologie, Dermatologie, Neurologie und einer Kapazität von 127 Betten wieder eröffnen. Die noch notwendigen Ausbauarbeiten in den Operationssälen, Laboratorien, Krankenzimmern und der Apotheke konnten bis 1960 abgeschlossen werden.

Ab 1965 folgte der Neubau des Bettentraktes und die Erweiterung des Krankenbetriebes um eine Gynäkologie und eine Laryngologie. Am 23. Jänner 1971 wurde der neue Operationstrakt eröffnet. 1984 folgte eine Unterkellerung des Altgebäudes in dem seither die Ultraschallgeräte und die Nuklearmedizin untergebracht sind.

Organisation

Rechtsträger

Rechtsträger des Krankenhauses ist der Orden der Barmherzigen Brüder. Vertreter des Rechtsträgers für das Krankenhaus Salzburg ist seit September 2010 Pater Prior Daniel Katzenschläger, sein Vorgänger war Pater Prior Paulus Kohler.

Führung

Abteilungen und Institute

Das Krankenhaus ist eine Standard-Krankenanstalt, mit folgender Angebotsstruktur:[1]

bettenführende Abteilungen: (insgesamt: 235 Betten)
  • Innere Medizin (105 Betten)
  • Chirurgie (65 Betten)
  • Urologie, Fachschwerpunkt (14 Betten)
  • Plastische Chirurgie (24 Betten)
  • Gynäkologie (17 Betten)
  • Anästhesiologie und Intensivmedizin, Überwachungseinheit (6 Betten)
Institute:
  • Labordiagnostik
  • Radiologie
  • Physiotherapie

Adresse

A. ö. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
Kajetanerplatz 1
5010 Salzburg
Telefon: (06 62) 80 88-0
Telefax: (06 62) 80 88-310

Daten und Fakten

Datenstand 2012 mit Ergänzungen 2015:

  • 235 Betten
  • drei bettenführende Abteilungen: Innere Medizin, Chirurgie und Anästhesie und Intensivmedizin
  • drei bettenführende Fachschwerpunkte: Plastische Chirurgie, Urologie und Gynäkologie
  • dafür notwendige Institute: Radiologie, Labordiagnostik, Physiotherapie
  • Elf Stationen, davon drei im Mai 2010 neu eröffnet
  • Ambulanzen zu den bettenführenden Stationen: Innere Medizin, Chirurgie, Plastische Chirurgie, Urologie, zusätzlich die interne Notaufnahme, die um die Uhr besetzt ist;
  • 14.300 stationäre Patienten[2]
  • ca. 80 000 Pflegetage[2]
  • ca. 6 600[2]
  • 11 500 ambulante Fälle, 16 500 Frequenzen[2]
  • 401[3] Mitarbeiter (Dienstposten): 80 Ärzte, 220 im Pflegebereich inkl. RTA, 110 in der Verwaltung, Haustechnik, Reinigung, EDV, medizinisch-technischer Dienst und Küche
  • Drei Barmherzige Brüder, sechs Geistliche Schwestern, zwei Seelsorger und eine Psychologin;
  • ca. 600 regelmäßig zuweisende Ärzte
  • Auslastung 2014: 74 Prozent
  • Sonstiges:
Kooperationsvertrag mit den Salzburger Landeskliniken bei der Onokologie;
Zusammenarbeit bei plastischer Chirurgie und Labor

Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

"2014 entschloss sich das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg mit dem Dachverband „Selbsthilfe Salzburg“ einen Kooperationsvertrag einzugehen, um den Kontakt mit den Selbsthilfegruppen zu intensivieren. Der Dachverband zeichnet das Krankenhaus für diese Kooperation mit dem Zertifikat „Selbsthilfefreundliches KH“ aus. Ein "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" unterstützt den Kontakt zwischen PatientInnen und Selbsthilfegruppen aktiv und erweitert sein ärztliches und pflegerisches Handeln durch das Erfahrungswissen der Selbsthilfe. VertreterInnen aus Selbsthilfegruppen sind in erster Linie Experten in eigener Sache. Als Betroffene oder Angehörige haben sie sich themenspezifisch zu einem medizinischen oder psychosozialen Indikationsgebiet zusammengeschlossen und verfügen über vielfältige und oft langjährige Erfahrungen im Kontakt mit Krankenhäusern.[4]

Parkgarage

In Jahr 2010 wurde eine in Bereich des Krankenhauses befindliche Parkgarage Barmherzige Brüder errichtet, von der 100 Stellplätze öffentlich zugänglich sind.

Quellen

  • Homepage der Barmherzigen Brüder
  • Chronik der Salzburger Wirtschaft. Karona Grafik (Hg.). Salzburg 1988
  • Salzburger Nachrichten, 9. September 2010, 7. April 2012, 2. Juli 2015

Weblinks

Einzelnachweise

  1. www.ris.bka.gv.at/ Sbg. Krankenanstalten- und Großgeräteplan, Verordnung StF: LGBl Nr 87/2007 idgF (geltende Fassung)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Angabe, auf welche Dauer, fehlt
  3. Vollzeitäquivalent, Angaben gerundet, Stand Juli 2015
  4. http://www.barmherzige-brueder.at/site/salzburg/patientenbesucher/selbshilfefreundlicheskra seit November 2014