Dohle

Aus Salzburgwiki
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Dohle. Sie hat alles im Blick.
Dohlenpaar auf dem Oberleitungsdraht der Westbahntrasse in Zell am See, von dem aus sie die Tauchgänge der Blässhühner im Zeller See beobachten, um ihnen nachfolgend die Beute (Wandermuscheln) abzujagen.
Dohlenpaar auf der Eisdecke des Zeller Sees beim Anpirschen an Blässhühner
Dohlenpaar mit Wandermuscheln, die sie auf der Eisdecke des Zeller Sees einem Blässhuhn abgejagt haben

Die Dohle (Corvus monedula) ist eine Singvogelart aus der Familie der Krähenverwandten (Corvidae).

Allgemeines

Sie ist einer der kleinsten Vertreter unter den Raben und Krähen und bevorzugt offene Lebensräume, in denen Bäume, Felsen oder alte Gemäuer zu finden sind. Sie ernährt sich überwiegend von Samen und Insekten, frisst aber auch Aas und menschlichen Abfall.

Dohlen bauen ihre Nester in Löchern und Nischen aller Art, sind aber vorwiegend Gebäudebrüter und nur gelegentlich Höhlenbrüter. Sie nutzen auch verlassene Spechthöhlen und streiten sich mit Turmfalken um die am besten geschützten Nistplätze. Sie leben meist in größeren Gruppen, brüten in Kolonien und sind ihr Leben lang monogam.

Die Dohle gilt weltweit als nicht gefährdet, ihr Bestand geht aber in vielen Regionen zurück, da sie zu wenig geeignete Nistplätze – wie Nischen in alten Gemäuern – vorfindet.

Dohlen in Salzburg

Im Bundesland Salzburg sind Dohlen in der Stadt Salzburg eine alltägliche Erscheinung. Man sieht sie regelmäßig an den Fütterungsstellen der Lachmöwen. Außerhalb der Stadt kommen Dohlen im Flachgau am häufigsten vor.

Im Pinzgau waren sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch häufig im Schloss Fischhorn in Bruck an der Großglocknerstraße zu sehen, ebenso in der Burg Kaprun, als diese noch eine Ruine war. Sie konnten auch am Weyerturm in Bramberg beobachtet werden. Bei einer mehrstündigen Beobachtung Anfang Juni 2014 konnte bei der Burg Kaprun ein offenbar brütendes Turmfalkenpärchen, jedoch keine einzige Dohle und auch keine Krähe gesichtet werden. Gesicherte Brutnachweise gab es in den 1970er-Jahren in der Stadt Salzburg, im Flachgau, sowie im Pongau und im Pinzgau im Salzachtal.

Nach der Renovierung der Pfarrkirche Eschenau wurden im März 2014 dort Dohlen-Nistkästen installiert, die noch im selben Jahr von zwei Dohlenpaaren bebrütet wurden.[1]

Gegenwärtig (2016) können inner Gebirg nur mehr zwei Dohlen in Zell am See und etwa vier in St. Johann im Pongau beobachtet werden. Während des strengen Frostes im Winter 2016/2017 konnten mehrfach zwei Dohlen am Ufer des Zeller See (Pinzgau) beobachtet werden, wie sie die Überreste der Wasservogelfütterungen von der Eisdecke des Sees aufnahmen, bzw. Blässhühnern die von ihnen ertauchten Wandermuscheln "abnahmen". Im Sommer 2017 konnte eine einzelne Dohle beim Trinken am Brunnen im Park des Grand Hotel Zell am Sees beobachtet, im Herbst 2017 das "Geschrei" einer einzelnen Dohle auf dem Berg-Friedhof Zell am See vernommen werden.

Spätestens seit Frühjahr 2018 nisten Dohlen auf der Länderbrücke in Oberndorf/Laufen an der Salzach (hinter den Landeswappen).

Bemerkenswertes

Dohlen tragen im Gegensatz zu anderen Vögeln zum Nestbau immer nur einen Zweig auf einmal ein. Bei der Versorgung ihrer eigenen Jungvögel scheuen Dohlen auch nicht vor der Beraubung fremder, ungeschützter Nester zurück. Im Winter sind sie häufig gemeinsam mit Rabenkrähen oder Saatkrähen zu beobachten.

Bildergalerie

Quellen

  • LANIUS–Information vom Juni 2014, Heft 1-2, S. 7-8.