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Alpendohle

Am Ende der Fahnenstange, Alpendohle bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner-Hochalpenstraße
Zwei noch nicht flügge Alpendohlen in der Parkgarage der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus) ist eine Krähenverwandte und zählt auch zu den Tieren im Nationalpark Hohe Tauern.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Sie zählt zu den Brutvögeln im Bundesland Salzburg und ist derzeit nicht gefährdet. Sie wird auch Berg- oder Jochdohle genannt und ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Verwandt ist sie aber näher mit der Alpenkrähe als mit der Dohle. Die Alpendohle ist, wie alle anderen Rabenvögel auch, sehr intelligent und neugierig. Alle Berggeher kennen sie, denn sie ist bei Berghotels und Berghütten im Bundesland Salzburg eine Art Dauergast. Hier frisst sie Abfälle und zugeworfenes Futter. Sie scheut jedoch im Winter auch vor Besuchen in Tallagen nicht zurück, da sie im Umfeld der Orte mit zahlreichen Futtermöglichkeiten rechnen kann. Am Abend allerdings fliegt sie kilometerweit zurück zu ihren Schlafplätzen in den Hochlagen. Man kann sie im Winter auch in Mittersill, Zell am See, Kaprun, Krimml, Matrei in Osttirol und Heiligenblut, Mühlbach am Hochkönig und Bischofshofen du wohl auch noch anderenorts beobachten.

Aussehen und Lebensweise

Neben dem schwarzen Gefieder fallen bei der Alpendohle besonders der gelbe Schnabel und die korallenroten Beine ins Auge. Ihre Region liegt zwischen der Baumgrenze und einer Höhe von 2 800 m ü. A., wo sie ihre Brutnester oft in Kolonien anlegt. Gelegentlich brüten Alpendohlen aber auch in der Subalpinstufe. Sie bauen ihre Nester auf Gesimsen in unzugänglichen Felsspalten, Grotten und Höhlen. Außerhalb der Brutzeit trifft man Alpendohlen auch auf den Dreitausendern der Hohen Tauern an.

Das Gefieder ist durchgehend tiefschwarz, auffallend der gelbe Schnabel und die korallenroten Beine.

Ihr Speisezettel umfasst Insekten, Würmer, Schnecken und Kleintiere bis zu Mausgröße. Sie frisst neben tierischem Futter aber auch Pflanzliches wie Beeren, Sämereien und Pflanzenknospen.

Alpendohlen sind überaus gesellig, was sich nicht nur beim Brutverhalten, sondern auch sonst bemerkbar macht. Sie kommunizieren recht laut miteinander und manchmal kann man die Stimmfühlungslaute einer Alpendohlengruppe schon hören, bevor man die Vögel selbst entdeckt hat.

Dem Weibchen obliegt die Aufgabe der Wahl eines sicheren und wettergeschützten Nistplatzes, die Männchen dürfen dazu nur Vorschläge machen. Die Aufzucht der Jungvögel ist aber dann wieder gemeinsame Arbeit. Oft bleibt das Alpendohlen-Paar ihr ganzes Leben lang zusammen. Je Brut werden drei bis fünf Eier ausgebrütet, von denen meist nur ein bis zwei Jungvögel erfolgreich aufgezogen werden können. Die Überlebenschance von Jungvögel werden von späten Schneefällen oder langen Schlechtwetterphasen stark beeinträchtigt. Haben sie zwei Jahren überlebt und sind sie geschlechtsreif geworden, kann ihr Leben bis zu 15 Jahre dauern.

Verbreitung

Man findet diese Vögel vom Hohen Atlas in Nordwestafrika über die Pyrenäen, in den Ostalpen, den Gebirgen der Balkanhalbinsel und Kleinasiens bis hin nach Tibet und WestChina.

In der Nähe des Observatoriums Sonnblick, das auf 3 100 m ü. A. liegt, wurde die höchste zumindest brutverdächtige Beobachtung von Alpendohlen in den Hohen Tauern gemacht. Auch am Schafberg rund um St. Wolfgang sind die Alpendohlen zu Hause.

Flugspezialisten

Die kleinsten Luftströmungen werden von diesem Vogel zum Segeln ausgenutzt, oft ohne einen einzigen Flügelschlag an Felswänden entlang. Geschickt nützen sie Aufwinde, um Geländekanten zu überwinden. Die Alpendohle zählt zu den kühnsten Luftakrobaten der heimischen Vogelwelt.

Ringmeldung

Es macht Sinn, beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit nach Radolfzell[1] gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.

Siehe auch

Quellen

  • Stüber, Eberhard, Winding, Norbert Die Tierwelt der Hohen Tauern, S. 142 und 143, 4. aktualisierte Auflage, Nationalparkrat (Hrsg.), Matrei, 2007
  • Magazin Nationalpark Hohe Tauern, Frühjahr 2012, ein Beitrag von Robert Lindner

Einzelnachweis