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Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin")

Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (* 17. Oktober 1785 in Idria, Herzogtum Krain; † 15. April 1845 in der Gemeinde Gnigl; bürgerlich Emilie Victoria Kraus[1], Taufname Eva Lucia Cecilia Victoria, genannt „die Hundsgräfin“), die Geliebte des französischen Kaisers Napoléon I..

Inhaltsverzeichnis

Leben

 
Die Hundsgräfin auf einer paraquayanischen Briefmarke

Sie wurde 1785 als Tochter eines kleinen Bergbeamten aus Krain (heute Slowenien) geboren.

Sie machte Napoléons Bekanntschaft, als dieser im Herbst 1805 auf seinem Feldzug in Schönbrunn bei Wien weilte. Von da an begleitete sie ihn, als Mann verkleidet, auf seinen Feldzügen, in den dazwischen liegenden kurzen Friedenszeiten lebte sie in der Nähe von Paris, Frankreich.

1810 schenkte Emilie in Trianon, Frankreich, einem Sohn, Eugen, das Leben, dessen Vater Napoléon war.

Nach einer Quelle[2] währte die Beziehung von 1805 bis 1813, nach anderer Quelle[3] trennte sich Napoléon nach seiner Eheschließung mit Erzherzogin Marie Louise (* 1791; † 1847; Tochter des Kaisers Franz II./I.) 1810 von Emilie. Jedenfalls entschädigte er sie mit einer beträchtlichen Geldsumme und der Erhebung zur Baronin von Wolfsberg.

Emilie kehrte nach Wien zurück und trennte sich von dem Kind, das dann von dem kinderlosen Ehepaar Megerle von Mühlfeld aufgezogen und als Eugen Alexander Megerle von Mühlfeld ein bekannter Advokat und Politiker wurde.

1815 heiratete Emilie einen Wiener Advokaten namens Schönauer, ließ sich aber nach einem Jahr von diesem scheiden und zog mit ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Bregenz, Vorarlberg.

Salzburg und die Hundsgräfin

1826 übersiedelte sie nach Salzburg, kaufte u.a. zwei Häuser an der Dreifaltigkeitsgasse und 1831 den Rauchenbichlerhof in Schallmoos. Hier führte sie mit ihrer Apanage ein sorgenfreies Leben und umgab sich mit Hunden, Katzen, Affen und seltenen Raubvögeln. Dies – man zählte 160 Stück – brachte ihr den Namen Hundsgräfin ein.

Napoléon hatte bei einer englischen Bank eine bedeutende Summe hinterlegt und deren Verwaltung Emilies Wiener Ziehvater übertragen. Im Jahr 1832 nahm sich dieser das Leben, nachdem er Emilies gesamtes Vermögen für sich verwendet und alle Schriften, die auf sie und ihre Beziehung zu Napoléon hinwiesen, vernichtet hatte.

Da Emilie es nicht verstand, sich einzuschränken und mit ihrem verbliebenen Besitz hauszuhalten, verarmte sie und verlor den Rauchenbichlerhof durch gerichtliche Exekution.

1845 starb sie im sogenannten Fischerhäuschen nahe dem Rauchenbichlerhof.

Am Friedhof in Gnigl ist in der Kirchenmauer eine Tafel eingelassen, auf der vermerkt ist, dass darunter die Baronin Wolfsberg liege.

Weiterführend

Für Informationen zu Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin"), die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen

  • Mayr, Franz: Eine Freundin Napoleons I., Sonderdruck des Salzburger Volksblattes, zitiert nach Maria Kapsreiter-Mayr, Der Hof. Die Chronik eines Salzburger Landhauses (Eigenverlag, 1951) S. 9 bis 12, wonach diese Mitteilungen teilweise den im Salzburger Museum befindlichen Manuskripten des Salzburger Geschichtsforschers Ritter v. Schallhammer entnommen sind;
  • Daniek, Edmund: Eine Parlamentsgröße Altösterreichs. Napoleons unehelicher Sohn. Ergänzung zur „Geschichte der Hundsgräfin“, Sonderdruck, 4 Seiten, vermutlich ursprünglich Beilage zu Hans Schaffelhofer, Die Hundsgräfin von Salzburg - Der Roman einer Bergarbeiterstochter (Steffel Verlag Wien oJ);

Einzelnachweise

  1. In den Quellen werden zum Teil unterschiedliche Vornamen genannt, wie Eva, Emilia, Lucia, Cäcilia und Victorine
  2. Franz Mayr d. J. (Gastwirt)
  3. Edmund Daniek: nach dem die Geliebte erst 1809 in Wien erscheint