Erich Grießenböck

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1946
Dr. Erich Grießenböck (* 26. Mai 1900 in Bad Aussee, Steiermark; † 22. Juli 1993) war Buchhändler und Verleger in der Stadt Salzburg und deren Vizebürgermeister.

Leben

Grießenböck war der Sohn eines Bergrats, um in dessen Fußstapfen zu treten, studierte er an der Montanuniversität Leoben. Er schloss das Studium jedoch nicht ab, sondern wechselte an die Universität Wien, wo er, seinen Neigungen entsprechend, Germanistik und Kunstgeschichte studierte. Das Studium beendete er als Dr. phil.

Grießenböck führte ab 1927 in der Auerspergstraße 19 eine Buchhandlung mit einem Verlag heimatkundlicher Schriften und kleineren literarischen Werken. Zwei Publikationen des Salzburger Dichters Leo Kalser (* 1888; † 1943) erschienen bei Grießenböck, nämlich, (unter dem Pseudonym "Leo Maasfeld:) Salzburger Sonette. Ein Zyklus und Ein ritterliches Spiel. Schön Rosemarie, nach einer alten Gollinger Burgsage gestaltet (Grießenböck, Salzburg 1933).

In den 1950er-Jahren führte Grießenböck zusätzlich zum Buch-, Kunst- und Musikalienhandel einen Buchverlag und ein Antiquariat, hatte weiters in Lofer eine Buchhandlung und Leihbibliothek als Filiale und unterhielt auch einen Groß- und Einzelhandel mit Schmucksteinen. Er führte seine Buchhandlung mit Verlag bis 1972.

Seit 1929 war er auch ein aktives Mitglied des Salzburger Stadtvereins, und zwar seit 1929 Ausschussmitglied, von 1934 bis 1939 Obmann und von 1950 bis 1982 Vizepräsident. Ferner leitete er von 1952 bis 1979 die Vereinszeitschrift Bastei.

Von 1946 bis 1949 leitete er als Vizebürgermeister das Kulturressort der Stadt.

Grießenböck war außerdem Kuratoriumsmitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum, Organisator des Vereins der Freunde der Salzburger Festspiele, baute den Boxsport in Salzburg auf und war Obmann des SAK und Schwerathletikverbandes.

Viele kulturelle und städtebauliche Rettungsaktionen sind sein Verdienst. So ließ er das Jetzelsbergerhaus (Makartplatz 1), das abgerissen hätte werden sollen, unter Denkmalschutz stellen, leitete die finanzielle Sicherung des Robinighofs, rettete Tonaufnahmen aus Hans Pfitzners letzten Lebenstagen und regte die Aufstellung des Zauberflötenhäuschens im Mozarteumsgarten an.

Er drehte den einzigen Dokumentarfilm über die Bombenschäden des Zweiten Weltkrieges und den Beginn des Wiederaufbaus.

Quelle