Eisenwerk Sulzau-Werfen

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Eisenwerk Sulzau-Werfen

Das Eisenwerk Sulzau-Werfen (früher Eisenwerk Konkordiahütte) ist ein Eisenwerk im Ortsteil Sulzau von Werfen im nördlichen Pongau.

Allgemeines

Das Eisenwerk bezog bis 1960 Erz aus dem Untertagebergbau bei Schäferötz. Nach der Erschöpfung der Erzlager wurde der Hochofen stillgelegt und auf Gießereibetrieb umgestellt. Etwa 9 000 Tonnen betrug bis zur Einstellung des Hochofens die Jahresproduktion.

Die Konkordiahütte war die einzige Erzeugungsstätte Österreichs von Holzkohleisen. Hohlkohleneisen verwendet man aus Ausgangsmaterial für Walzen, Kokillen und Spezialgüsse. Weiters wurden hochwertige Spezialstähle gefertigt.

Es gehörte zu den größten industriellen Unternehmen im Bundesland Salzburg. Werk und Siedlung der Arbeiter liegen auf einem Schwemmkegel des Blühnbaches.

Geschichte

Das erste Hüttenwerk, das Blahhau, stand bereits 1770. Fürsterzbischof Schrattenbach ließ aus dem Brauneisenerz, die man am Fuße des Tennengebirges fand und Holzkohle, die aus den umliegenden Wäldern des Blühnbachtales gewonnen wurde, Roheisen erzeugen, das gefrischt und in einem mit Wasserkraft betriebenen Hammerwerk zu Schmiedeprodukten verarbeitet.

Nach Erschöpfung dieser Lager am Fuß des Tennengebirges wurde das Erz aus dem Höllngraben und Imlautal herangeschafft, die sich südwestlich von Werfen befinden.

Mit der Erzeugung von Hartgusswalzen begann man bereits 1805. 1899 erwarb die Familie Weinberger die Eisenwerkgesellschaft Sulzau-Werfen, in deren Besitz das Unternehmen noch heute ist. Die Produktion umfasste Holzkohlenroheisen, Stahlwerkskokillen, Walzen und Formguss. 1960 kam, wie oben erwähnt, durch die Erschöpfung des Erzvorkommens zur Einstellung des Bergbaues und der Stilllegung des Hochofenbetriebes. Aber man produzierte mit herbei geschafften Rohmaterial weiter. 1965] kam es zu einer Konzentration im Angebot, Stahlguss- und Halbstahlwalzen wurden hergestellt. 1971 wurde der Betrieb durch eine horizontale Schleudergussanlage für Breitbandwalzen erweitert.

Oberwerkmeister Joseph Gainschnigg aus Gastein baute für das Eisenwerk eine hochleistungsfähige Gebläsemaschine.

Weitere Meilensteine im Unternehmen waren:

  • 1975: Umstellung von Öl befeuerten Herdwagenglühöfen auf elektrisch beheizte Glühöfen
  • 1976: Beginn der Maschinenausrüstung mit CNC[1]
  • 1982: Inbetriebnahme einer Vertikalschleudergussmaschine
  • 1986: Errichtung einer neuen Fertigungshalle für die mechanische Bearbeitung von Walzen über 15 Tonnen
  • 1987: Erweiterung der Schmelzkapazität mit einem 16 Tonnen Mf-Induktionsofen
  • 1995: Einführung von SAP[2]
  • 1997: neue Ultraschall-Prüfanlage, Modernisierung und Erweiterung des Maschinenparks, Weiterentwicklung der High-Tech-Gießerei und Verbesserung des Logistiksystems
  • 1998: ISO-9001 Zertifizierung[3], das Unternehmen erhielt den Umweltpreis der "Österreichischen Industrie" für vorbildliche Umsetzung ökologischer Maßnahmen; es kam zur Errichtung der Gießerei-Entstaubungsanlage mit einem Volumensstrom von 340 Tsd. m³ pro Stunde
  • 1999: feierte man 100 Jahre Eisenwerk Sulzau-Werfen im Besitz der Familie Weinberger
  • 2002: erhielt das Unternehmen den Innovationspreis des Landes Salzburg
  • 2003: eine weitere Zertifizierung: ISO-14001 Zertifizierung - Nachhaltige Maßnahmen zur stetigen Umweltverbesserung (Reduktion von Emissionen, Immissionen und Ressourcenschonung), Beginn mit TPM (Total productive maintenance) - Einführung eines umfassenden produktiven Instandhaltungsmanagements zur Verbesserung der Maschinenverfügbarkeit
  • 2004: weltweite Patenterteilung für einen neuen Mantelwerkstoff
  • 2005: Auszeichnung als bestes Familienunternehmen Salzburgs
  • 2006: Modernisierung des Maschinenparks: kombiniertes Dreh-, Fräs- und Bohrbearbeitungszentrum, Erweiterung der Schmelz- und Glühkapazität von 21.000 Tonnen pro Jahr auf 25.000 Tonnen pro Jahr (8 to MF-Induktionsofen, zusätzliche Hochtemperatur-Glühöfen), Exportpreis 2006 der Wirtschaftskammer Österreich
  • 2009: am 23. Juli vernichtete ein Hagelschlag knapp 10.000 Quadratmeter vom Dach der Fabrik; vom Boden bis zu den Maschinen und Steuerungen entstand großer Sachschaden durch Hagel und Starkregen;

Daten

2008 beschäftigte das Unternehmen 283 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 83 Millionen Euro erwirtschafteten.

Die Produktionskapazität (in Tonnen) betrug

2008: 24.000
2007: 24.000
2006: 23.000

Montanseilbahn

Man errichtete um die Jahrhunderwende 1900 diese Anlage zur Senkung der Transportkosten des Erzes vom Höllngraben und Schäferötz zum Eisenwerk . Diese Anlage war eine Umlaufseilbahn nach dem System Bleichert[4] und dessen Unsicherheit führte am 6. Juli 1911 zu einem Unfall in Tenneck. Nach dem Verlassen der Talstation bei der Konkordiahütte lösten sich zwei Wagen vom Zugseil und in der Folge auch vom Tragseil und stürzten auf die darunter durchführende Reichsstraße (Salzachtal Bundesstraße). Zwar kam niemand zu Schaden, doch wurden von der Konzessionsbehörde neue Sicherheitsvorschriften erlassen. Man verlangte eine teure Eisenbetonüberführung - gebaut wurde dann eine Stahlnetzüberdeckung aus Kostengründen.

Das "Aus" für diese Montanseilbahn kam 1960.

Einzelnachweise

  1. Computerized Numerical Control, siehe Wikipedia. CNC
  2. siehe Wikipedia. SAP
  3. Internationale Organisation für Normung, siehe Wikipedia. ISO
  4. dabei klemmten sich die Wagen durch ihr Eigengewicht am Zugseil fest. Allerdings war diese Methode auch nicht wirklich sicher, vor allem bei unbeladenen Wagen, man entwickelte daher diese Methode weiter

Weblinks

Quellen