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Erlebnis Salzburger Land Tennengau

Erlebnis Salzburger Land Tennengau

Buchtipp Erlebnis Salzburger Land Band 5: Tennengau.

Autor: Siegfried Hetz
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-7025-0686-5

Rezension 1

Erlebnis Salzburger Land: Tennengau – Geschichtsstunde, Naturinfos und fabelhafte Touren

Und noch einmal, ein letztes Mal, heißt uns Siegfried Hetz zum „Erlebnis Salzburger Land“ willkommen. Der abschließende Band in der Reihe über die Salzburger Gaue stellt mit dem Tennengau den kleinsten Bezirk in den Mittelpunkt.

Auch bei diesem Ausflug in die prächtige Landschaft des Salzburger Landes beweist der Autor wieder seine Liebe zu den kleinen, vielleicht unscheinbar anmutenden Dingen, die aber oft den ganz besonderen Reiz ausmachen. Mit profundem Sachverstand werden hier bekannte Highlights und weniger bekannte, ab und an versteckte Natur- und Kulturjuwelen beschrieben und mit einem verschmitzten Augenzwinkern dem geneigten Leser ans Wanderherz gelegt.

Bevor die 45 ausgewählten Touren beschrieben werden, gibt es eine kurze „Geschichtsstunde“ zum jeweiligen Wanderziel, sodass man sich bestens informiert auf den Weg machen kann. Denn wer weiß schon, dass es zum Beispiel rund um die berühmte Bischofsmütze Korallenriffe gibt, wo die älteste Salzburger Brücke steht oder was sich genau beim Befreiungskampf gegen die napoleonischen Truppen am Pass Lueg zutrug. Nach der Lektüre des Tennengau-Buches ist man da schon ein ganzes Stück schlauer.

Selbstverständlich stehen aber die Wandertouren und die einzigartige Natur im Mittelpunkt des Bandes aus dem Verlag Anton Pustet. In gewohnt sachkundiger Manier beschreibt Siegfried Hetz punktgenau die einzelnen Ausflüge, sodass es für jeden Wanderer ein Kinderspiel sein wird, sich zwischen Pass Gschütt und Göllstock sowie im Hagengebirge und Tennengebirge zurechtzufinden. Dabei ist es einerlei, ob man sich für einen gemütlichen Spaziergang entscheidet oder die mehrtägige Tennengebirgsüberquerung wagt.

Da sich jeder, der in den Berge unterwegs ist, eine gute Mahlzeit verdient hat, finden sich am Ende vieler Tourenbeschreibungen tolle Einkehrtipps, die – wie zu vermuten ist – vom Autor selbst auf ihre kulinarischen Qualitäten und Besonderheiten getestet wurden.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die schönen Landschafts- und Gebäudeaufnahmen, die vom Erlebnis Tennengau einen lebhaften Eindruck vermitteln.

Dieses Buch wird nicht nur Menschen gefallen, die wenig über den kleinsten Bezirk in Salzburg wissen, sondern birgt auch für Tennengau-Kenner sicherlich die eine oder andere Überraschung, die es auf alle Fälle zu erkunden gilt.

Abschließend bleibt zu sagen: Schade, dass Salzburg nur fünf Gaue hat und somit der Tennengau-Band der letzte aus der Reihe „Erlebnis Salzburger Land“ ist.

Rezension 2

Trotz manch gutem Wandervorschlag sehr fehlerhaft

Im letzten der fünf von Autor Hetz geschriebenen Wandervorschlagsbüchern gibt es einige weniger bekannte Ausflugstipps wie die Wanderung durch die Kertererschlucht bei Kuchl, die Wanderung über den Ameisensee zur Edtalm oder zum Vorderschlummsee im Bluntautal.

Hetz informiert die Leser auch wieder über viel Geschichtliches wie über die Entstehung von Salz oder über die Franzosenkriege. Aber da fangen leider auch schon wieder die geschichtlichen Irrtümer und Fehler an. Nun möchte ich schon einmal auch sagen, dass ich verstehe, dass Fehler passieren und menschlich sein können. Aber zum einen verlangt der Autor ja Geld für seine Bücher und zum anderen hätte sich die Mehrzahl der zumindest mir aufgefallenen Fehler durch einen Blick ins Internet oder Salzburgs Geschichtsbücher vermeiden lassen.

Den Namen hat der Bezirk Tennengau nicht, wie Hetz meint, vom Tennengebirge, sondern vom Salzburger Bürgermeister Albert Schumacher, der 1908 in den Adelsstand erhoben wurde und sich selbst das Prädikat "von Tännengau" aussuchte. Seither bürgerte sich der Name „Tennengau“ für diese Region ein. Eberhard II. von Regensberg, der als „Vater des Landes Salzburg“ bezeichnet wird, war noch kein Fürsterzbischof, wie Hetz schreibt, sondern noch Erzbischof. Den Titel „Fürsterzbischof“ trug erst Ortolf von Weißeneck 100 Jahre später als erster. Nicht korrekt die Aussagen, die Fürsterzbischöfe hätten seinerzeit zur Stärkung ihrer Macht im Salzachtal die Burg Gutrat errichtet und die Herren von Gutrat wären in Ungnade gefallen, woraufhin die Burg dem Verfall preisgegeben wurde. Richtig wäre, dass Kuno III. Guetrater von Erzbischof (nicht Fürsterzbischof) Adalbert III. die Erlaubnis hielt, eine Burg dort zu errichten. Mit Heinrich von Gutrat starb das Geschlecht der Guetrater aus. Vor seinem Tod hatte Heinrich Burg Guetrat Erzbischof Konrad IV. von Fohnsdorf übergeben. Auf Seite 39 schreibt Hetz, dass das Denkmal für Joseph Struber am Pass Lueg 1908 enthüllt wurde, auf Seite 44 steht aber, dass das Denkmal 1898 eingeweiht wurde. Richtig ist 1898.

Beim Wandertipp zum Gollinger Wasserfall schreibt Hetz gut eine halbe Seite über den Ur-Graffiti-Sprayer Joseph Kyselak (* 1799; † 1831), der auch bei diesem Wasserfall war. Ob er auch beim Wasserfall ein Graffiti hinterlassen hat, schreibt Hetz, sei nicht überliefert. „Wir“ (wohl er, Hetz), also, sie hatten keines gesehen, doch, so Hetz weiter, sie hätten auch nicht danach gesucht. Nun war Kyselak für Salzburg an sich kein bedeutender Besucher und die Information über nicht vorhandenes, nicht gesuchtes Graffiti wäre entbehrlich.

Seine bei allen Ausflugstipps verwendeten, einleitenden Kurzcharakteristiken sind auch im letzten Band manchmal merkwürdig: „Hinauf zum Purtschellerhaus“ – Besonderheit: großzügiger Panoramablick: ich meine, ein Panoramablick ist ja schon ein rundherum-Blick, was ist dann also ein „großzügiger“ Panoramablick? Bei „Über den Kleinen Göll zum Bärenstuhl“ unter „Besonderheit“: Zwei Gipfel zum Preis von einem … Kostet das Besteigen etwas? Muss man sich je Gipfel nur halb so viel anstrengen? Wenn ja, zu welchem Gipfel im Vergleich? Der Stadtspaziergang durch Hallein mit seiner Besonderheit „historische Altstadt mit Ecken und Winkeln“ bietet nicht viel mehr als einen Standardspaziergang, den man so auch machen würde. Die echten „Ecken und Winkel“ scheinen Hetz auch nicht bekannt zu sein, sonst hätte er beispielsweise die Augustinergasse mit der ehemalige Mühle des Benediktinenstift Nonnberg und der ältesten noch existierenden Wehranlage am Kotbach sowie die Seitengassen Goldgässchen und Badergässchen mit dem wahrscheinlich letzten existierenden Bad aus dem späten Mittelalter erwähnt. Auch die wahrscheinlich älteste Kirche, die Peterskapelle, erwähnt er nicht. Wohl aber meint er, das Gruber-Grab vor dem Stille Nacht Museum Hallein sei eines der letzten Gräber des aufgelassenen Friedhofs. Auch darin irrt Hetz – es wurde extra dort hin „versetzt“, weil daneben der Eingang ins Museum ist (zugegeben, das wissen nun wirklich sehr wenige Leute).

In der Ausflugsbeschreibung „Zu den Egelseen über St. Jakob“ finde ich keinen einzigen Hinweis, wo ich St. Jakob am Thurn berühre. Im Artikel „Rund um den Georgenberg“ unter Besonderheit: Spätgotische Wallfahrtskirche. Im Verlauf der Beschreibung liest man von einer dem heiligen Georg geweihten Kirche und darf als den Gegebenheiten Unkundiger rätseln oder annehmen, dass diese Kirche wohl jene spätgotische Wallfahrtskirche sein wird, da ein diesbezüglicher Hinweis fehlt.

Da ich nicht alle 45 beschriebenen Wanderungen persönlich kenne, ist nicht auszuschließen, dass sich auch in anderen Beiträgen Ungereimtheiten eingeschlichen haben. Aufgefallen ist mir auch noch, dass in den Texten die neue deutsche Rechtschreibung verwendet wird, im Kartenmaterial aber die alte (Paß Lueg). Das mag aber Verlagssache sein.

Ich meine, wer aus seiner eigenen Heimat berichtet, hätte viele dieser Fehler wohl leicht durch einfaches Recherchieren vermeiden können.

Quelle