Ferdinand Zvonimir Habsburg-Lothringen

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Ferdinand Habsburg-Lothringen (2015)

Ferdinand Zvonimir Habsburg-Lothringen (* 21. Juni 1997 in der Stadt Salzburg), vollständiger Name Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen, kurz auch Ferdinand Habsburg, ist Automobilrennfahrer.

Leben

Familie, Kindheit und Jugend

Ferdinand Zvonimir Habsburg-Lothringen ist der Sohn von Francesca und Karl Habsburg-Lothringen und damit Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich. Er wurde am 20. September 1997 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb von Kardinal Franjo Kuharić getauft. Seine Taufpaten waren Georg Habsburg-Lothringen, Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, Margarita Sakskoburggotski geborene Gómez-Acebo y Cejuela (Ehefrau des ehemaligen bulgarischen Zaren und Ministerpräsidenten Simeon Sakskoburggotski) und die Kulturmanagerin Agnes Husslein-Arco. Der traditionelle kroatische Vorname Zvonimir geht auf einen mittelalterlichen kroatischen König zurück.

Der zweisprachig aufgewachsene Ferdinand spricht mit seiner Mutter englisch. 2004 begann er in der Danube International School in Wien.

Karriere

Motorsportlich machte er im Alter von acht Jahren erste Erfahrungen im Kart-Sport. Im Jahr 2012 gewann er die Meisterschaft bei den Rotax Max Junioren in Niederösterreich. 2013 nahm er an den ungarischen Kartmeisterschaften teil und errang den Meistertitel der Rotax Max Junioren. Bei den Rotax Max Challenge Grand Finals 2013 gelangte er in das Finale der Junioren und erreichte Rang zehn. 2014 wurde er österreichischer Staatsmeister in der DD2-Klasse der Rotax Max Challenge.

2014 debütierte Ferdinand Habsburg im Formelsport. Er trat für Lechner Racing in der nordeuropäischen Formel Renault 1.6 an, erzielte vier Podest-Platzierungen und beendete die Saison auf dem vierten Platz. Anfang 2015 ging er für Victory Motor Racing in der Toyota Racing Series an den Start, kam einmal auf den zweiten Podestplatz und erreichte den elften Gesamtrang. Danach wechselte er 2015 zu Fortec Motorsports; er wurde in der nordeuropäischen Formel Renault in der Fahrerwertung Neunzehnter und absolvierte für Fortec Gaststarts in der alpinen Formel Renault und im Formel Renault 2.0 Eurocup, außerdem für DriveX in der Euroformula Open.

Anfang 2016 nahm Ferdinand Habsburg in Neuseeland für Giles Motorsport an den Toyota Racing Series teil; er gewann den Saisonauftakt und damit sein erstes Formelsportrennen, durch einen weiteren Sieg wurde er Meisterschaftsvierter.

Am 24. Juli 2016 landete Ferdinand Habsburg bei der EuroFormula Open in Silverstone (US) auf dem zweiten Platz und wurde Sieger in der Rookie-Wertung.[1]

Am 28. Juli 2017 gewann Habsburg in Spa-Francorchamps sein erstes Formel-3-Rennen.[2]

2019 ging Habsburg in der DTM an den Start, wo er einen der vier Aston Martin des Teams R-Motorsport pilotierte. Er trat dort als Ferdinand von Habsburg an, was aufgrund des Adelsaufhebungsgesetzes ein Problem bei der Ausstrahlung im Österreichischen Fernsehen darstellte, da ihm in Österreich die Nutzung des Adelszusatzes „von“ verboten ist.[24][25] Er schloss die DTM-Saison 2019 als Letztplatzierter auf Platz 18 mit nur 3 Punkten ab.

Für die DTM-Saison 2020 wechselte Habsburg zum Team WRT Audi Sport. Die Saison war deutlich erfolgreicher als die vorherige. Beim Rennen in Zolder erreichte Habsburg die Pole Position. In der DTM Gesamtwertung belegte er Rang 10.

2021, das bisher erfolgreichste Jahr

Nach einer enttäuschende Saison 2020 in der DTM erlebte Habsburg in der Saison 2021 eine Art Wiederauferstehung als Langstreckenpilot. Der 24-Jährige gewann zu Jahresbeginn den Meistertitel in der asiatischen Le-Mans-Serie. Im Spätherbst wurde er dann auch noch Weltmeister in der Langstrecken-WM (European LeMans Series) für das Algarve Racing Team. Seinen bisher größten Karriereerfolg feierte Habsburg Ende August 2021, als er als Debütant gemeinsam mit seinem Teamkollegen Robin Frijns und Charles Milesi das legendäre [[24 Stunden von Le Mans|24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann (Rang 6 im Gesamtklassement und Klassensieg im Team WRT im Oreca 07).[3]

2022

Am Sonntag, den 30. Jänner 2022, schrammte Habsburg beim 24-Stunden-Rennen in Daytona (USA) nur knapp am Sieg vorbei. Bis zwölf Minuten vor Rennende lag der Salzburger mit seinem Team Tower Motorsports in der LMP2-Klasse in Führung. Nach einem harten Überholmanöver fielen Habsburg und seine drei Kollegen noch auf den dritten Rang zurück. Bei eisigen Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt startete am Samstagabend (MEZ) die 60. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Daytona. Es war ein turbulentes Rennen mit vielen Zwischenfällen, einem verletzten Streckenposten und insgesamt 16 Neutralisationen.[4]

Auszeichnung

  • 2021 von der Austrian Motorsport Federation (AMF) zum "Österreichischen Motorsportler des Jahres 2021" gewählt

Chronologie

  • 2012–2014: Kartsport
  • 2014: Nordeuropäische Formel Renault 1.6 (Platz 4)
  • 2015: Toyota Racing Series (Platz 11)
  • 2015: Nordeuropäische Formel Renault (Platz 19)
  • 2016: Toyota Racing Series (Platz 4)
  • 2016: EuroFormula Open (Platz 2)
  • 2016: Formel Renault 2.0 Eurocup (Platz 10)
  • 2016: Nordeuropäische Formel Renault (Platz 11)
  • 2017: Europäische Formel-3-Meisterschaft
  • 2021: Meistertitel in der asiatischen Le-Mans-Serie und Sieger bei 24-Stunden-Rennen von Le Mans

Weblinks

Quellen

  • auto touring, das Mobilitätsmagazin des ÖAMTC, Ausgabe Mai 2015
  • SN vom 5.12.2017 (Lokalausgabe): Ein kaiserlicher Spross strampelt sich frei (Othmar Behr)

Einzelnachweise