Franz Xaver Jung-Ilsenheim

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Franz Xaver Jung-Ilsenheim (* 31. August 1883 in Wien; † 18. September 1963 in Salzburg) war ein österreichischer Maler.

Leben

Sein Vater, ein Friseur, ließ den Sohn das Friseurhandwerker lernen, dieser wandte sich jedoch früh der Malerei zu. Franz Jung wurde in der Akademie der bildenden Künste in Wien aufgenommen, wo er der Klasse des Porträt-und Genre-Malers Prof. Heinrich Streblow angehörte. Am 12. Juni 1913 heiratete er seine Cousine Auguste Helene Jung. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war Franz Jung bei einer der größten Theatermaler-Werkstätten Wiens beschäftigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg zog er nach Steyr in Oberösterreich. Er erlernte an der Fachschule für Stahl-und Eisenbearbeitung die Kunst des Stahlschnittes. Daneben arbeitete er als freier Künstler, für den Lebensunterhalt war er als Zeichenlehrer am Mädchenlyzeum in Steyr tätig.

1924 übersiedelte er in die Stadt Salzburg, wo er das ehemalige Atelier des 1915 verstorbenen Malers Franz von Pausinger im Schloss Elsenheim übernahm. Er fügte den Schaffensort seinem Familiennamen bei, änderte die Schreibweise nach kurzer Zeit in die heute bekannte Form.

Da sein Stil den Nationalsozialisten gefiel, übersiedelte er 1937 nach Berlin, wo er an einer Jagdausstellung teilnahm. Er blieb auch nach Ende der Ausstellung in Berlin. Einerseits zeichnete der Maler in den folgenden Jahren für die künstlerische Gestaltung von belletristischen Werken vorgeschichtlichen Inhalts verantwortlich, andererseits arbeitete er aber auch häufig mit Dr. Hans Reinerth zusammen, der seit 1934 Leiter des Reichsbundes für Deutsche Vorgeschichte war und den Lehrstuhl für Deutsche Archäologie an der Universität Berlin inne hatte.

1941 kehrte er wieder nach Salzburg zurück. 1942 baute er ein Diorama für die Tibet-Ausstellung des Haus der Natur. Sein Name taucht in den letzten eineinhalb Jahren des Naziregimes in der Presse nicht mehr auf, Informationen zum Leben und Schaffen von Jung-Ilsenheim bis Kriegsende liegen nicht vor.

Nach dem Krieg überstand er die Entnazifizierung und setzte sein Schaffen fort. Da er an seine Bekanntheit aus der Vorkriegszeit nicht mehr anschließen konnte und er in finanzieller Bedrängnis war, gewährte ihm die Stadt Salzburg eine "Gnadengabe" von 500 Schilling monatlich. Franz Jung-Ilsenheim erhielt die städtische Zuwendung nur mehr wenige Monate, er starb am 18. September 1963 im St. Johanns-Spital. In seiner Sitzung am 30. Juli 1965 beschloss der Gemeinderat eine Straße in Elsbethen nach ihn zu benennen.

Werk

Sein Stil ist in kunsthistorischer Hinsicht als konservativ zu bezeichnen. Die Motive sind mehrheitlich realitätsimitierende Abbildungen von großformatigen Natur-, Jagd-und Tierdarstellungen sowie von bekannten Persönlichkeiten. Er stellte Ereignissen vergangener Epochen von der germanischen Vorzeit bis in die Gegenwart dar, wobei das Mittelalter dominiert.

Jung-Ilsenheims Schaffen ist breit gefächert, er entwarf Kunstkarten, Schulwandbilder und Dioramen. In Salzburg ist er besonders für seine Sammelbilder bekannt, die er für die Bücher Ostarrichi, Tauriska, Austria und Salzburg im Wandel der Jahrtausende anfertigte. Auftraggeber war die Firma "Vereinigten Feigenkaffeefabriken Andre Hofer G. m. b. H., Salzburg-Parsch". Mit seinen Bildern wurde unmerklich deutschnationales Gedankengut transportiert.

Ein für ihn untypisches Werk hat sich aber im kollektiven Gedächtnis am meisten gehalten: Jung-Ilsenheim zeichnet für das berühmte Festspielplakat aus dem Jahr 1931 verantwortlich, in dessen Zentrum Alexander Moissi als Jedermann zu sehen ist, der auf den Genien des Festspielhauses steht, im Hintergrund die Silhouette der Altstadt, bekrönt von der Festung Hohensalzburg.

Quelle