Geschichte des Pongaus

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Die Geschichte des Pongaues beginnt in der Eiszeit.

Eiszeit

Der Dachsteingletscher und der Salzachgletscher bedeckten als ungeheure Eisströme das Gebiet des heutigen Pongaues. Es gibt keine Spuren, die auf eine Besiedelung in dieser Zeit hinweisen. Die Eiszeit dauerte zirka zwei Millionen Jahre.

Steinzeit

Funde von Steinwerkzeugen am Götschenberg in Bischofshofen lassen auf eine Besiedelung in der Jungsteinzeit (10000 bis 1800 v. Chr.) schließen. Neben Jagd und Fischerei beschäftigten sich die Menschen gegen Ende der Steinzeit schon mit Ackerbau und Viehzucht.

Bronzezeit

Die Epoche der Bronzezeit (1900 - 1250 v. Chr.) bescherte dem Pongau als Zentrum des Kupferbergbaus in den Ostalpen eine erste wirtschaftliche Blüte: In Mitterberg bei Mühlbach am Hochkönig und in den benachbarten Bergbaugebieten wurden bis ca. 700 v. Chr. mehr als 20 000 Tonnen Kupfer gefördert.

Forschungen haben ergeben, dass zu dieser Zeit bereits bis zu 1 000 Menschen im Kupferbergbau tätig waren.

Eisenzeit

Aus der Zeit zwischen 1000 bis 16 v. Chr. gibt es Hinweise auf Eisen- und Goldbergbau im Gebirge. Die Blockhäuser waren auf Steinsockeln errichtet.

Um 300 v. Chr. begann die Besiedelung des Gebietes durch die Kelten.

Römerzeit

Unter dem römischen Kaiser Augustus wurden die keltischen Tauriskerheere, die in Italien eingefallen waren, besiegt und die Volksstämme in unseren Alpen der römischen Herrschaft unterworfen. Diese Herrschaft dauerte über vierhundert Jahre. Das römische Straßennetz von Aquileia bis nach Salzburg wurde gebaut. Ebenso die Römerstraße, die von Werfen abzweigte und ins Gasteinertal über den Mallnitzer Tauern führte.

Gründung des Pongaues

Der Bezirk St. Johann im Pongau wird landläufig als Pongau bezeichnet und ist eigentlich der alte Name von Bischofshofen, Pongowe. Der Name Pongau (Pongawi, Pongo) wurde bereits 750 und 788 urkundlich erwähnt. "Pongo" setzt sich aus dem keltischen "Pon", das heißt Niederlassung oder Siedlung, und dem altdeutschen "Gau" zusammen. Mit diesem Wort wurde ein Gebiet bezeichnet, das am Wasser liegt. Die Bezeichnung "Pongau" breitete sich im Laufe von zweihundert Jahren auf das gesamte nördliche Salzachtal aus.

Seit dem 8. Jahrhundert dürfte es bereits die ersten Siedlungen im Salzachtal, Fritztal und Ennstal gegeben haben. Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von der Viehwirtschaft, es wurde aber auch Getreide wie Hafer, Roggen und Rossbohne angebaut. Im 10. Jahrhundert wurden Hopfenanbau und Bierbrauerei im Raum Bischofshofen-Goldegg erwähnt. Im Fritztal wurde bereits im 11. Jahrhundert Goldwäscherei betrieben.

Das Fritztal und die Flachau wurden 1074 von Erzbischof Gebhard dem Benediktinerstift Admont geschenkt. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden die Burg Wagrain, das Schloss Goldegg, die Burg Klammstein und die Burg Plankenau errichtet. Die weltliche Macht der Salzburger Erzbischöfe dauerte vom 13. Jahrhundert bis zum Jahre 1803. Ein Aufstand der Bauern und Bergknappen des Innergebirgs führte zu den beiden Bauernkriegen von 1525 und 1526. Die Aufständischen wurden vor Radstadt geschlagen und es folgte ein furchtbares Strafgericht. Seit dieser Zeit gab es Spannungen unter der Bevölkerung des Pongaues. Der Protestantismus konnte von der erzbischöflichen Regierung nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden. So kam es 1731/1732 zur Ausweisung von rund 20 000 Protestanten.

Herrschaft, Verwaltung, Gerichte

1243 wird das sehr große Pfleggericht Werfen (das kurz den Guetratern zukam) umorganisiert, das den Pongau inklusive dem Lammertal, aber nicht den Enns-Pongau und das Gasteinertal umfasst. Dieses war in Gerichtsstäbe unterteilt. 1575 wird ein Amt Pongau vom Kloster Admont vom Fürsterzbistum (zurück-)gekauft. 1672 wird das zu große Pfleggericht Werfen geteilt und mehrere Landgerichte geschaffen. Diese sind neben den vielen Grundherrschaften an die Abgaben zu leisten waren, neben Justiz auch für Verwaltungsfragen zuständig. Daneben gab es z. B. in Bischofshofen im Ortszentrum eine chiemseeische geschlossene Hofmark (ab 1215/16 chimseeische Besitze, 10. Dezember 1674 Rezess (offizielle Hofmark) - bis 1806). 1820 erfolgt eine erneute Organisationsänderung der Salzburger und Pongauer Pfleggerichte.

1848 bis 1850, bzw. bis 1867 erfolgte die gänzliche Neuregelung der Landesverwaltung, Aufhebung des alten Systems der Grundherrschaften und finanzielle Ablöse, Trennung von Justiz und Verwaltung und Bildung selbständiger Ortsgemeinden mit wählbaren Gemeindevertretungen. Die Einführung der Gemeindeordnung ergab ab 1850 für den Bezirk Pongau 44 Gemeinden.

Die Bezirkshauptmannschaft war von 1850 bis 1867 in Werfen untergebracht (?) (bzw. gab es vor 1867 für den Pongau die vier Bezirksämter St. Johann, Werfen, Gastein und Radstadt, die dann in St. Johann zusammengelegt wurden)und übersiedelte danach nach St. Johann im Pongau.

Quellen

  • Homepage des Landes Salzburg
  • Chronik der Gemeinde Bischofshofen
  • Beiträge in Salzburg-Wiki