Hannes Arch

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Hannes Arch 2009
Arch in einer Zivko Edge 540 bei der Airpower 2011

Hannes Arch (* 22. September 1967 in Leoben, Steiermark; † 8. September 2016 nahe Heiligenblut, Kärnten) war ein österreichischer Kunstflug- und Stuntpilot.

Leben

Hannes Arch wuchs in Trofaiach in der Steiermark auf und erwarb bereits im Alter von 16 Jahren den österreichischen Flugschein für Sonderpiloten und widmete sich dem Drachenfliegen. Mit 19 absolvierte er die staatliche Berg- und Skhiführerausbildung. Er studierte Sportwissenschaften, schloss das Studium jedoch nicht ab, da er als Testpilot zum Schweizer Gleitschirmherstellers Paratech wechselte.

1995 gründete Arch gemeinsam mit anderen das legendäre Red Bull Acro-Team, das mit seinen Stunts in luftigen Höhen Berühmtheit erlangte. 1998 entdeckte er seine Liebe für den Kunstflug und trainierte ab 2001 mit der dreifachen Kunstflug-Weltmeisterin Catherine Manoury. 2007 stieg Arch in die Red Bull Air Race Serie ein. 2008 feierte er mit dem Gewinn des Weltmeistertitels seinen größten Karriereerfolg. Arch war damit der erste Europäer, der die seit 2005 ausgetragene Rennserie gewann. In den darauffolgenden beiden Jahren reichte es hinter dem Briten Paul Bonhomme jeweils zum Vizeweltmeistertitel.

Zuvor hat sich Arch bereits in anderen Extremsport-Disziplinen einen Namen gemacht und erregte großes Aufsehen, als er gemeinsam mit dem Schweizer Ueli Gegenschatz (verunglückte 2009 tödlich bei einem Sprung von einem Hochhaus in Zürich) im Jahr 2000 einen Base Jump von der Eiger-Nordwand und 2003 von der Matterhorn-Nordwand durchführte. Für das Unterfliegen des Mozartstegs in der Stadt Salzburg fasste er 2007 eine hohe Geldstrafe aus. Das Manöver war Teil einer Airshow am 25. Mai 2006 im Rahmen des Gaisbergrennens gewesen. Für den Flug vor Tausenden Zuschauern hatte Arch keine Bewilligung der Austro Control vorweisen können.

Hannes Arch verunglückte 2016 bei einem Hubschrauberabsturz im Großglocknergebiet nahe Heiligenblut. Arch hatte mit seinem Hubschrauber einen Transportflug zu einer Hütte absolviert und sich danach auf den Weg nach Salzburg gemacht. Es war ein angemeldeter Nachtsichtflug, das Wetter war gut. Unter solchen Umständen ist ein Flug eigentlich kein Problem. Aus noch ungeklärter Ursache sei Arch kurz nach dem Start gegen 21:00 oder 21:30 Uhr gegen eine schräge Felswand geprallt. Für Arch kam jede Hilfe zu spät.

Zuletzt lebte der Weltenbummler in Salzburg und war neben seinem Hauptberuf als Kunstflug-Pilot auch Mastermind des Red Bull X-Alps.

Über seinen Absturz

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem tödlichen Absturz hatte die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) einen Zwischenbericht veröffentlicht. Demnach hatte der 48-Jährige nicht die erforderlichen Flugvorbereitungen getroffen. Außerdem war er mit einer Fluggeschwindigkeit von ungefähr 53 Knoten – also rund 100 km/h – gegen eine Felswand geprallt. Um 19:02 Uhr startete er die Triebwerke der Robinson R66. Spontan entschloss sich der Hüttenwirt, mit nach Salzburg zu fliegen, er nahm auf dem linken Vordersitz Platz. Der Deutsche konnte beobachten, “wie der Pilot Daten in ein tragbares Navigationsgerät eingab und auf dem Display ‘kein Signal’ stand. Auf Nachfrage des Passagiers, ob dies ein Problem sei, antwortetet der Pilot, dass dies nichts ausmache”, heißt es im Bericht.

Nach ungefähr einer Minute und 30 Sekunden Flugzeit “konnten vom Passagier Steine und Felsen im Lichtkegel des Landescheinwerfers wahrgenommen werden”. Kurze Zeit später prallte die Maschine auf 2 343 Metern Höhe gegen die Felswand, rund 650 Meter nordöstlich der Elberfelder Hütte. Die Wrackteile verteilten sich auf einem Radius von ungefähr 100 Meter. Als die Bergrettung gegen 2.30 Uhr am Unfallort eintraf, war Arch bereits tot, er starb an einem Genickbruch. Der Hüttenwirt wurde befreit und gegen 04:15 Uhr mittels Seilbergung ins Krankenhaus geflogen. Der Deutsche hatte laut Bericht zwei Hals- und einen Lendenwirbelbruch sowie mehrere Rippenbrüche erlitten.

Die Untersuchung ergab, dass die erforderliche Flugvorbereitung “nicht zur Gänze vorgefunden und rekonstruiert” wurde. Außerdem hatte Arch im Flugplan als Abflugpunkt den Heliport St. Johann im Pongau angegeben und nicht die Elberfelder Hütte. Auch hätte der gebürtige Steirer so spät gar nicht mehr fliegen dürfen. Die luftfahrtbehördliche Außenlandebewilligung erlaubte Flüge lediglich von 07:30 bis 14:00 Uhr. Außerdem sah die Bewilligung der Kärntner Landesregierung maximal drei Außenlandungen und Außenabflüge in der Zeit von 15. Juni bis 15. September 2016 vor.

Flugerfahrung

Archs Flugerfahrung wird im Bericht mit mehr als 1 019 Stunden angegeben, Hubschrauber des Typs Robinson R66 steuerte Arch knapp 184 Stunden. Nachtsicht-Flugerfahrung hatte er mehr als 28 Stunden.

Bilder

 Hannes Arch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Weblinks