Jean Améry

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Jean Améry, eigentlich Hans Maier (* 31. Oktober 1912 in Wien; † 17. Oktober 1978 in Salzburg), war Journalist.

Leben

Jean Améry wuchs als Sohn assimilierter Juden im Salzkammergut auf. Améry studierte in Wien Literatur und Philosophie und wurde 1934 Herausgeber der Zeitschrift "Die Brücke". Unter dem immer stärker werdenden Druck der Nazis emigrierte er 1938 nach Belgien, wo er jedoch 1940 beim Verteilen antinationalsozialistischer Flugblätter observiert und festgenommen wurde. Es folgte die Internierung im Lager Gurs als "feindlicher Ausländer". 1941 gelang Améry die Flucht aus dem Lager und er wurde Mitglied der Widerstandsbewegung. 1943 kam es zu einer neuerlichen Festnahme durch die Gestapo und zur Deportation u. a. nach Auschwitz, Polen. Während seiner Gestapohaft wurde er gefoltert. Bekannt wurde Améry durch die Veröffentlichung seiner gesammelten Erlebnisse in dem Band "Jenseits von Schuld und Sühne" im Jahr 1966. "Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt" schrieb Améry, der sich nie mehr von seinen Erlebnissen in der Gestapohaft und in den Konzentrationslagern erholen konnte.

Nach Kriegsende arbeitete er als Journalist in Brüssel, Belgien. 1976 veröffentlichte er sein Buch "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod." Während einer Reise nahm sich Jean Améry im Hotel Österreichischer Hof, heute Hotel Sacher Salzburg, 1978 in Salzburg das Leben.

Weiterführend

Für Informationen zu Jean Améry, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen