Mariä Aufnahme in den Himmel

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Mariä Himmelfahrt, Ölgemälde von Tizian, um 1518

Mariä Aufnahme in den Himmel, volkstümlich „Maria Himmelfahrt“, ist ein hohes Fest der Katholischen Kirche, das alljährlich am 15. August gefeiert wird sowie ein Lostag.

Benennungen

„Mariä“ ist die deutsche Schreibweise der lateinischen Genitivform „Mariae“; „Mariä Himmelfahrt“ bedeutet also „Himmelfahrt Mariens“, ein Nominativ wie in „Maria Himmelfahrt“ entspricht dieser Bedeutung nicht. Man findet aber trotzdem häufig die Wortform „Maria Himmelfahrt“ (wohl analog zu Benennungen, die mit Ortsnamen zusammengesetzt sind, z.B. Maria Plain).

Andere, volkstümliche Bezeichnungen sind „Hoher Frautag“ und „Großer Frautag“ (wobei mit „Frau“ eben „unsere liebe Frau“ gemeint ist). „Mariä Aufnahme in den Himmel“ stellt den Beginn der Frauendreißiger dar.

Religiöse Bedeutung

Das Fest, kirchenoffiziell „Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“, ist eines der ältesten christlichen Hochfeste und eines der religiösen Hauptfeste des Jahres; es ist schon für das Jahr 582 bezeugt, auch die Synode von Salzburg-Freising (799) erwähnt dieses Fest.

Den Kern des Festes bildet die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. Der Überlieferung nach wurde Maria nach ihrem Tod mit ihrem ganzen Leib in den Himmel zu Gott geholt. Dieser Glaube ist bereits im 5. Jahrhundert bezeugt und wurde im Jahr 1950 von Papst Pius XII. als Dogma, also als verpflichtender katholischer Glaubensinhalt, verkündet.

Bedeutung in Liturgie, Brauchtum und Kunst

Darstellung

In Liturgie und Volksfrömmigkeit wird Maria am 15. August einerseits als „Mutter“ dargestellt – Mutter Jesu und Mutter der Menschen –, andererseits ebenso als „Urbild des Glaubens“ und „Vorbild der Kirche“.

In der bildenden Kunst wird Maria im Weiß der Unschuld, dem Blau des Himmels und dem Rot der barmherzigen Liebe dargestellt. Die „Aufnahme in den Himmel“ zeigt oft die aufschwebende junge Maria, die, von Engeln umgeben, von Gottvater und Christus in den Wolken erwartet wird. In älteren Darstellungen ist darunter das von Aposteln umgebene Sterbelager oder das Haus der Maria zu sehen.

Brauch der Kräutersegnung

Ein mit dem Fest verbundener religiöser Brauch ist die Kräutersegnung.

Er geht auf eine Legende aus dem 13. Jahrhundert[1] zurück. Dieser zufolge fanden die Jünger Jesu, als sie das Grab Mariens öffneten, darin nicht mehr den Leichnam, sondern nur mehr Blüten und Kräuter vor.

Zur Kräutersegnung werden Sträuße gebracht, die – nach Regionen unterschiedlich – aus sieben, neun – so die Pinzgauer Kräuter- oder Fraubuschen –, zwölf, 24 oder noch mehr verschiedenen Kräutern gebunden sind. Typische Kräuter sind dabei Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian und Eisenkraut.

Die gesegneten Sträuße werden auf dem Dachboden oder im sogenannten Herrgottswinkel aufgehängt, wo sie gegen Krankheiten, Gewitter, Blitzschlag und anderes Unheil wirken sollen. Auch werden zerriebene Blätter kranken Tieren ins Futter gemischt.

Prangstangen

Der „Hohe Frautag“ ist auch der Tag, an dem aufgestellte Prangstangen wieder abgebaut werden.

Patrozinien in Land und Erzdiözese Salzburg

Entsprechend seiner hohen religiösen Bedeutung ist der Festtag das Patrozinium zahlreicher

der Pfarren Anthering, Bad Hofgastein, Berndorf bei Salzburg, Bruck an der Glocknerstraße, Großgmain, Kirchbichl, Kuchl, Dürrnberg, Mariapfarr, Pöham, Radstadt, Salzburg-Gnigl, Salzburg-Mülln und Stuhlfelden,
der Pfarren Brixen im Thale, Kundl, Mayrhofen und St. Johann in Tirol
sowie

Staatlicher Feiertag

In Anerkennung der religiösen Bedeutung des kirchlichen Festes ist der 15. August in Österreich (und anderen stark katholisch geprägten Ländern wie z.B. mehreren deutschen Bundesländern) ein gesetzlicher Feiertag.

Quellen

Einzelnachweis

  1. Der Quelle Erika Scherer, Reinhard Kriechbaum: Salzburger Brauch, Seite 223f nach, jedoch auf bereits im 10. Jahrhundert gefeiert