Pfarrkirche St. Jakobus in Aufham (Bayern)

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Pfarrkirche Aufham
Ortschaft Aufham mit Pfarrkirche
Pfarrkirche Aufham, Innenansicht
Pfarrkirche Aufham, Chorseite mit Deckengewölbe

Die Pfarrkirche St. Jakobus in Aufham, Gemeinde Anger , wurde im Jahr 1312 eingeweiht.

Lage und Geschichte der Kirche

Der dem Staufengebirge vorgelagerte Höhenrücken ist als früher Siedlungsplatz belegt, sowohl durch Reihengräber aus der bajuwarischen Zeit des 6. bis 8. Jahrhunderts, worauf auch die Ortsnamenendung "-ham" hinweist. Ausschlaggebend für die erstmals 1159 namentlich genannte Siedlung und die spätere Entwicklung zum Schrannenort des Pfleggerichts Staufeneck war die von der Staufenbrücke durch Aufham nach Teisendorf führende Salzstraße.

Auch heute fällt dem Benützer der direkt unterhalb der Ortschaft vorbeiführenden Autobahn (A8) die auf der Anhöhe sehr schön gelegene Ortschaft mit ihrer malerischen Kirche sehr ins Auge.

Bau und Ausstattung der Kirche

Jakobus-Patrozinien verweisen in der Regel auf Altstraßen und Pilgerwege. Die Kirche befindet sich - ehemals alleinstehend - westlich und oberhalb eines Altstraßenverlaufs. Die Weihe einer wohl spätromanischen Kirche wird für 1312 überliefert, deren Langhaus mit dem gegenwärtigen in der Länge von 14 m und einer Breite von 5,40 m identisch sein dürfte (vgl. auch Steinhögl).

Die 1470 erfolgte Neuweihe kann als Abschluss der Umgestaltung in spätgotischem Stil gelten: im Osten der Anbau eines nicht eingezogenen Chors mit zwei schmalen Jochen und Dreiachtelschluss; der romanische Saalbau wurde durch ein reich gestaltetes Netzrippengewölbe in drei Joche gegliedert, das ohne Kapitelle auf Achteckdiensten ruht. Als Baumeister darf Christian Intzinger angenommen werden, der von 1468 bis 1479 in “Vilzmoos zu Aufham” sesshaft war und dessen Sohn Peter ab 1485 die Margarethenkapelle im Salzburger Friedhof von St. Peter als eines der reinsten Werke spätgotischer Architektur errichtete und 1512 - 1520 den Wiederaufbau der Stiftskirche des Augustinerchorherrenstifts St. Zeno in Reichenhall leitete.

An den sich kreuzenden Rippen befindet sich spätgotische Rankenmalerei, im Chorgewölbe Renaissance-Ornamente, um 1600; im Zwickel über dem Hochaltar ein Engel mit den Wappen des Augustinerchorherrenstifts Höglwörth (links) und der Sidonia Katharina Pflanzmann, die offenbar die Ausmalung finanzierte. Aus dem 15. Jahrhundert der angefügte Westturm mit Spitzdach. Die Anbauten an der Südseite aus dem frühen 17. Jahrhundert; Portal in noch gotischer Keilbogenform von 1612. Eine Erweiterung der Kirche erfolgte 1929 durch den Anbau des nördlichen Seitenschiffs (Länge 14,70 m, Breite 3,80 m).

Der Hochaltar von 1724 ist ein Werk des Bildhauers Johann Schwaiger (*1652; † 1734) von Reichenhall, der seine Ausbildung bei Wolfgang Weißenkirchner in Salzburg erhalten hat; Altaraufbau von Tobias Schuster, Fassung durch Anton Elsässer, beide Teisendorf.

In den drei fast gleich hohen, von Säulen (außen) und Pilastern (innen) flankierten Nischen die schlanken Gestalten der hl. Jakobus mit Stab, Pilgerhut und Reiseflasche (Mitte), Christophorus (links) und Sebastian (rechts). Über dem waagrechten Gebälk im Auszug Johannes Nepomuk, auf Wolken kniend und von Puttenköpfen umgeben, dessen Seligsprechung 1721 (Heiligsprechung 1729) eine rasch sich ausbreitende Verehrung auslöste, wofür diese Darstellung ein frühes Beispiel ist. der zu hohe, die Gesamtwirkung des Altars störende Tabernakel stammt von 1930 (der ursprüngliche befindet sich in der Sakristei); die kleinen Figuren der Bischöfe Rupert und Virgil aus dem 18. Jahrhundert.

Die Kirche war von 1312 bis 1817 dem Augustinerchorherrenstift Höglwörth gehörig, wurde dann Filialkirche von Anger, ab 1920 Expositur, ab 1965 Kuratie und seit 1995 Pfarrkirche.

Bilder

 Pfarrkirche St. Jakobus in Aufham (Bayern) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quelle

  • Homepage des Pfarrverbandes Anger-Aufham