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Projekt Seilbahn auf den Gaisberg

Das Bild zeigt jenen Teil des Gaisbergs, an dem die Seilbahn geplant ist

Am 30. November 2010 wurde das Projekt Seilbahn auf den Gaisberg der Öffentlichkeit vorgestellt und im Jänner 2012 wurde es vorerst wieder auf Eis gelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Plan einer Seilschwebebahn auf den Gaisberg ist nicht neu. 1926 suchten die Rechtsanwälte Dr. Sutter in Hallein als Vorsitzender und Dr. Julius Sylvester als Mitglied des Verwaltungsrates der Gaisbergbahn AG in Salzburg im Einvernehmen mit der Gesellschaft beim Bundesministerium für Handel und Verkehr an um Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten zwecks Errichtung einer Seilschwebebahn von der Bahnstation Parsch zur Gaisbergspitze. [1]

Allgemeines

Die Eigentümer des Gutes Guggenthal, die Gut Guggenthal GmbH, möchte gerne eine Seilbahn auf den Gaisberg errichten. Dieses Projekt stieß jedoch auf den Widerstand in der Stadt Salzburg, in persona bei Bürgermeister Dr. Heinz Schaden. Dieser meinte, das Gaisberg-Plateau (das sich fast gänzlich auf Boden der Stadtgemeinde Salzburg befindet[2]) würden die prognostizierten 500 000 Besucher pro Jahr nicht verkraften, zumal das Gelände sich in der Grünlanddeklaration der Stadt Salzburg befindet.

Aus diesem Grunde plante die Wiener Investorengruppe um Ex-Palmers-Chef Rudolf Humer, vertreten durch Hubert Czerin, die Seilbahn auf Koppler Gemeindegrund zu errichten. Selbst die Bergstation läge noch auf dem Gebiet von Koppl. Was Schaden mit einer Zaun-Drohung quittierte. Einem zunächst positiven Signal des Koppler Bürgermeisters Rupert Reischl (ÖVP), der meinte, ganz Koppl stünde hinter diesem Projekt, konterte Tage später Hannes Ebner, (SPÖ)-Landtagsabgeordneter und seit mehr als 20 Jahren Gemeinderat in Koppl, dass es sich bei der Aussage des Bürgermeisters um die Privatmeinung Rupert Reischl gehandelt habe und weder die Gemeindevertretung noch die zuständigen Ausschüsse sich mit diesem Projekt bisher befasst hätten. Von einer Zustimmung aus Koppl kann zum jetzigen Zeitpunkt also noch nicht die Rede sein. (10. Dezember 2010)[3]

Der Geschäftsführer der „Gut Guggenthal GmbH“, Heinrich Reimitz, erklärte Anfang Jänner 2012 auf Anfrage der APA, dass noch keine definitive Entscheidung über die Verwirklichung des Projekts gefallen sei. Gegen den Widerstand der Stadt wolle man keine Seilbahn bauen.

Bis Ende 2011 hätten alle Bewilligungen vorliegen sollen, ab Sommer 2012 sollte die Gondelbahn jährlich eine halbe Million Menschen auf den knapp 1 300 Meter hohen Haus- und Erholungsberg der Salzburger befördern. Die Talstation projektierte er beim alten Gut Guggenthal in der Gemeinde Koppl (Flachgau), das die „Gut Guggenthal GmbH“ mit Sitz in Hinterbrühl (NÖ) revitalisieren will. Czernin hat sich mittlerweile zurückgezogen. Er gab sein Mandat für die Projektentwicklung mit der Fertigstellung der Trassen- und Einreichplanung im Oktober 2011 ab. Die Bahn ist immer noch nicht bewilligt. „Sie steht derzeit nicht auf der Prioritätenliste Nummer eins“, erklärte der Geschäftsführer der „Gut Guggenthal GmbH“. „Ich gehe nicht davon aus, dass das Projekt heuer zustande kommt. Von uns aus besteht keine Eile, wir müssen uns alles genau ansehen. Die Trassenführung ist relativ klar. Das Projekt ist noch nicht gestorben. Aus meiner Sicht muss das wirtschaftlich noch einmal durchgerechnet werden.“ Die GmbH hofft auf einen Konsens mit der Stadt Salzburg. Es dürfe keinen Widerstand von der Stadt, von „politisch handelnden Personen“ geben, betonte Reimitz. „Wenn man diese Seilbahn baut, muss auch der Wunsch dazu da sein.

Daten

Die 1,5 Kilometer lange Seilbahn soll die Fahrgäste in nur fünf Minuten von Guggenthal auf die Gaisbergspitze transportieren. Zehn Millionen Euro sollen investiert werden. Die Finanzierung wäre ohne Subventionen der öffentlichen Hand. Spätestens 2012 soll die Seilbahn in Betrieb gehen. Der Vorarlberger Seilbahn-Weltmarktführer Doppelmayr wurde mit der Planung der 33 Achter-Gondeln beauftragt, die eine stündliche Kapazität von 1.500 haben. Im Endausbau sollen dann 44 Gondeln mit einer stündlichen Kapazität von 2 000 zum Einsatz kommen. Generalunternehmer der Errichtung wird der in Wals-Siezenheim ansässige Baukonzern Alpine sein.

Geplante Kosten

2011 betrugen die projektierten Kosten zehn Millionen Euro.

Geschichtliches

Die Idee, auf den Gaisberg eine Seilbahn zu errichten, ist nicht neu. Nach dem Aus der Gaisbergbahn 1928 hatte man bereits solche Gedanken, verwarf sie jedoch wieder.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Linzer Volksblatt, Ausgabe vom 21. November 1926, Seite 5
  2. das Gipfelplateau gehört Andreas Auersperg in Niederösterreich, der es für 20 Jahre an die Stadt Salzburg verpachtet hat
  3. Salzburger Woche, Ausgabe Stadt Nachrichten, 10. Dezember 2010