Gaisbergbahn

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Verlauf Gaisbergbahn Salzburg
Salzburg - Gaisberg - Gaisbergbahn - 1912 - Ansichtskarte (F. Pflauder)
Nachbau der Station Zistelalpe im Salzburger Freilichtmuseum
Lokomotive Nummer 1 im Salzburger Freilichtmuseum am 11. Mai 2016
Gaisbergbahn Lokomotive Nummer 1 im Südbahnmuseum in Mürzzuschlag

Die Gaisbergbahn war eine Zahnradbahn, die von 1887 bis 1928 in der Stadt Salzburg vom Bahnhof Parsch auf den Gaisberg fuhr. Die Bahn fuhr stets innerhalb einer Saison von Anfang Mai bis Ende Oktober. Der Betreiber war die Gaisbergbahn AG.

Entstehung

Berthold Curant und Carl Peusens planten nicht nur eine Zahnradbahn auf den Schafberg, sondern erhielten auch 1873 die Vorkonzession für den Bau der Gaisbergbahn. Schon 1871 war auf den Rigi in der Schweiz eine Zahnradbahn eröffnet worden, die großes Aufsehen erregte. Aber weder Curant noch Peusens waren die Bauherren der Salzburger Zahnradbahn auf den Gaisberg.

Nach langen Vorbereitungen gelang es 1885 auf Vermittlung des Schweizer Ingenieurs Riggenbach, des Altmeisters der Rigibahn, vielmehr die Berliner Firma Svenderop & Cie[1], die bereits zwei Bahnen in Deutschland errichtet hatte (die Niederwaldbahnen am Rhein) zum Bau in Salzburg zu überzeugen.

Im Juli 1885 suchten der Salzburger Hotelier Joseph Cathrein und die Berliner Firma Svenderop & Cie um die Errichtungskonzession an. Sie hatten das Projekt zusammen mit dem Wiener Ing. Joseph Tauber erstellt. Das k.k. Handelsministerium beauftragte im Juli die Salzburger Landesregierung nach vorheriger Information über die Trassenführung und Stationserrichtungen die Amtshandlungen unter Zuziehung sämtlicher Interessenten ehest vorzunehmen. Mit dieser Amtshandlung war auch die Feststellung des Gegenstandes und Umfanges der im Fall der Konzessionserteilung in Anspruch zu nehmenden Enteignungen verbunden.[2]

Am 24. März 1886 war ihnen dann die Konzession zur Errichtung und zum Betrieb der Bahn erteilt worden.[3]. Mitte Juli 1886 begann man mit den Bauarbeiten unter der Leitung von Ing. Heinrich Schroeder. Schon am 25. Mai 1887 fand die feierliche Eröffnung der Gaisbergbahn statt. Mit dem Ende dieser ersten Saison wurden bereits 40 000 Touristen und 180 Tonnen Gepäck und Güter befördert.

Die Gaisbergbahn erbaute auch das Hotel Gaisbergspitze. Mit der Eröffnung der Gaisbergbahn verschwanden die Sesselträger vom Residenzplatz, die bisher häufig Touristen auf die Gaisbergspitze gebracht hatten.

Technische Daten

Die Gaisbergbahn war eine meterspurige Zahnradbahn (System Riggenbach), nach dem Prinizip der Vitznau-Rigi-Bahn (Schweiz). Die Bauzeit betrug nur wenige Monate. Sie fuhr vom Bahnhof Parsch aus mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h den Berg hinauf und bewältigte dabei Steigungen bis zu 250 ‰.

Die Gaisbergbahn verfügte über fünf Dampflokomotiven mit Kohlefeuerung, wobei die ersten vier von der deutschen Maschinenfabrik Esslingen geliefert wurden und die fünfte von der Lokomotivfabrik Wien-Floridsdorf. Letztere war die erste in Österreich gebaute Zahnradbahn-Lokomotive. Des weiteren verfügte die Bahn über neun Personenwaggons und einige Güterwaggons. Die Lokomotive Nummer 1 befindet sich seit Mai 2016 im Salzburger Freilichtmuseum, wo sie ab August 2016 in der Lokremise zu sehen sein wird.

Stationen

Die Gaisbergbahn besaß folgende Stationen:

Die Stationsgebäude waren für seine Zeit komfortabel ausgestattet. Jedes Stationsgebäude verfügte über ein Büro für den Fahrkartenverkauf und über einen Warteraum für Schlechtwettertage. Vor den Stationsgebäuden befanden sich Tische und Bänke, die bei schönem Wetter zum Sitzen einluden. Jedes Haltestellengebäude verfügte zudem über Sanitäranlagen. Da zu jener Zeit die Bahn auch Post beförderte, besaß jede Station auch einen Postkasten.

Das Bild zeigt das Gaisbergplateau im Jahre 1913. Zu sehen links im Bild ist das Stationsgebäude der Gaisbergbahn, in der Mitte die Villa Pflauder, rechts das 1939 abgebrannte Hotel Gaisbergspitze

Berühmte Persönlichkeiten, die mit dieser Bahn fuhren

Der Erste Weltkrieg und die Folgen für die Bahn

Das Jahr 1914 hatte hoffnungsvoll begonnen, aber mit Kriegsbeginn brach der Verkehr schlagartig ab. Im darauf folgenden Jahr wollte man den Betrieb gar nicht aufnehmen, aber das damalige k.u.k.-Eisenbahnministerium bestand darauf unter dem Hinweis der Betriebspflicht, so dass ab 1. Juli 1915 ein bescheidener Betrieb abgewickelt wurde. Die Jahre 1916 und 1917 waren für die Bahn gar nicht so schlecht. Im Jahr 1918 gab es aber infolge des Ersten Weltkriegs keine Kohle mehr und der Betrieb ruhte bis 1920. Während dieser Zeit wurden lediglich einige Arbeits- und Güterzüge geführt. Der reguläre Betrieb wurde erst im Frühjahr 1921 wieder aufgenommen.

Die Gaisberghöhenstraße - das Ende der Zahnradbahn

Im Mai 1927 feierte man bei der Gaisbergbahn noch das 40-jährige Jubiläum. Man stellte Überlegungen an, die Bahn zu elektrifizieren. Aber gegen Ende des Jahres 1927 kamen dann Pläne für eine neue Höhenstraße auf den Tisch. Die Gaisbergbahn musste daher bereits im März 1928 in Betrieb genommen werden und während der Saison 1928 neben den Personenzügen zahlreiche Güterzüge führen, weil sie den Materialtransport für den Bau der Gaisbergstraße durchführen musste.

Die letzten fahrplanmäßigen Personenzüge der Gaisbergbahn fuhren am 30. Oktober 1928. Die Tageszeitungen erwähnten dies damals nicht, da man seitens der Redaktionen keine Notwendigkeit sah. Am 20. November 1928 wurde dann beschlossen, den Betrieb der Bahn nicht aufrecht zu erhalten, da die Bauarbeiten für die Straße schon sehr weit fortgeschritten waren. Der damalige Landeshauptmann Franz Rehrl fuhr mit seinem Auto Ende 1928 bis auf das Gaisbergplateau hinauf.

Die Gaisbergstraße wurde dann im Jahr 1929 eröffnet und das Busunternehmen Albus eröffnete noch im gleichen Jahr eine Buslinie auf den Gaisberg. Heute ist das die Linie151. Damit war das Ende der Gaisbergbahn endgültig besiegelt. Die Strecke wurde dann 1930 abgebaut. Hierzu musste die Lok Nr. 4 mitsamt einem Güterwagen in Betrieb genommen werden. Alle Lokomotiven wurden mit Ausnahme von Lok Nr. 1 verschrottet und die Waggons teilweise verkauft.

Erinnerungen an die Gaisbergbahn

Die Stationsgebäude Judenbergalm und Zistelalm gibt es heute noch und werden privat bewohnt, während das Stationsgebäude Gaisbergspitze bereits um 1947 herum abgetragen wurde. Beim erstgenannten Stationsgebäude erinnert heute eine Erinnerungstafel an die Gaisbergbahn.

Auf dem Gaisbergplateau befand sich neben dem damaligen Hotel auch das Atelier des Fotografen Friedrich Pflauder, das zugleich auch k.u.k.-Postablage war. Diesem Umstand dürfte es auch zu verdanken sein, dass es noch sehr viele Fotos und Postkarten von der Gaisbergbahn gibt.

Die Bahntrasse ist insbesondere im Bereich der einstigen Bergstrecke immer noch gut erkennbar und als Wanderweg erhalten geblieben. Man kann sogar entlang dieser Trasse immer noch Kilometersteine finden. Bei einigen Kilometersteinen ist sogar noch die Inschrift "GB" für Gaisbergbahn deutlich lesbar!

Der untere Bereich im Stadtteil Parsch hingegen ist mittlerweile sehr dicht besiedelt. Hier erinnert nahezu nichts mehr an die Zahnradbahn. Hier gibt es heute nur noch das Heizhaus in umgebauter Form und das Beamtenwohnhaus, welches einst für die Bediensteten der Gaisbergbahn errichtet wurde.

Eine Wiedererrichtung einer Gaisbergbahn?

In den letzten vergangenen Jahren (Stand 2007) war der Verkehr auf den Gaisberg an manchen Tagen so stark, dass die Straße zeitweise wegen Überlastung gesperrt werden musste. Deswegen wird in jüngster Zeit immer wieder diskutiert, die Gaisbergbahn wieder zu errichten und anschließend die Straße für den Kfz-Verkehr zu sperren. Aber ob das jemals verwirklicht wird, ist fraglich, weil dies mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

Erwähnenswert

Während der gesamten Dienstzeit der Gaisbergbahn gab es keinen einzigen Unfall.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweis

  1. alte Schreibweise für Compagnie = Partner, also das heute gebräuchliche & Co
  2. Quelle ANNO, Wiener Zeitung, Ausgabe vom 3. Juli 1885, Seite 5
  3. Quelle ANNO, Wiener Zeitung, Ausgabe vom 4. April 1886, Seite 7
  4. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 25. September 1888, Seite 3