Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft

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Die Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft ging aus der k. k. Landwirt(h)schafts-Gesellschaft in Salzburg[1] hervor.

Gründung

Vorbilder gab es in Form anderer österreichischer Landwirtschaftsgesellschaften, insbesondere der von Erzherzog Johann schon am 28. März 1819 gegründeten Steiermärkische Landwirtschaftsgesellschaft|k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Steyermark[2] oder der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Oesterreich ob der Enns.

Als Gründungsjahr ist wohl das Jahr 1851[3], allenfalls das Jahr 1850[4] anzusetzen.

Gliederung

Die Gesellschaft war in eine Zentrale und − über das Land verteilte − Filialen wie auch in Sektionen gegliedert, z. B. die Sektion Fischerei und die Sektion für Bienenzucht.

Präsidenten und Vizepräsidenten

Zu den Präsidenten der Gesellschaft gehörten[5]

Auch die Liste der Vizepräsidenten umfasst (damals) klingende Namen:

Tätigkeit

Zu den Aktivitäten der Gesellschaft gehörte die Errichtung der (Ersten) Österreichischen Central-Anstalt für künstliche Fischzucht.[13]

Sie engagierte sich in Gestalt des Naturgeschichteprofessors Josef Nawratil (* 1829; † 1892), der die erste Salzburger Obstbaumschule, die „Landwirtschaftliche Versuchsanstalt Weingartengütl“ und den ersten Salzburger Stadtbienenstand gründete, auch in der Obstbaum- und Bienenzucht.[14]

Auflösung

Die k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft in Salzburg löste sich mit Beschluss vom 14. Dezember 1924 auf.[15] Ihre Nachfolge trat der Salzburger Landeskulturrat (Vorgänger der Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Salzburg) an.[16] Kontinuität bestand an der Spitze der alten und der neuen Vereinigung: Alter und neuer Präsident war Johann Lackner, alter und neuer Vizepräsident Josef Hauthaler.[17]

Eine der Konsequenzen der Auflösung der Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft war die Gründung des Landesvereins für Bienenzucht, der die „Sektion für Bienenzucht" der Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft fortsetzte.[15]

Quellen, Anmerkungen

  1. Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek listet folgende Namensvarianten auf (hier bereits ohne den Beisatz „k. k.“ bzw. „Kaiserlich-Königliche“ wiedergegeben):
    Landwirthschafts-Gesellschaft in Salzburg
    Landwirtschafts-Gesellschaft in Salzburg
    Landwirthschafts-Gesellschaft Salzburg
    Landwirtschafts-Gesellschaft Salzburg
    Landwirthschafts-Gesellschaft für das Herzogthum Salzburg
    Landwirtschafts-Gesellschaft für das Herzogtum Salzburg
    Landwirtschafts-Gesellschaft im Herzogtum Salzburg
    Landwirtschafts-Gesellschaft des Herzogtumes Salzburg
  2. Vgl. die Grundverfassung, Bestätigungsurkunde, und erste Verhandlungen der k.k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Steiermark (Graz 1819); vgl.etwa auch das Hof- und Staats-Handbuch des österreichischen Kaiserthumes 1844, Teil I, S. 276.
  3. Zwar gibt Paffl (Pfaffl, Fritz: Zur Geschichte der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Österreich, in: Der Bayerische Wald 11/1 NF (Juni 1997) S. 3-27 (S. 19)) an, die Gesellschaft sei im Jahr 1863 gegründet worden, doch erschien im Jahr 1862 bereits der 12. Jahrgang der Vereinszeitschrift „Monats-Blatt der k.k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Salzburg“ (vgl. die Literatur- und Quellenangaben des Artikels Zentral-Fischzuchtanstalt).
  4. Damals wurde Salzburg gegenüber Oberösterreich staatsrechtlich verselbständigt, und man kann vermuten, dass dieser Vorgang auf der Ebene der Landwirtschaftsgesellschaften alsbald nachvollzogen wurde.
  5. Voithofer, Richard, „… dem Kaiser Treue und Gehorsam …“ Ein biografisches Handbuch der politischen Eliten in Salzburg 1861 bis 1918. Wien (Verlag Böhlau) 2011. ISBN 978-3-205-78637-5.
  6. Salzburger Volksblatt vom 8. April 1879, S. 2
  7. Salzburger Volksblatt vom 12. Mai 1888, S. 6
  8. Martin, Franz: Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 84. Plaz, in: MGSLK 82/83, 1942/43, S. 55
  9. 9,0 9,1 Salzburger Chronik vom 23. April 1902, S. 5
  10. 10,0 10,1 Linzer Volksblatt vom 2. Juni 1909, S. 4, (Anm.: Galen fälschlicherweise Galler geschrieben)
  11. Salzburger Chronik vom 1. Juni 1909, S. 1
  12. Salzburger Chronik vom 22. Oktober 1913, S. 6
  13. Vgl. den ausführlichen Artikel Zentral-Fischzuchtanstalt.
  14. Siehe den Artikel Josef Nawratil.
  15. 15,0 15,1 Imkerhof Salzburg: Aus den Protokollen des Landesvereins für Bienenzucht.
  16. Diese Aussage stützt sich wesentlich auf § 37 des (Salzburger Landes-)Gesetzes vom 31. Jänner 1924 über den Salzburger Landeskulturrat und dessen Bezirksgenossenschaften, LGBl. Nr. 17/1924, welcher bestimmte: „Der Landeskulturrat kann durch Beschluß der Vollversammlung die Aufgaben und Einrichtungen der Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft übernehmen, wenn eine Generalversammlung dieser Gesellschaft deren Auflösung und die Übertragung ihrer Einrichtungen auf den Landeskulturrat beschließt. Der Landeskulturrat kann auf gleiche Weise die Rechte und Pflichten der aufgelösten Landwirtschaftsgesellschaft übernehmen.
  17. Artikel Johann Lackner (junior) und Josef Hauthaler.