Wirtschaft

2019 erstmals 150 Mio. Tourismus-Nächtigungen in Österreich

Urlaub in Österreich war auch im Vorjahr stark gefragt. Der Tourismus erreichte neue Höchstwerte. Bei den Übernachtungen wurde im Kalenderjahr mit 152,64 Mio. Nächtigungen (plus 1,9 Prozent) erstmals die 150-Millionen-Marke geknackt, zeigen vorläufige Ergebnisse der Statistik Austria. Auch bei den Ankünften gab es einen neuen Rekord. Positiv verlief der Start in die bisherige Wintersaison.

Urlaub in Österreich liegt voll im Trend SN/APA (Symbolbild)/HERBERT NEUBAUE
Urlaub in Österreich liegt voll im Trend

Im Kalenderjahr 2019 stiegen die Übernachtungen sowohl von Gästen aus dem Ausland (plus 2,1 Prozent auf 112,72 Millionen) als auch von Urlaubern aus dem Inland (plus 1,4 Prozent auf 39,93 Millionen), teilte die Statistik Austria am Montag mit. Insgesamt gab es ein Plus von 2,82 Millionen Nächtigungen bzw. 1,9 Prozent.

Die Ankünfte - die Zahl der Gäste in Beherbergungsbetrieben - erhöhten sich um 3,0 Prozent auf einen neuerlichen Höchstwert von 46,18 Millionen. Dabei stieg die Zahl inländischer Gäste um 1,9 Prozent auf 14,31 Millionen, jene ausländischer Gäste um 3,4 Prozent auf 31,87 Millionen.

Spitzenreiter bei den Übernachtungen blieb Tirol mit 49,9 Millionen Nächtigungen, gefolgt von Salzburg (rund 30 Millionen) und Wien (17,6 Millionen). Insgesamt stiegen die Nächtigungszahlen in Österreich um 1,9 Prozent. Den größten Zuwachs gab es im Kalenderjahr 2019 laut vorläufigen Daten der Statistik Austria in Wien mit plus 6,8 Prozent. In Tirol wurden um 0,5 Prozent mehr Nächtigungen registriert, in Salzburg um 1,5 Prozent mehr.

In Kärnten gab es ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 13,4 Millionen Übernachtungen. In der Steiermark stieg die Nächtigungszahl um 1,6 Prozent auf 13,3 Millionen, in Vorarlberg um 0,4 Prozent auf 9,2 Millionen. Überdurchschnittlich zulegen konnten Oberösterreich (plus 4,5 Prozent auf 8,5 Millionen Übernachtungen), Niederösterreich (plus 3,5 Prozent auf 7,7 Millionen) und das Burgenland (plus 3,1 Prozent auf 3,1 Millionen).

Zum Thema, ob immer weiter steigende Nächtigungszahlen den Gästen und Betrieben gut tun, erklärte WKÖ-Branchensprecherin Petra Nocker-Schwarzenbacher, heute im" Ö1-Mittagsjournal" des ORF-Radio, dass es regional große Unterschiede gebe. Die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verwies dabei auf den enormen Zuwachs von 6,8 Prozent in Wien. Die tourismusstarken Bundesländer Salzburg und Tirol seien etwas gewachsen, aber nicht in diesem Ausmaß. Es würden auch nicht immer mehr Betten gebaut, diese Kapazitäten würden besser genutzt. "Saisonverlängerung funktioniert in vielen Bundesländern und das ist eigentlich wahrscheinlich der Schlüssel zum Erfolg.

Die Übernachtungen von Urlaubern aus den wichtigsten Herkunftsländern wiesen ebenfalls Zuwächse auf. Bei Gästen aus Deutschland gab es ein Nächtigungsplus von 0,7 Prozent auf 56,66 Millionen - der Höchstwert wurde im Jahr 1981 mit 66,0 Mio. erreicht. Die Nächtigungszahl aus dem zweitwichtigsten Herkunftsmarkt Niederlande stieg um 3,1 Prozent auf 10,35 Millionen Übernachtungen. Den höchsten prozentuellen Zuwachs wiesen Gästen aus Rumänien mit 8,8 Prozent auf.

Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus China stieg um 5,6 Prozent auf 1,5 Millionen, bei den Ankünften gab es im vergangen Jahr laut Zahlen der Statistik Austria ein Plus von 6,2 Prozent auf 1,03 Millionen.

Das Verkehrsbüro, Österreichs größter Tourismuskonzern, verzeichnete jedoch auch bereits die ersten vereinzelten Stornierungen von Gruppenreisen aus China, nachdem die dortigen Behörden derartige Reisen untersagt haben. In den 25 Verkehrsbüro-Hotels in Österreich, die üblicherweise viele China-Reisegruppen beherbergen, bedeute das entsprechende Ausfälle, so Unternehmenssprecherin Andrea Hansal am Montag zur APA. "Im Jahr 2019 hatten wir 70.000 Ankünfte chinesischer Gäste - vor allem in Wien und Salzburg", sagte Hansal.

In umgekehrter Richtung, von Österreich aus nach China, sei derzeit noch keine Reisezeit, die beginne erst im März. Deshalb seien momentan keine Individualreisenden, sondern lediglich rund hundert Business-Kunden des Verkehrsbüro in China. Die seien bereits vorige Woche informiert worden und würden mit einem Newsletter am Laufenden gehalten.

Weniger Nächtigungen gab es bei Urlaubern aus dem Vereinigten Königreich (minus 3,3 Prozent), der Schweiz und Liechtenstein (minus 0,9 Prozent sowie Russland (minus 1,3 Prozent).

Die meisten Nächtigungen verzeichneten nach wie vor 5/4-Stern-Betriebe mit 54,34 Mio. Übernachtungen (plus 2,7 Prozent). Den höchsten relativen Nächtigungszuwachs gab es in gewerblichen Ferienwohnungen bzw. -häusern mit plus 5,9 Prozent auf 13,81 Millionen.

In die Wintersaison 2019/20 ist der österreichische Tourismus positiv gestartet. In den ersten zwei Monaten November und Dezember wurden 17,40 Millionen Übernachtungen verzeichnet, das waren um 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach einem guten Start im November (plus 1,4 Prozent auf 5,3 Mio. Übernachtungen) sei die Gesamtzunahme in der bisherigen Wintervorsaison auf das überdurchschnittlich gute Dezemberergebnis zurückzuführen, so die Statistik Austria. Die Nächtigungszahl stieg im Dezember um 5,9 Prozent auf 12,10 Millionen, dabei stiegen ausländische Gästenächtigungen um 6,9 Prozent, die Übernachtungen inländischer Gäste nahmen um 2,3 Prozent zu.

Die Tourismusintensität - das Verhältnis Nächtigungen zu Einwohnern - lag im Kalenderjahr 2019 bei 14,4 Nächtigungen (ohne Privatquartiere) je Einwohner. Im EU-Vergleich liege Österreich damit an vierter Stelle, hinter Kroatien (22,4 Nächtigungen je Einwohner) sowie den Inselstaaten Zypern und Malta (20,6 bzw. 19,9 Nächtigungen je Einwohner), teilte die Statistik Austria mit. Im EU-28 Durchschnitt seien es 6,3 Nächtigungen pro Einwohner.

Quelle: APA

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