Österreich

Allianz/SNAM kauft 49 % der OMV-Tochter Gas Connect

Ein Konsortium aus dem italienischen Gasnetz-Betreiber SNAM und den deutschen Allianz Capital Partners übernimmt 49 Prozent der Gas Connect Austria, dem Gaspipeline-Betreiber der OMV. Der Kaufpreis beträgt 601 Mio. Euro. Zudem darf die OMV die komplette Dividendenzahlung der Gas Connect für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 80 Mio. Euro einbehalten. Widerstand kam bis zuletzt von der SPÖ.

Allianz/SNAM kauft 49 % der OMV-Tochter Gas Connect SN/APA (Symbolbild)/ROLAND SCHLAGER

Die Übernahme des Minderheitsanteils an der GCA erfolgt durch eine Gesellschaft, an der die Allianz 60 Prozent hält und die SNAM 40 Prozent Die Transaktion erfolgt rückwirkend per 1. Jänner 2016, der Abschluss wird bis zum Jahresende erwartet.

Widerstand gegen die Pläne des OMV-Chefs Rainer Seele für einen Teilverkauf der Gas Connect gab es vor allem aus der Kanzlerpartei SPÖ. Klubobmann Andreas Schieder verlangte, dass der Verkauf der Gas Connect ans Ausland "mit aller Kraft verhindert werden muss". AK-Präsident Rudolf Kaske warnte gar vor einer Gefährdung der Gasversorgung in Österreich. Auch ÖBB-Aufsichtsratspräsidentin Brigitte Ederer meldete sich wiederholt zu Wort und sprach sich gegen den Teilverkauf der Gas Connect an einen ausländischen Eigentümer aus. Für den Fall des Verkaufs eines Minderheitsanteils forderte Ederer sowie zuvor schon SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter die Verstaatlichung der verbliebenen 51 Prozent.

Auch einem Konsortium des australischen Fonds Macquarie mit der slowakischen EU Stream - hinter der die private tschechische Energiegesellschaft EPH steht - waren zuletzt gute Chancen eingeräumt worden, den Zuschlag für die Gas Connect zu bekommen. Der mögliche Kaufpreis war von Branchenkennern auf 500 bis 600 Mio. Euro geschätzt worden.

Die SNAM handelt nicht mit Gas, sondern ist ein reiner Netzbetreiber (TSO, Transmission System Operator) und hat in Italien einen Marktanteil von 30 Prozent, bei Gasspeichern sogar 90 Prozent.

Die Gas Connect Austria betreibt ein mehr als 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich und beschäftigt rund 260 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten an den Grenzübergangspunkten und für die im Inland benötigten Transportkapazitäten für Erdgas zuständig. Die Absatzmenge beläuft sich auf 152 Mrd. Kubikmeter pro Jahr - in Österreich werden rund 7,9 Mrd. Kubikmeter verbraucht. Über die großen Transitleitungen WAG (West-Austria-Gasleitung), SOL (Süd-Ost-Leitung), HAG (Hungaria-Austria-Gasleitung) und PW (Penta-West-Gasleitung) werden aber auch Deutschland, Frankreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn mitversorgt.

Quelle: APA

Aufgerufen am 14.11.2018 um 04:32 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/allianz-snam-kauft-49-der-omv-tochter-gas-connect-1038412

Schlagzeilen