Wirtschaft

Angeblich Verwerfungen unter Casinos-Austria-Aktionären

Vor der Aufsichtsratssitzung der Casinos Austria am Montag berichtet die Rechercheplattform addendum von angeblichen Verwerfungen unter den Casinos-Austria-Aktionären. Dabei soll es vor allem um den angedachten Verkauf der Casinos International-Tochter (CAI) gehen.

Die Rechercheplattform addendum machte die Verwerfungen publik SN/APA/ROBERT JAEGER
Die Rechercheplattform addendum machte die Verwerfungen publik

Die CAI hatte einige Jahre herbe Verluste eingefahren und den ganzen Konzern in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorgänger des aktuellen Vorstandschefs Alexander Labak, Karl Stoss, hat die Auslandstochter jedoch saniert, jetzt schreibt sie operativ wieder Gewinne. Die CAI hat 32 Spielstätten und 1.600 Mitarbeiter.

Ursprünglich hatte Casinos-Chef Labak, ein Vertrauter des Hauptaktionärs Sazka Group, einen zügigen Verkauf geplant, als Hauptinteressent galt die österreichische Novomatic. Labak hat dem Bericht zufolge eigens Berater an Bord geholt, die den Verkaufsprozess der CAI begleiten sollten. Die Wahl sei auf die Erste Bank und eine Anwaltskanzlei gefallen, wo ein Verwandter von Labak engagiert sei.

Casinos-intern wurden zuletzt dahingehende Beraterkosten von mehr als vier Millionen Euro kolportiert, so addendum. Eine Summe, die ein Sprecher Labaks in aber Abrede stellt: "Die genannte Summe ist weit überhöht und für uns nicht nachvollziehbar." Es sei immer geplant gewesen, zu evaluieren, ob ein Verkauf oder eine Weiterführung der Casinos Austria International sinnvoller wäre. Dass bei der Anwaltskanzlei ein Verwandter Labaks arbeitet, kommentierte der Casinos-Sprecher laut addendum so, dass die beratende Bank habe den Anwalt ausgesucht habe. Labak habe intern sofort klargemacht, dass es eine private Verbindung gebe.

In einem Interview mit dem "Standard" (Wochenende) hatte Sazka-Manager und Casinos-Austria-Vizeaufsichtsratschef Pavel Horak gesagt: "Die CAI-Beteiligung zu halten war ein Fehler, der Verkauf würde Sinn ergeben." Wenn jedoch Finanzministerium bzw. Novomatic dagegen seien, "werden wir nicht darauf bestehen". Die Casinos hätten seit Dezember "eine Handvoll Interessenten" für die CAI. "Der Aufsichtsrat prüft die indikativen Angebote, von denen wir übrigens positiv überrascht sind." addendum schreibt mit Hinweis auf diese Aussagen, dass Horak mit diesen Aussagen die Verschwiegenheitsverpflichtung von Aufsichtsräten ignoriert habe.

Der Republik Österreich gehört über die Staatsholding ÖBIB ein Drittel der Casinos. Die tschechische Sazka-Gruppe ist mit 34 Prozent größte Aktionärin. Novomatic gehören gut 17 Prozent.

Quelle: APA

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