Wirtschaft

Arbeitslosigkeit leicht gefallen, Kurzarbeit angestiegen

Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt in der Coronakrise bleibt weiter sehr angespannt. Die Arbeitslosigkeit ist im Wochenvergleich leicht rückläufig, hingegen ist die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit wieder etwas angestiegen. Rechnet man die Kurzarbeiter und die Menschen ohne Job zusammen, sind knapp 890.000 Personen von der Arbeitsmarktkrise direkt betroffen.

Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit wieder gestiegen SN/APA/BARBARA GINDL
Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit wieder gestiegen

Wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte, gibt es derzeit 433.779 Arbeitslose und Schulungsteilnehmer, um 4.642 weniger als in der Vorwoche. Von den Personen ohne Job sind 385.843 beim AMS arbeitslos gemeldet, in Schulung befinden sich 47.936 Personen. 456.127 Arbeitskräfte sind derzeit in Kurzarbeit, um 1.956 mehr als in der Vorwoche.

Besonders von der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt betroffen sind Jugendliche, jedoch ist auch hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Waren vergangene Woche noch 64.370 Personen unter 25 Jahren arbeitslos oder in Schulung, so sind es mit Stand Dienstag 63.719, um 651 Jugendliche weniger. Nach Branchen betrachtet ist im Tourismus der größte Rückgang bei der registrierten Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, nämlich um 2.519 Arbeitslose weniger als in der Vorwoche.

Bei der Kurzarbeit steigen die Zahlen leicht. Betriebe können noch drei Wochen rückwirkend eine Verlängerung der Kurzarbeit beantragen. Rund 3,7 Mrd. Euro wurden bisher an anspruchsberechtigte Unternehmen ausbezahlt. Rund 60.000 Unternehmen haben damit alle Abrechnungen eingereicht und erhalten.

Die Verlängerung der Kurzarbeit ist laut Arbeitsministerium vor allem in der Warenproduktion, im Handel, sowie in Beherbergung und Gastronomie ein Thema. Derzeit befinden sich in der Warenproduktion 190.552 Personen in Kurzarbeit, im Handel 66.598 Personen, sowie in der Beherbergung und der Gastronomie 46.525 Personen.

FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch ortet ein "erschreckendes Alarmsignal". Eine positive Entspannung am Arbeitsmarkt sei leider nicht zu erwarten, "daher brauchen wir rasch eine sektorale und temporäre Schließung des Zuzugs in den österreichischen Arbeitsmarkt", fordert sie am Dienstag.

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