Wirtschaft

Einzelhandel nicht euphorisch, aber zufrieden mit Weihnachten

Umsätze liegen inflationsbereinigt etwa auf Vorjahresniveau. Zehn Prozent des Weihnachtsgeschäfts fallen nach dem Heiligen Abend an, ein großer Teil davon entfällt auf Gutscheine.

Das Umsatzplus im Weihnachtshandel zieht sich durch alle Warengruppen.  SN/APA/BARBARA GINDL
Das Umsatzplus im Weihnachtshandel zieht sich durch alle Warengruppen.

Der heimische Einzelhandel ist nicht euphorisch, aber durchaus zufrieden mit dem Verlauf des heurigen Weihnachtsgeschäfts. Mit einem geschätzten Umsatz von 1,54 Mrd. Euro wird der Umsatz im stationären Einzelhandel, also in den Geschäften, voraussichtlich um etwa ein Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres liegen, sagt Roman Seeliger, Vize-Geschäftsführer der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer (WKÖ). Berücksichtigt man auch die auf sehr kleinem Niveau deutlich gestiegenen Online-Umsätze, ergibt sich ein Gesamtplus von 1,5 Prozent.

Das heißt: Inflationsbereinigt werde man wieder auf einem ähnlichen Niveau zu liegen kommen wie im Vorjahr, sagt Seeliger. Das sei "ganz gut in Anbetracht der Tatsache, dass das Weihnachtsgeschäft in einer langen Zeitreihe gesehen tendenziell an Bedeutung verliert."

Am vierten Einkaufssamstag haben die Umsätze zwar nicht ganz das von den Einzelhändlern erwartete Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Seeliger erklärt das mit dem schlechtem Wetter, das etliche Einkaufswillige dann doch vom weihnachtlichen Stadtbummel abgehalten habe. "Aber wir erwarten, dass sie das bis Weihnachten noch nachholen", sagt Seeliger.

Die stärksten Branchen waren im diesjährigen Weihnachtsgeschäft Sport- und Spielwaren mit einem Umsatzplus von vier beziehungsweise drei Prozent. Bei den Spielwaren sei vor allem Konstruktionsspielzeug gefragt gewesen.

Erfahrungsgemäß werden knapp vor Weihnachten vor allem Schmuck, Parfüms, Bücher und auch Drogeriewaren gekauft. Auch Gutscheine und Bargeld spielen dann eine größere Rolle - sie werden aber erst nach Weihnachten wirksam. In die letzten Dezembertage nach dem Heiligen Abend fallen immerhin noch rund zehn Prozent des gesamten Weihnachtsgeschäfts.

Als Weihnachtsgeschäft definiert der Einzelhandel jenes Geschäft, das im Dezember über dem Durchschnitt der übrigen elf Monate liegt. Das heißt: Im Jänner eingelöste Gutschein scheinen in dieser Statistik nicht mehr auf. Die regste Einkaufstätigkeit ist an den Samstagen festzustellen, wobei der letzte Einkaufssamstag in der Regel um 50 Prozent über jenem des ersten zu liegen kommt.

Der Onlinehandel über Internet sei ein Thema, sagt Seeliger. Zu Weihnachten sei der Anteil aber geringer als sonst, "das ist ein sinnlicheres Geschäft". 93 Prozent der Geschenke werden offline gekauft, also im stationären Handel oder auf einem Christkindlmarkt. Das heißt im Umkehrschluss, dass lediglich 7 Prozent der Weihnachtsgeschenke online gekauft werden, besonders Textilien und Datenträger. Als "Wermutstropfen" bezeichnet Seeliger die Tatsache, dass im Onlinebereich der Umsatz bei ausländischen Anbietern mittlerweile höher sei als bei inländischen, das Verhältnis liegt bei 60 zu 40 Prozent zugunsten des ausländischen Online-Handels.

Weihnachten ist für viele Geschäfte und Betriebe die wichtigste Saison des Jahres. Insgesamt verzeichnet der Einzelhandel fast ein Fünftel seines Jahresumsatzes in den Monaten November und Dezember. Der Anteil einzelner Branchen wie der Buchhandel oder Spielwarenhandel liegen mit rund einem Viertel der Jahresumsätze sogar noch darüber.


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