Wirtschaft

Kroatien sucht bilaterale Lösungen für ausländische Urlauber

Kroatien will die Sommersaison retten. Mit dem Nachbarland Slowenien wird die Ende Mai eine Grenzöffnung angestrebt. Gespräche gibt es auch mit Österreich, Tschechien, Ungarn und Deutschland.

Urlaub in Kroatien ist beliebt. SN/birgitta schörghofer
Urlaub in Kroatien ist beliebt.

Kroatien sucht weiterhin nach Lösungen, um die diesjährige Tourismussaison trotz der Coronakrise zu retten. Zusätzlich zum Reiseprotokoll auf EU-Ebene werden laut dem Tourismusminister Gari Cappelli bilaterale Vereinbarungen angestrebt. Dazu gibt es bereits Gespräche mit einigen Ländern, darunter auch Österreich. Die Grenze zum Nachbarland Slowenien könnte so bis Ende Mai geöffnet werden.

Mit Slowenien möchte man in den nächsten zwei Wochen eine Lösung vereinbaren, um bis Ende Mai die Grenze zu öffnen, sagte Cappelli am Dienstagabend im kroatischen Staatsfernsehen HRT. Wie er betonte, werde bei der Entscheidung die epidemiologische Situation in den beiden Ländern entscheidend sein. Der Minister machte die Ankündigung vor einem Treffen mit dem slowenischen Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek, mit dem er heute, Mittwoch, in Zagreb zusammentraf.

Der slowenische Minister bestätigte über Twitter, dass man Gespräche über ein Protokoll zur Grenzöffnung führte - in erster Linie für jene slowenische Bürger, die in Kroatien Ferienhäuser besitzen. "Das gemeinsame Ziel ist es, dies spätestens bis Ende Mai zu ermöglichen, freilich unter der Voraussetzung, dass die epidemiologische Lage weiterhin gut bleibt", schrieb der slowenischen Minister auf dem Kurznachrichtendienst. Rund 110.000 Slowenen besitzen Ferienhäuser in dem Nachbarland. Die Slowenen lagen im Vorjahr nach Gästeankünften auf dem zweiten Platz unter ausländischen Touristen - hinter den Deutschen und vor Österreichern.

Ähnliche bilaterale Protokolle für Urlauber sollen laut Cappelli auch mit anderen Ländern vereinbart werden. Wie der Minister im Fernsehen hinzufügte, hat der kroatische Regierungschef Andrej Plankovic dazu bereits mit seinen Amtskollegen aus Österreich und Ungarn gesprochen, seit Tagen werden Gespräche auch mit Tschechien geführt. "Es wird offen und bilateral gesprochen", sagte Cappelli im Fernsehen. Aktuell sind kroatische Grenzen bis zum 18. Mai für Personenverkehr mit einigen Ausnahmen geschlossen. Einreisende werden zu einer 14-tägigen Selbstisolation verpflichtet.

Plenkovic gab vergangene Woche via Twitter bekannt, dass er vor dem EU-Videogipfel über die Grenzöffnung für Urlauber getrennt mit Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie mit Regierungschefs von Slowenien (Janez Jansa), Ungarn (Viktor Orban) und Deutschland (Angela Merkel) gesprochen hat. Schon vor knapp zwei Wochen vereinbarte Plenkovic mit seinem tschechischen Amtskollegen Andrej Babis, dass die Tourismusminister beider Länder ein vertretbares Modell für die Anreise tschechischer Touristen vorbereiten sollen.

Das Tourismus stellt in Kroatien fast ein Fünftel des Bruttoinlandprodukts (BIP). Nach dem vorjährigen Rekordjahr wird heuer wegen der Coronapandemie ein schwerer Einbruch erwartet. Laut Cappelli könnte man heuer, wenn bilaterale Absprachen umgesetzt werden, etwa 30 Prozent des vorjährigen Umsatzes erreichen. Die Einnahmen von ausländischen Touristen lagen im Vorjahr laut Medienberichten über 10,5 Mrd. Euro.

Quelle: APA

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