Wirtschaft

Lkw-Lehre könnte wegen Arbeitskräftemangel verkürzt werden

Der Fachkräftemangel stellt in der Wirtschaft, insbesondere im Verkehrsbereich eine der größten Herausforderungen dar. Mit einem neuen Modell, ähnlich dem "L17" beim Pkw-Führerschein soll jungen Menschen der Lehrberuf Lastwagenfahrer schmackhafter gemacht werden, sagte der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer, Alexander Klacska am Montag bei einer Pressekonferenz.

Der Branche droht die Überalterung SN/APA/HARALD SCHNEIDER
Der Branche droht die Überalterung

3 von 10 Unternehmen in der Mobilitätswirtschaft gaben im Konjunkturtest der Wirtschaftskammer (WKÖ) für das dritte Quartal 2019 an, aufgrund von Arbeitskräftemangel in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu sein. Im Eisenbahnbereich liegt dieser Wert bei 90 Prozent. Laut Klacska sind 40 Prozent der derzeitigen Mitarbeiter über 50 Jahre, in den nächsten 10 Jahren werden 25 Prozent der Angestellten in Pension gehen. Ein Lösungsansatz sei das "Lkw 17-Modell" für angehende Berufskraftfahrer in der Güterbeförderung: "Nach der theoretischen Fahrschulausbildung und praktischen Fahrstunden soll der angehende Lenker Praxiserfahrung im begleiteten Fahren mit einem Ausbildner sammeln. Danach wird die praktische Fahrprüfung abgelegt und der Lenker darf ab 17 Jahren in Österreich selbstständig das Fahrzeug lenken", stellte Klacska das Modell vor. Durch Modernisierung und Priorisierung der Inhalte soll der Lehrberuf Berufskraftfahrer-Güterbeförderung auf 2 Jahre verkürzt werden.

Hinsichtlich Klimaschutz sprach sich Klacska eindeutig gegen eine CO2-Steuer aus, da "man für ein 40 Tonnen schweres Gefährt aufgrund verschiedenster Steuern wie der Mineralölsteuer, der Kraftfahrzeugsteuer, der motorbezogenen Steuer und der Maut bereits rund 55.000 Euro zahlt." Als Vorschläge für eine Reduktion der CO2-Emissionen nannte Klacska eine technologieneutrale Förderung von CO2-armen Kraftstoffen und alternativen Antrieben, die Unternehmen Planungssicherheit bringe. Des weiteren müsste Umwegverkehr durch bundesweite Koordinierung von Lkw-Fahrverboten vermieden werden. "Anstelle der Erhöhung der Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen sollte man eher über eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeiten für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (LNF) auf Autobahnen und im Freiland nachdenken", sagte Klacska.

Eine weitere Möglichkeit sieht der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Digitalisierung des Verkehrs. Es müsse möglich gemacht werden, dass die verschiedenen Verkehrsdaten auch den betroffenen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, um mit den Fahrern zu kommunizieren und eine bessere Planung zu ermöglichen. 

Der Konjunkturtest Transport und Verkehr für das dritte Quartal zeigt unter den 147 befragten Unternehmen der Verkehrsbranche ein neutrales bis leicht positives Gesamtbild. Im Vergleich zu den vergangenen Quartalen gingen die meisten Werte zurück, verbleiben aber im positiven Bereich. So wird die Nachfrage in den vergangenen drei Monaten, gleich wie im Frühjahr, positiv eingeschätzt. Hinsichtlich der Geschäftslage ist ein kontinuierlicher Rückgang ersichtlich. Die breite Mehrheit ist mit genügend Aufträgen bestückt. 

Quelle: APA

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