Wirtschaft

XXXLutz signalisiert Interesse an Übernahme von Kika/Leiner

XXXLutz hat gegenüber der APA "grundsätzliches Interesse" an einer etwaigen Übernahme des strudelnden Konkurrenten Kika/Leiner angemeldet. Zuvor hatte der Chef der Bundeswettbewerbsbehörde, Theodor Thanner, im Ö1-Radio einen Notverkauf unter Auflagen an Lutz für möglich erklärt. "Wenn sich eine Möglichkeit auftut, wären wir da", sagte XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger zur APA.

Die Zukunft von KIKA/Leiner ist derzeit offen SN/APA/HANS PUNZ
Die Zukunft von KIKA/Leiner ist derzeit offen

Wie XXXLutz Thanner verstehe, gebe es Möglichkeiten und man würde dabei gerne "Partner sein" - wie groß auch immer jene Teile seien, die man möglicherweise übernehmen könnte. "Wir sind jedenfalls bereit, in Gespräche zu treten", so Saliger. Er verwies darauf, dass Lutz auch in Deutschland manche Händler übernommen habe, die ins Straucheln geraten seien.

Lutz würden nicht nur die Kika/Leiner-Mitarbeiter am Herzen liegen, sondern auch die Branche an sich: "Wenn es in der Branche Verunsicherung für die Konsumenten gibt, ist das für uns nicht nur gut", so der XXXLutz-Sprecher, der allerdings auch davon sprach, dass sein Unternehmen seit der Probleme beim Konkurrenten im Jänner stärker geworden sei.

Lutz ist mit seinen drei Marken XXXLutz, Mömax und Möbelix die Nummer 1 am heimischen Möbelmarkt und hatte zuletzt einen Marktanteil von rund einem Drittel. Der Anteil von Kika/Leiner lag vor Beginn der Turbulenzen bei rund 24 Prozent, gefolgt von Ikea mit 16 Prozent.

Der Ausfall der Warenkreditversicherung für den Kika/Leiner-Mutterkonzern Steinhoff hat die heimische Möbelkette mit mehr als 5.000 Mitarbeitern stark unter Druck gesetzt. Am vergangenen Freitag hatten Kreditversicherer entschieden, etwaige Forderungsausfälle für Steinhoff-Lieferanten weltweit nicht mehr abzusichern. Lieferanten haben Kika/Leiner nun eine Schonfrist bis Ende der Woche Zeit gegeben, um eine Lösung zu finden.

Die südafrikanisch-deutsche Einzelhandelsgruppe Steinhoff hatte im vergangenen Dezember Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen eingeräumt. Daraufhin verlor das Unternehmen bis zu 90 Prozent des Börsenwerts und kämpft seitdem ums finanzielle Überleben.

Die aktuelle Situation sorgt bei den rund 5.000 Beschäftigten für große Verunsicherung. "Viele Kolleginnen und Kollegen machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz", so Kika-Betriebsratsvorsitzende Sonja Karner zur APA. Karner hofft, dass die Auszahlung der Gehälter und des im Juni anstehenden Urlaubsgeldes nicht gefährdet sind. "Wir gehen davon aus, dass die Geschäftsführung uns zeitnah über alle weiteren Entwicklungen informiert."

Aus informierten Kreisen hieß es gegenüber der APA, dass beurteilende Stellen derzeit keine Kreditempfehlung für Darlehen an Kika/Leiner geben. Es wird demnach auf die derzeit laufenden Gespräche des Unternehmens mit finanzierenden Stellen verwiesen - und dabei bleibe die Entwicklung abzuwarten.

Quelle: APA

Aufgerufen am 14.08.2018 um 03:18 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/xxxlutz-signalisiert-interesse-an-uebernahme-von-kika-leiner-28822870

Kommentare

Schlagzeilen