Wirtschaft

ESA-Chef: Europa muss bei kommerzieller Raumfahrt mitmischen

Europa darf aus Sicht von Josef Aschbacher, dem Chef der Europäischen Weltraumagentur (ESA), den Anschluss bei der kommerziellen Raumfahrt nicht verlieren. "Wir müssen uns positionieren auch im kommerziellen Segment", sagte er am Mittwoch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (ILA). Ansonsten sei langfristig der europäische Zugang ins All gefährdet.

ESA-Chef Aschbacher sieht dringenden Nachholbedarf für Europa SN/APA/dpa/Wolfgang Kumm
ESA-Chef Aschbacher sieht dringenden Nachholbedarf für Europa

Die Zahl und die Bedeutung privater Raumstationen würden zunehmen. Dort stünden ökonomische Interessen im Vordergrund und keine wissenschaftlichen. "Die Frage ist: Will Europa ein kleines Zimmer in einem Hotel mieten, irgendwo am Rande, und seine Forschung machen, während nebenan Party ist?", sagte Aschbacher. Die ESA habe daher ein eigenes Direktorat aufgebaut, das sich mit der Kommerzialisierung im Weltraum befasse. Europa habe dringenden Nachholbedarf.

"Weltraum ist eine Ressource", ergänzte am Mittwoch auf der ILA der vor wenigen Wochen zur Erde zurückgekehrte Astronaut Matthias Maurer. "Eine Ressource, die in der nächsten Generation den Markt bestimmen wird, und wir als Europa, wir müssen da teilnehmen und in der ersten Liga mitspielen."

Aschbacher sprach sich in diesem Kontext zudem für mehr Regulierung bei der Nutzung des Weltraums aus. Regularien müssten Fragen wie Weltraumschrott ebenso umfassen wie das Thema Zugang zum All. "Der kommerzielle Sektor ist mit immer mehr Satelliten der Treiber der Bevölkerung des Weltraums", betonte er. In den vergangenen zwei Jahren seien genauso viele Satelliten ins All geschossen worden wie insgesamt seit 1957. "Die Aufsichtsbehörden, die meisten davon auf UN-Level, halten mit dieser Realität noch nicht mit."

Es brauche Übereinkünfte mit allen beteiligten Nationen und Unternehmen. Das Forum dafür blieben die Vereinten Nationen (UN).

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