Wirtschaft

Spekulationen über Geldprobleme bei Airline Adria Airways

In Slowenien werden Spekulationen laut, dass die finanziellen Probleme bei der Fluggesellschaft Adria Airways, die seit 2016 dem deutschen Investmentfonds 4K gehört, immer größer werden. Grund dafür sind jüngste Medienberichte, wonach Adria bei der slowenischen Regierung um Hilfe angefragt haben soll. Adria hat die Berichte dementiert.

Adria-Airways-Chef Holger Kowarsch soll vergangene Woche bei einem Treffen mit dem slowenischen Regierungschef Marjan Sarec die Erwartung ausgedrückt haben, dass der slowenische Staat Adria unter die Arme greift, berichteten das Nachrichtenportal Siol.net und das öffentlich-rechtliche Fernsehen TVS mit Bezug auf ein Protokoll des Treffens, das ihnen vorliege.

Andernfalls soll der Adria-Chef laut Medien angekündigt haben, das Geschäft dichtmachen und mehrere hundert Mitarbeiter kündigen zu müssen. In diesem Kontext soll er auch darauf hingewiesen haben, dass Slowenien in diesem Fall ohne Flugverbindungen bleiben würde. Der Premier soll laut Siol.net die Forderungen abgelehnt haben: die Flugverbindungen nach Slowenien könnten mit oder ohne Adria sichergestellt werden, lautete dem Bericht zufolge die Antwort.

Die Fluggesellschaft hat in einer Mitteilung die Medienberichte bestritten. "Adria Airways weist alle Angaben über die Suche nach staatlicher Hilfe schärfstens zurück", hieß es. Bei dem Treffen, das auf Initiative von Adria stattgefunden hat, seien dem Premier die aktuelle Geschäftslage bei Adria und ihre Zukunftspläne vorgestellt worden, außerdem habe man über eine mögliche aktivere Zusammenarbeit mit Blick auf den bevorstehenden slowenischen EU-Ratsvorsitz gesprochen, so das Unternehmen. Kowarsch betonnte am Mittwochabend gegenüber TVS, es habe sich lediglich um ein Kennenlern-Treffen gehandelt.

Trotz Privatisierung kommt Adria Airways, die schon zuvor mit großen Liquiditätsproblemen kämpfte, offenbar nicht aus den Schwierigkeiten heraus. Im Jahr 2017 verzeichnete sie einen Verlust von 5,4 Mio. Euro, die Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor, in den Medien wird über ein erhebliches Minus spekuliert.

Im Vorjahr drohte Adria Airways, dass ihr wegen Liquiditätsproblemen die Fluglizenz entzogen wird. Zu Jahresende rettete sich das Unternehmen mit einer Kapitalaufstockung in der Höhe von vier Mio. Euro. Eine weitere Kapitalerhöhung über zehn Mio. Euro fiel allerdings aus, nachdem eine geplante Partnerschaft mit dem russischen Flugzeugbauer Suchoi geplatzt ist. Der russische Partner sollte nicht nur neue Flugzeuge, sondern Berichten zufolge auch frisches Kapital zur Verfügung stellen. Heuer im April ist der Deal geplatzt.

Adria kämpft seit einiger Zeit auch mit der Unzufriedenheit der Kunden, die sich wegen Verspätungen und ausgefallenen Flügen beschweren. Das hat sich auf ihren Ruf ausgewirkt: Im Ranking der Kundenzufriedenheit für 2019 nahm Adria den 63. Platz unter insgesamt 72 Fluglinien ein, die vom Flugrechte-Portal Airhelp auf Pünktlichkeit, Servicequalität und den Umgang mit Entschädigungsforderungen untersucht wurden.

Quelle: APA

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