Wahlkampfhelferaus dem Computer

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Bits und Bites Thomas Hofbauer
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Ein Cartoon aus dem "New Yorker" von 1993: Ein Hund sitzt am Computer, daneben ein zweiter. Dem erklärt er: "Das Gute am Internet ist, dass niemand merkt, dass man ein Hund ist." Bei der Diskussion um Social Bots kommt dieser Cartoon wieder ins Bewusstsein. Social Bots sind Software-Roboter, die in sozialen Netzwerken massenhaft Nachrichten zu bestimmten Inhalten posten und so Meinungen und Trends beeinflussen sollen.

Ob diese Beeinflussung tatsächlich gelingt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Eine Täuschung der Öffentlichkeit sei es aber allemal, meint der Kommunikationswissenschafter André Haller von der Universität Bamberg. Besonders problematisch seien Bot-Armeen, wenn sie durch sehr viele automatisierte Nachrichten zu einem Thema einen falschen Trend vorgäben. Nutzer könnten so den Eindruck bekommen, dass ein bestimmtes Thema politisch wichtiger ist. Strafrechtlich gibt es gegen derartige Umtriebe wenige Mittel. Ihre Verwendung ist vielmehr ein Thema der Ethik.

Wie erkennt man einen Social Bot? Die sind inzwischen ja so gut im Imitieren von menschlichem Verhalten, dass sie nur schwer ausfindig gemacht werden können. Ein paar Anhaltspunkte gibt es dennoch:

Social Bots reagieren auf Reizwörter in einer Diskussion. Fällt ein bestimmter Begriff, schießen sie ihre Parolen los. Sie gehen in der Diskussion wenig auf die Argumente anderer ein, sondern wollen ihre Standpunkte loswerden. Sie reden andere nieder und an ihnen vorbei.

Kommt Ihnen bekannt vor? Vielleicht haben Social Bots ja auch etwas Gutes und so mancher Politiker überdenkt sein Verhalten, um in Zukunft nicht mit einem Social Bot verwechselt zu werden.

Aufgerufen am 22.09.2018 um 09:25 auf https://www.sn.at/kolumne/bits-und-bites/wahlkampfhelferaus-dem-computer-837610

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