Wer holt uns den Kopf aus den Wolken?

In der Cloud sind wir, seit das Smartphone unser stetiger Begleiter ist. Es lässt uns den Kopf in die Datenwolken stecken. Doch da oben ist es zugig und es bläst manchem durchs Gehirn - mehr als seinem zarten Verstand guttut.

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Bits und Bites Thomas Hofbauer
Wer holt uns den Kopf aus den Wolken? SN/fotolia sergey nivens
Wer holt uns den Kopf aus den Wolken?

Um Autofahrer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, hat daher einer der weltgrößten Autohersteller zusammen mit einer Raststättenkette eine innovative App entwickelt. Leider ist sie derzeit nur in Irland verfügbar. Sie belohnt Autolenker, wenn sie beim Fahren nicht telefonieren, SMS schreiben oder Selfies knipsen. Dazu muss das Handy während der ganzen Fahrt mit dem Display nach unten im Fahrzeug liegen. Wer diese Herausforderung schafft, wird mit Getränkegutscheinen belohnt.

Endlich ein innovativer Ansatz, der auch auf andere Lebenslagen übertragbar ist.

Theater- und Konzertveranstalter könnten Besucher dafür entschädigen, dass sie während der Darbietungen nicht telefonieren. Mit uneingeschränktem Kunstgenuss zum Beispiel. Den gibt es auch für den Verzicht aufs SMS-Schreiben und dafür, dass sie das Handy während der Darbietung auf lautlos stellen.

Eine andere App könnte junge Eltern dazu animieren, am Spielplatz ihre Aufmerksamkeit den eigenen Kindern zu schenken. Und nicht den WhatsApp- und Facebook-Freunden. Als Belohnung winkt nicht nur ein fröhlich lachendes Kind, sondern auch eine intakte Eltern-Kind-Beziehung.

Und in der Urlaubszeit könnten Tourismusverbände mit einer Echt-Erlebens-App Besucher vom dauernden Selfie-Knipsen abhalten, indem sie ihnen das ultimative authentische Erleben und die Gewissheit versprechen, auch wirklich am fotografierten Ort gewesen zu sein.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 11:09 auf https://www.sn.at/kolumne/bits-und-bites/wer-holt-uns-den-kopf-aus-den-wolken-23102662

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