Ein Käfig voller harter und brutaler Männer

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Durchgeschaut Martin Behr
Sean Wallace, gespielt von Joe Cole (Bildmitte), will den Mord an seinem Vater rächen. SN/sky uk limited
Sean Wallace, gespielt von Joe Cole (Bildmitte), will den Mord an seinem Vater rächen.

Der Himmel ist auf dem Boden, die Häuser schweben. Verkehrte Welt? Nur die Perspektive eines Bedauernswerten, der kopfüber von einem Wolkenkratzer hängt und in Bälde zu einer lebenden Fackel wird: Bestrafung im Mafia-Milieu. Willkommen in der gewaltdominierten, blutigen Unterwelt von London. Das neue Sky-Original "Gangs of London" ist kein Stoff für Zartbesaitete, der multinationale Bandenkrieg in der britischen Hauptstadt wird mit viel Brutalität und Augenmerk auf Kampf- und Folterszenen geschildert. Nach der Ermordung des berüchtigten Mafia-Bosses Finn Wallace geht sein Sohn und Nachfolger Sean (Joe Cole) auf Mördersuche. Der ungestüme Neo-Anführer wird dabei von Elliot Finch (Sope Dirisu) unterstützt, der allerdings in Wahrheit andere Ziele verfolgt. "Der Frieden interessiert mich nicht", sagt Sean Wallace in einer Pause zwischen den rasant choreografierten Actionszenen (Regisseur: Gareth Evans). In Erinnerung bleibt eine Keilerei im Pub, bei der harmlose Aschenbecher und Dartpfeile zu gefährlichen Waffen werden. Vom irischen Kingpin über die Albaner-Mafia bis zum pakistanischen Drogenkartell: "Gangs of London" widmet sich den Begehrlichkeiten im Milieu des organisierten Verbrechens; was noch mitschwingt, ist ein dunkles Familiendrama mit den aus Mafiafilmen bekannten Ehrbegriffen und Ritualen. "Ich wünschte, ich müsste es nicht tun. Aber es muss sein. Es dient dem Wohl der Familie", heißt es einmal, bevor einem verletzten Clan-Mitglied die Pulsadern aufgeschnitten werden.

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