Bitte, nehmt Donald Trump den Fernseher weg!

Eltern fürchten Einflüsse des Fernsehens auf ihre Kinder. Die Auswirkungen auf erwachsene Politiker sind aber viel schlimmer.

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HEVI Viktor Hermann

Die Geschichte mit dem nie stattgefundenen Terroranschlag in Schweden, den Donald Trump herbeifantasiert hat, macht nachdenklich, sehr nachdenklich. Der Mann hatte seine Falschinformation von einem Fernsehsender, der schon in der Vergangenheit dadurch auffiel, dass er die amerikanische Innenpolitik ausschließlich durch die republikanische Brille sieht. Jetzt wissen wir, dass die Leute von Fox TV sich jene Wirklichkeit zusammenbasteln, die ihnen gerade in den propagandistischen Kram passt. So zum Beispiel in der Reportage, auf die Trump sich bezog, als er von einem Anschlag in Schweden sprach, den es nie gegeben hat. Fox hat zwei Polizisten interviewt, und hinterher andere Fragen zu den Antworten montiert. Ein klassischer Fall von "alternative facts".

Nicht weniger muss uns alle beunruhigen, dass der US-Präsident seinen Unsinn hinterher damit erklärte, dass er ja nur wiedergegeben habe, was Fox TV berichtet habe. Er hat also eine TV-Reportage für pure Tatsache gehalten, ohne zum Beispiel seine Nachrichtendienste zu fragen, was sie vom Fox-TV-Bericht halten.

Der Mann hat sichtlich ein Faible für reißerische Storys und reagiert auf sie, als wären sie harte Realität. Stellen wir uns einmal vor, Trumps zehnjähriger Sohn Barron sitzt gerade im Kinderzimmer im Weißen Haus und schaut fern. Es läuft gerade "Men in Black", ein satirischer Film, in dem unzählige Aliens als Weltraumflüchtlinge auf der Erde Asyl gefunden haben. Stellen wir uns vor, Donald Trump ist von der Handlung derart fasziniert, dass ihm - wie so oft - Wirklichkeit und Fiktion durch einandergeraten. Er würde sofort die Armee mobilisieren, den Nationalen Sicherheitsrat einberufen und die Jagd auf all diese "illegal aliens" eröffnen. Außerdem würde er die Chefs von FBI, CIA, NSA und aller anderen Dienste feuern, weil sie dem amerikanischen Volk diese Bedrohung nicht schon längst gemeldet hätten. Er würde sofort mit dem Bau einer Mauer beginnen, die den ganzen Erdball umschließt, um zu verhindern, dass auch nur ein einziger weiterer Alien auf der Erde landen kann. Und die Rechnung für diese Mauer würde er sicher an den "Galaktischen Senat" auf dem Planeten "Coruscant" schicken. Die Zustellung der Faktura wäre weitaus einfacher, sagte irgendjemand dem armen Donald Trump, dass all das nur in den "Star Wars"-Filmen vorkommt. Rechnungsadresse Hollywood wäre genug.

Es gäbe noch eine ganze Reihe von Filmen, die den US-Präsidenten zu einer überschießenden Reaktion verleiten könnten. Wenn also der Sicherheitsberater im Weißen Haus der Welt einen Gefallen tun will, dann schafft er eiligst alle Fernseher und ähnliche Geräte aus dem Weißen Haus weg.

Aufgerufen am 21.11.2018 um 02:56 auf https://www.sn.at/kolumne/hevi/bitte-nehmt-donald-trump-den-fernseher-weg-352366

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