Wie man den Frühling ins Haus holt

Ob Krokusse, Narzissen, Primeln oder Glücksklee: Die Frühlingsblüher symbolisieren einen Neubeginn.

Mein Garten

Silvester und Neujahr bilden den traditionellen Start für den Verkauf von vorgetriebenen Frühlingsblühern: Hyazinthen, Krokusse, Narzissen und kleine Tulpen, die allesamt normalerweise zum Ende des Winters im Garten zu blühen beginnen, werden nun in Töpfen angeboten. Dazu die ersten Primeln und natürlich der Glücksklee. Sie alle sind das Symbol für einen Neubeginn und eine blühende Zukunft.

Tradition war es früher auch, die Hyazinthen auf Gläsern vorzuziehen. Besonders lange halten alle diese Frühjahrsblüher, wenn man sie in einem kühlen Raum aufstellt. In Wintergärten, Vorhäusern oder auch in einem Stiegenhaus halten sie wochenlang und verströmen dort ihren Duft. Der kann in den Wohnräumen - vor allem von den Hyazinthen - oft auch zu intensiv sein.

Auch wenn Natur und Garten ruhen, sollte man dennoch dann und wann durch den Garten gehen. Bei starkem Schneefall die Gehölze abschütteln - vor allem die Immergrünen, wie Rhododendren oder Kirschlorbeer, erleiden bei viel Neuschnee Schäden durch Astbruch. Treten starke Kahlfröste auf, sollte man die Erde mit Reisig bedecken (eventuell gleich vom Christbaum, den man nun bald wieder beseitigt). So werden die Frühjahrsblüher, die schon ausgetrieben haben, geschützt.

Im Winterquartier sollte man die Kübel- und Balkonpflanzen dann und wann gießen. Immer wieder auf Schädlinge kontrollieren und mit Rapsölpräparaten bzw. Neemöl-Spritzmitteln behandeln. Zimmerpflanzen leiden derzeit vor allem unter dem Lichtmangel.

Daher Vorhänge tagsüber öffnen und möglichst alle Töpfe nahe ans Fenster stellen. Oft muss man nun mehr gießen als im Sommer, denn die Heizungsluft trocknet die Erde rasch aus. Düngen nur alle 14 Tage mit halber Menge, denn wenn das Licht fehlt, gibt es auch kein Wachstum.

Mittlerweile ist es auch eine schöne Tradition, dass Organisationen, Vereine und Institutionen Pflanzen für das kommende Jahr vor den Vorhang holen. So ist die Große Brennnessel zur Heilpflanze des Jahres 2022 gekürt worden; der Mais zum Gemüse, der Mönchspfeffer zur Arzneipflanze und - man höre und staune - die Kartoffel zur Giftpflanze des Jahres. Bei Letzterer will man darauf hinweisen, wie problemlos es ist, mit wenigen Grundkenntnissen mit Giftpflanzen in Haus und Garten zu leben. Bei den Erdäpfeln sind freilich nur alle grünen Teile giftig.

Als Baum des Jahres ist die Rotbuche gekürt worden. Gleich zwei Schattenpflanzen kamen "aufs Stockerl": Das Japanische Berggras (Hakonechloa macra) ist robust, Sommer wie Winter attraktiv, bildet dichte Matten und wächst auch im trockenen Halbschatten. Als Blume des Jahres wurde die Einbeere (Paris quadrifolia) gewählt. Sie ist gut 40 Zentimeter hoch, wächst ebenfalls im Schatten in Wäldern und bildet pro Pflanze nur eine Beere. Sie vermehrt sich vor allem durch Ausläufer und bildet pro Jahr nur eine Beere. Sie ist giftig, aber Nahrungsquelle für Vögel in naturnahen Wäldern.

Als Streuobst, dem man im kommenden Jahr besondere Aufmerksamkeit schenken sollte, wurden die Ersinger Frühzwetschke, der Friedberger Bohnapfel und der Böhmische Rosenapfel ausgewählt.

Und weil Farbe im Garten wichtig ist, gibt's auch eine Trendfarbe für 2022. Es ist "Genuine Pink", ein Pastellrosa - die Farbkombination aus Orange, Lachs, Pfirsich und Koralle. Sie ist "vielseitig, geschlechtsneutral" und unterstreiche die Gleichberechtigung.

Aufgerufen am 17.01.2022 um 09:02 auf https://www.sn.at/kolumne/mein-garten/wie-man-den-fruehling-ins-haus-holt-114665941

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