831 Gramm Lebenswille

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Meine Heldin Teresa Kaiser-Schaffer

Vor acht Jahren kam meine Heldin, unsere Tochter, 95 Tage vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Die Umstände waren alles andere als das, was man sich als Mutter für sein Kind wünscht. Und es war aus medizinischer Sicht nicht klar, ob sie überlebt. Sie war so winzig und zerbrechlich. Es dauerte über eine Woche, bis mir dieses klitzekleine Bündel Mensch erstmals auf den Bauch gelegt wurde. Nach 63 Tagen konnten wir sie endlich zu uns nach Hause holen und von da an unser Familienglück zu viert genießen.

In diesen sehr fordernden Tagen hat meine Tochter uns Eltern nie daran zweifeln lassen, dass sie es schafft. Getrieben von einer einzigartigen Willenskraft hat sie um ihr Leben gekämpft. Heute ist sie eine aufgeweckte Schülerin und ein besonders liebenswerter Mensch.

Wir stellten uns in der schweren Anfangszeit oft die Frage: Warum? Eine Antwort für mich ist, dass wir genau solche Helden brauchen, die trotz ihrer Winzigkeit an Stärke nicht zu überbieten sind. Wir brauchen Vorbilder, die uns aufzeigen, dass es sich lohnt, für das einzig wirklich Bedeutsame zu kämpfen: das Leben. Und genau daran erinnert mich unsere Tochter auch heute immer wieder.

Aufgerufen am 16.10.2019 um 02:06 auf https://www.sn.at/kolumne/meine-heldin/831-gramm-lebenswille-67888303

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