Olympischer Goldregen für Österreich

Eine geniale Strategie, um endlich auch bei den Sommerspielen erfolgreich zu sein.

Querschläger | Alltagsleben in Salzburg SN

Bei den Spielen in London 2012 hielten sich unsere Sportler streng ans olympische Motto "Dabeisein ist alles" und überließen die Medaillen selbstlos den anderen Nationen. Deshalb machte sich die alpenländische Sportfunktionärselite unter der Leitung von ÖSV-Zampano Peter Schröcksnadel ans Werk und bewirkte durch den ausgeklügelten Einsatz von läppischen 20 Millionen Euro die unglaubliche Ausbeute von einer Bronzemedaille in Rio 2016. Das ist eine Steigerung um mindestens hundert Prozent.

Aber auch dieser sensationelle Erfolg ist den sportpatriotischen Unkenrufern nicht genug, sie fordern mehr, fordern Gold. Deshalb sollen ab sofort nur mehr jene Sportarten gefördert werden, bei denen wir eine Chance auf Medaillen haben - also Disziplinen, bei denen möglichst wenige andere mitmachen. Die Richtung stimmt, ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen.

Wenn wir es schaffen, Sportarten olympisch zu machen, in denen ausschließlich Österreicher antreten, ist uns der Medaillenregen sicher. Wir könnten zum Beispiel mit den 20 Millionen aufgeschlossene Funktionäre des IOC davon überzeugen, dass Sportarten wie das im Lungau sehr beliebte "Pikken" olympisch werden. In dieser Disziplin wird ein vom Athleten geschnitzter Holzpflock (der Pikke) so in den Erdboden gerammt, dass ihn der Gegner mit seinem Sportgerät nicht herausschlagen kann. Die genauen Regeln wurden vom V.I.P., dem Verband Internationaler Pikkla mit Sitz im Lungau festgeschrieben und sind unter www.pikke.pro nachzulesen. Sämtliche Weltmeister und Weltcupsieger bisher stammen aus dem Lungau und so wären uns beim olympischen Pikken alle Medaillen sicher. So einfach könnte das gehen, lieber Herr Prof. Schröcksnadel.

Aufgerufen am 18.11.2018 um 05:21 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/olympischer-goldregen-fuer-oesterreich-1086589

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