Jubiläum des Museums in Leogang

Das täglich Brot der Bergleute

Teures Getreide beschleunigte den Niedergang des Erzbergbaus.

Seit der Eröffnung von „Der Bergbau und das weiße Gold“ 2015 bäckt Elisabeth Mayrhofer für Feste und Ehrengäste Brotlaibe und bestaubt sie mit Schlägel und Eisen. SN/susanne bayer fotografie
Seit der Eröffnung von „Der Bergbau und das weiße Gold“ 2015 bäckt Elisabeth Mayrhofer für Feste und Ehrengäste Brotlaibe und bestaubt sie mit Schlägel und Eisen.

Voraussetzung für den Erzbergbau in inneralpinen Regionen des Salzburger Erzstifts war die Versorgung mit Lebensmitteln, Holz, Leuchtmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Während kleine Bergwerke ihre Nachfrage aus der Umgebung deckten, mussten Großbetriebe von außen versorgt werden. Dies betraf besonders die Reviere im Rauriser und Gasteiner Tal, wo die Bevölkerung infolge des Bergbaubooms um die Mitte des 16. Jahrhunderts auf rund 9000 Personen angewachsen war.

Die Versorgung der Montanreviere über holprige Landstraßen oder schmale Saumpfade war schwierig, zugleich aber auch lukrativ. Vielfach wurde der wegen des geringen Geldwerts der Güter als Pfennwerthandel bezeichnete Versorgungshandel von den privaten Bergwerksbetreibern (Gewerken) selbst betrieben. Er sicherte ihnen eine zweite Einnahmequelle neben dem Erzbergbau.

Die Nahrungsversorgung der Bergleute war betriebswichtig. Verträge mit Nachbarländern regelten unter anderem die Lieferung von Schlachtvieh aus Ungarn und der Steiermark. Herausragende Bedeutung hatte Getreide, das wegen geringer Eigenproduktion im Erzstift großteils aus Bayern importiert wurde.

Getreide deckte als Brei, Mehlspeise und vor allem Brot bis zu zwei Drittel des Nahrungsbedarfs der vormodernen Bevölkerung. Preisschwankungen auf den Getreidemärkten hatten daher weitreichende Folgen und wirkten sich auf die Wirtschaftsleistung aus. Solche Preisschwankungen häuften sich wegen Missernten im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts. Dies belegen die kürzlich in einem Forschungsprojekt an der Universität Salzburg erhobenen Preis- und Lohnreihen für die Stadt Salzburg, wobei die Getreidepreise von 1477 bis Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu lückenlos rekonstruiert wurden. Sie zeigen bis in die 1560er-Jahre eine meist statische Entwicklung. Dem folgten bis Ende des Jahrhunderts teils heftige Ausschläge, wobei sich der Getreidepreis im Schnitt nahezu verdoppelte. Auch Preise von Fleisch oder Milchprodukten stiegen deutlich an.

Diese Teuerung erschwerte die Lebensmittelversorgung der inneralpinen Montanregionen erheblich. Neben der Erschöpfung der Gruben dürfte wohl auch sie zum Niedergang des Salzburger Erzbergbaus im ausgehenden 16. Jahrhundert beigetragen haben.


KULTUR-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Kulturmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 25.05.2022 um 03:21 auf https://www.sn.at/kultur/allgemein/jubilaeum-des-museums-in-leogang-das-taeglich-brot-der-bergleute-121225936

Hagleitner will drei Mal so viel produzieren

Hagleitner will drei Mal so viel produzieren

Dieses Unternehmen ist ein wenig verrückt. Das sagt Geschäftsführer Hans Georg Hagleitner über Hagleitner Hygiene. Das 1971 von seinen Eltern gegründete und 1988 von ihm übernommene Familienunternehmen hat es …

Schmitten-Chef Erich Egger im Interview

Schmitten-Chef Erich Egger im Interview

Vor 95 Jahren wurde auf der Schmitten die erste Seilbahn eröffnet. Die Herausforderungen waren groß. Die aktuellen Schwierigkeiten in unseren Tagen heißen Corona und Energiekosten.

Schöne Heimat

Akelei

Von Anton Seifriedsberger
24. Mai 2022
Vielleicht könnte man diese wunderbare Pflanze auch "Schwanenhalsblume" nennen.

Kommentare

Schlagzeilen