Kultur

#kleinePauseMozart: Das Essen der Mozarts

Was ist zu Mozarts Zeiten auf den Esstisch gekommen? Wir haben uns auf eine Spurensuche begeben und konnten anhand diverser Briefe der Familie folgendes herausfinden.

 SN/stiftung mozarteum

Die Mozarts legten Wert auf gutes Essen, doch wenn es nach Leopold ging, immer maßvoll. "Überflüssiges fressen und sauffen" lehnte er ab. Auf Reisen lernte die Familien, die verschiedensten fremdartigen Gerichte kennen. Die englische Küche empfand Leopold als zu schwer - "sie essen wie die Panduren" - und überteuert; außerdem stellte er fast entrüstet fest: "hier trinckt niemand Wasser, Herr und Frau trincken Starckbier". Zum Frühstück wurde schon damals gebutterter Toast mit starkem schwarzem Tee serviert. Er berichtete über eigene Tee- und Kaffeeboutiquen und erregte sich, dass Kaffeebohnen - bei Strafe - nur gebrannt gekauft werden durften, was den Preis in die Höhe trieb. Die Familie Mozart vermisste im Ausland ordentliche Fastenspeisen. In Mailand wünschte sich Wolfgang bei einer Einladung heimatliche "Leberknödel und Sauerkraut".

Aus Italien berichtete Leopold von den herrlichsten Feigen, Zucker- und Wassermelonen und Pfirsichen, eine seltene Kostbarkeit im Salzburg des 18. Jahrhunderts. Zuhause aß man die verschiedensten Suppen, eingemachtes Kalbfleisch, Geflügel, Wildbret, Fisch, Speck, Käse, Getreideprodukte, Gemüse und Süßspeisen. Mit St. Gilgen fand ein reger Tauschhandel statt. Leopold schickte Schokolade, Limonen, Salz; Nannerl lieferte Wildbret, Fisch und Schmalz.

Getrunken wurde neben Wasser in erster Linie Bier, das man sich aus den benachbarten Wirtshäusern holte. Auch einen guten Wein wusste man zu schätzen; so überlegte Leopold doch tatsächlich, 240 Flaschen Burgunder aus Frankreich nach Salzburg mitzunehmen. Zum Genuss von Tee, Schokolade, Mandelmilch oder Gefrorenem begab man sich ins Café Staiger (heute Café Tomaselli).

Hier geht es zu den zitierten Briefen: Leopold Mozart schreibt am 13. September 1764 aus Chelsea an den Freund, Kaufmann und Spezereiwarenhändler Johann Lorenz Hagenauer in Salzburg.

Dieser Brief ist erst seit Kurzem online zugänglich und wurde auf der Großen Westeuropareise der Familie Mozart in den Jahren 1763 bis 1766 geschrieben. Eine sehr spannende Lektüre, wie wir finden.

Leopold Mozart schreibt aus Mailand, Februar 1770 an Anna Maria Walburga Pertl in Salzburg.

Quelle: SN

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