Kultur

#kleinePauseMozart: Die vielen Namen Mozarts

Komponist Wolfgang Amadé Mozart hatte zu seinen Lebzeiten viele Namen.

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, Wolfgang Amadé Mozart oder doch lieber Wolfgang Amadeus Mozart?
Der Komponist Wolfgang Amadé Mozart hatte zu seinen Lebzeiten viele Namen. Dies ist unter anderem auf die Tatsache zurückzuführen, dass Mozart seinen Namen aufgrund seiner regen Reisetätigkeit durch Europa immer wieder den örtlichen Gegebenheiten anpasste.

Mozart wurde am 28. Jänner 1756, einen Tag nach seiner Geburt, im Salzburger Dom als "Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart" getauft. Die ersten beiden Taufnamen "Joannes Chrysostomus" beziehen sich auf den Tagespatron des 27. Jänner, Mozarts Geburtstag, an dem die katholische Kirche des Heiligen Johannes Chrysostomus, Bischof von Konstantinopel im 4. Jahrhundert, gedenkt.

"Wolfgangus" ist "Wolfgang", angepasst an das im Kirchenbuch verwendete Latein. "Wolfgang", war auch der Name des Großvaters mütterlicherseits des Komponisten, Wolfgang Nikolaus Pertl, und wurde von Mozart hauptsächlich im deutschsprachigen Raum verwendet.

"Theophilus" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "der von Gott Geliebte". "Theophilus" war der Taufname "Joannes Theophilus" von Mozarts Pate Johannes Gottlieb Pergmayr, einem Salzburger Kaufmann und Stadtrat. Offensichtlich sah die Familie Mozart diesen Teil des Taufnamens als einen Begriff und nicht als einen bloßen Namen an. Deswegen übersetzte Mozart diesen Vornamen in andere Sprachen: Seit seinem ersten Italienaufenthalt ab 1770 verwendete er die italianisierte Form "Wolfgango Amadeo", vor allem bei der Autorenangabe auf seinen Kompositionen, die ohnehin meist italienische Werkbezeichnungen wie "Sonata" oder "Sinfonia" trugen. Ab 1777 unterzeichnete er Briefe und Dokumente konsequent mit "Wolfgang Amadé", oder auch nur mit "Mozart" oder "W. A. Mozart".

Gelegentlich unterschrieb er auch launig mit "Franz von Nasenblut", "Edler von Sauschwanz", "Mozart magnus, corpore parvus", "Fedele Fratello Amadeo Wolfgango Mozart" oder "Mzt". Näher erklärt hat er sich hierzu aber nie.

Erst die Nachwelt prägte die heute weltweit bekannte Namensform "Wolfgang Amadeus Mozart".

Hier geht es zu den erwähnten Briefstellen:
Taufschein


Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Maria Anna Mozart, 1773

Brief von Leopold Mozart an Anna Maria Mozart, 1774

Brief von Wolfgang Amadé Mozart an Maria Anna Mozart, 1775

Brief Wolfgang Amadé Mozart an Leopold Mozart, 1777


Quelle: SN, Agentur

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