Kultur

Museum für Hollywoodstar Hedy Lamarr in Wien geplant

Einst vergessen, nun wieder präsenter denn je: Hollywoodstar und Erfinderin Hedy Lamarr soll ein eigenes Museum in ihrer Heimatstadt Wien erhalten. Dieser Coup ist unlängst dem Jüdische Museum gelungen. Direktorin Danielle Spera verrät im SN-Gespräch Details zu den Plänen.

Schauspielerin Hedy Lamarr, geborene Kiesler. (1935 in Wien aufgenommen.) SN/APA (Anthony Loder Archive)
Schauspielerin Hedy Lamarr, geborene Kiesler. (1935 in Wien aufgenommen.)

Sie galt als "schönste Frau der Welt" und Erfinderin des Internets. Bekannt wurde sie durch ihre Nacktszene im Film "Extase" aus 1933. Die Rede ist von Hollywooddiva Hedy Lamarr . Das Jüdische Museum Wien würdigte ihr Leben und Werk 2019/20 in einer Sonderschau mit dem Titel "Lady Bluetooth". Nun hat das Haus den Nachlass der 2000 verstorbenen Schauspielerin mit der Unterstützung des amerikanischen Freundeskreises des Museums erworben. Verkäufer ist Lamarrs Sohn Anthony Loder. "Es ist uns gelungen, den Sohn zu überzeugen, dass der gesamte Nachlass nach Wien kommt", sagt Museumsdirektorin Danielle Spera im SN-Gespräch. Bedingung sei für Loder gewesen, dass die Nachlassstücke permanent ausgestellt werden. Im Hedy Lamarr Archiv finden sich Fotos, persönliche Briefe und Dokumenten sowie Kleidungsstücke - und nicht zuletzt ihre legendären Zeichnungen zur Torpedoabwehr, die als Vorläufer der späteren Bluetooth-Technik gelten. Wie Sperra verrät, sollen sich im Nachlass auch einige Erfindungen befinden, die Lamarr bereits in ihrer Kindheit und Jugend gemacht hat. Sie hätte schon als kleines Mädchen Geräte auseinandergebaut und wieder zusammengesetzt, erzählt Spera. "Da ist viel Spannendes dabei."

Das Jüdische Museum sucht noch nach einem geeigneten Standort für dieses neue Museum. "Es ist alles noch ganz frisch und im Werden, noch ist nichts entschieden", sagt Spera. So sei auch denkbar, dass im Haus am Judenplatz ein eigener Bereich für die dauerhafte Schau zu Ehren Lamarrs gefunden werde.

Hedy Lamarr wurde als Hedwig Kiesler in Wien geboren. Nach ihrer Emigration in die USA wurde sie einer der größten Hollywoodstars in den 1930er- und 40er-Jahren. Zudem gilt sie als Erfinderin des Frequenzsprungverfahrens, auf dem heute Bluetooth und WLAN basieren. Die 2000 in den USA verstorbene Lamarr wurde in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. "Hedy Lamarr hat sich ständig neu erfunden, sie ist immigriert, hat aber weiterhin mit großer Leidenschaft gegen die Nazis gekämpft", schildert Spera. "Sie wollte mit allem was sie tat die Welt verbessern, so auch mit ihren Erfindungen. Heute wäre sie vermutlich eine Unternehmerin, die ein Startup nach dem anderen gründet."

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