Bildende Kunst

Starke Frauen gehen jetzt online

Das Frauenmuseum Hittisau hat einen Blog gestartet, um vorbildhafte Frauen vorzustellen. Ideen und Beiträge sind willkommen.

Was können wir tun, um das Miteinander zu stärken? Vier Frauen im Bregenzerwald setzen dafür auf die Kraft der Vorbilder. Im eigens dafür angelegten Blog www.starkefrauen.online werden ab sofort starke Frauen vorgestellt. "Wir haben soeben gestartet", berichtet Stefania Pitscheider Soraperra, Direktorin des Frauenmuseums in Hittisau. Mit ihren beiden Mitarbeiterinnen und der Obfrau des Fördereins werden dort kurze Porträts vorbildlicher Frauen präsentiert, zunächst einmal jeden Tag eine.

Dabei wird der Erfahrungsschatz der bisher zwanzig Ausstellungsjahre des einzigen Frauenmuseums in Österreich angezapft. "Wir haben viele Geschichten von starken Frauen zu erzählen", berichtet Stefania Pitscheider im SN-Gespräch. "Der Fundus ist fast unerschöpflich" - aus vielen Berufen, vielen Epochen, vielen Regionen. Im neuen Blog würden "nicht nur Superbekannte sein", sondern es würden einfach jene vorgestellt, "die ihren Alltag besonders gut bewältigt haben.

Begonnen wird die Reihe "starke Frauen" mit Rita Levi-Montalcini, der italienischen Ärztin und Nobelpreisträgerin, die in den 1950er Jahren ein besonders für Wachstum wirksames Protein entdeckt hat, in der Fachsprache "Nervenwachstumsfaktor" oder englisch "nerve growth factor" - kurz: NGF - genannt.

Demnächst folgen zwei Alpinistinnen: Die französische Magd Marie Paradis (1778-1839) hat als erste Frau den höchsten Punkt Europas erklommen, nämlich den Montblanc. Dreißig Jahre sollte es dauern, bis es ihr eine zweite Frau gleichtat: Henriette d"Angeville (1794-1871). Die 44-jährige unverheiratete Aristokratin soll 1838 sogar achtzehn Flaschen Wein auf ihre Expedition mitgenommen haben - und eine Brieftaube, die sie am Gipfel losließ, auf dass ihr Erfolg in Chamonix bekannt werde. Ins Eis des Montblanc soll sie die Worte geritzt haben: "Wollen ist Können."

Wer Hinweise hat oder gar eine Geschichte über eine besondere Frau im Ausmaß von 2000 bis 4000 Zeichen samt dem einen oder anderem Foto für den Blog zur Verfügung stellen mag, ist damit im Frauenmuseum willkommen. Der Kontakt erfolgt über das Formular auf der Webseite www.frauenmuseum.at.

Und Coronavirus hin oder her: Dem Frauenmuseum in Hittisau ist eine erfolgreiche Fundraising-Aktion gelungen. Die nächste Ausstellung ab 27. Juni (also nicht, wie bisher geplant, ab 30. Mai) wird der Geburtskultur gewidmet, also der Geschichte der Geburt und den weltweit dazu praktizierten Ritualen. Bis Ende der Vorwoche sind genug Spenden und Patenschaften von je 50 Euro pro Ziegel eingegangen, dass ein besonderer Raum errichtet werden kann: ein "Geburtshaus mit Gebärräumen" aus Lehm.

Diesen hat die Architektin Anka Dür entworfen, die derzeit zudem die Ausbildung als Hebamme absolviert. Ihr zur Seite stehen der auf Lehmbau spezialisierte Architekt Martin Rauch, der unter anderem für die Schweizer Firma Ricola ein Kräuterzentrum aus Lehm gebaut hat, sowie die Architektin Anna Heringer, die mit Martin Rauch 2018 ein Projekt bei der Biennale von Venedig gestaltet hat. Das Innere, das für Kulturvermittlung genützt werden soll, wird die Designerin und Innenarchitektin Sabrina Summer gestalten.

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