Musik

#kleinePauseMozart: Mozarts Geburtshaus

Das Mozart Geburtshaus, eine der berühmtesten Adressen in Salzburg, wird dieses Mal vorgestellt.

Im Haus mit der gelben Fassade und den weißen Fenstern in der Getreidegasse in Salzburg lebte die Familie Mozart 26 Jahre, bevor sie im Herbst 1773 eine deutlich größere Wohnung im Mozart-Wohnhaus (Makartplatz) auf der anderen Seite der Salzach übersiedeln sollte. Am 20. Februar 1771, auf dem Rückweg von der ersten Italienreise, machte sich Leopold Mozart Gedanken über ihre Wohnsituation: "…mir ist beÿgefallen, daß wir zu Hause nicht wohnen können. du must mir also schreiben, ob wir beÿm Sailerwirt, beÿm Stern, oder beym Saulentzl einlogieren sollen. Ich glaube es wird am besten [sey]n ich nehme meine Wohnung im Löchl, so habe alsdann nicht w[e]it ins Hagenauer Hauß. So, wie wir |: wie die Soldaten:| unter einander schliefen, können wir nicht mehr seÿn; der Wolfgang ist nicht mehr 7 Jahr alt etc:".
Leopold Mozart und seine Ehefrau Anna Maria Mozart zogen kurz nach ihrer Vermählung im November 1749 in die 130 Quadratmeter große Mietwohnung in der Getreidegasse und wohnten dort im dritten Stock. Mit den Besitzern des Hauses war die Familie Mozart befreundet. Johann Lorenz Hagenauer, der Eigentümer des Hauses, führte im Erdgeschoss ein gutgehendes Spezereiwarengeschäft (Spezerei ist ein veralteter Ausdruck für Gewürz) mit Luxusgütern wie Gewürze, Tee, Kaffee, Schokolade oder Tabak. Der Freund und Geschäftsmann unterstützte die zahlreichen Reisen der Künstlerfamilie durch seine guten Kontakte, aber auch in finanzieller Hinsicht. Dem regen Briefwechsel zwischen Leopold Mozart und Johann Lorenz Hagenauer ist es zu verdanken, dass wir so viel über die Kindheit von Wolfgang Amadé Mozart wissen.
Die Fassade des Hauses erfuhr seit der Mozart-Zeit nur wenige Veränderungen. Die barocken Fensterrahmen wurden entfernt und das Dachgeschoss im 19. Jahrhundert ausgebaut. Ein Relikt aus vergangener Zeit ist nach wie vor neben dem Eingang zu finden: die historischen Klingelzüge, mit denen man die Wohnungsglocken in den einzelnen Stockwerken bedienen konnte.
Seit 1917 befindet sich Mozarts Geburtshaus im Besitz der Stiftung Mozarteum. Seit 1880 ist dort das Museum eingerichtet und umfasste anfänglich nur die Räume der ehemaligen Wohnung der Familie im 3.Stock. Im Laufe der Zeit konnte das Museum kontinuierlich erweitert werden. Heute erstreckt sich das Museum auf ungefähr 600 Quadratmeter und beherbergt 300 Exponate rund um das Leben der Familie Mozart.


Seit kurzem ist Mozarts-Geburtshaus auch virtuell zugänglich und kann jederzeit online besucht werden. Hier geht es zu der virtuellen Tour:

https://mozarteum.at/museums/mozarts-geburtshaus/

Wer Interesse hat an dem regen Briefverkehr zwischen Leopold Mozart und Johann Lorenz Hagenauer hat findet hier ein paar interessante Briefstellen:
Der oben zitierte Brief von Leopold Mozart an seine Frau vom 20. Februar 1771 aus Venedig:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=793

Der Brief vom 16. Oktober 1762 an Johann Lorenz Hagenauer ist das erste Schreiben aus Wien, wohin Leopold Mozart erstmals mit der ganzen Familie gereist war, um seine beiden Wunderkinder Maria Anna und Wolfgang der kaiserlichen Familie vorzustellen:
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=592

Der Brief vom 11. Juni 1763 an Johann Lorenz Hagenauer ist die erste Nachricht von der großen Westeuropareise der Familie Mozart. In diesem Brief berichtet Leopold Mozart vom Radbruch seiner Kutsche. Den ungeplanten längeren Aufenthalt in der Nähe des bayerischen Ortes Wasserburg nutzte Leopold, um dem siebenjährigen Wolfgang das Orgelpedal zu erklären, "Davon er dann gleich stante pede die Probe abgeleget, den schammel hinweg gerücket, und stehender præambulirt und das pedal dazu getretten, und zwar so, als wenn er es schon viele Monate geübet hätte. alles gerüeth in Erstaunen und ist eine neue Gnad Gottes…":
https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=607

Quelle: SN

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