Kultur

Musikjournalist Peter Cossé ist gestorben

Der Musikjournalist war eine Instanz für das Klavier.

In Zeiten der journalistischen Alleskönner sind Könner (und Kenner) wie Peter Cossé rare Größen. Die "Salzburger Nachrichten" profitierten früh von dieser Kennerschaft, die Peter Cossé vor allem als einen der besten, maßgeblichsten, durchaus auch umstrittenen Klaviermusikkritiker auswies. Sein geradezu enzyklopädisches Wissen in diesem Fach, seine ebenso enzyklopädische Tonträgersammlung, aber auch sein - zugegeben nie leichter, aber, wenn man in ihn einzutauchen vermochte, auf eigene Art bild- und sprachmächtiger - Stil hoben ihn aus der Menge der "Schreiber" heraus. "Ein Cossé" war stets ein unverwechselbares Markenzeichen.

Der gebürtige Leipziger kam als Philosophie- und Soziologiestudent nach Salzburg, fasste hier Fuß und prägte auf seine Weise von 1971 bis 1989 wesentlich die Musikkritik der "Salzburger Nachrichten". Auch wenn er sich immer "frei" (von Redaktionszwängen) hielt, für Anthologien genauso schrieb wie für große internationale Zeitungen und Fachzeitschriften, zahllose Rundfunksendungen gestaltete, als Berater für Klaviereditionen und Festivals und geschätzter Wettbewerbsjuror, als Vortragender und Diskutant arbeitete, blieb er hier zeitlebens verankert - auch wenn man ihm nur noch selten begegnete.

Sein Ohr hat Peter Cossé auch unter widriger werdenden publizistischen Bedingungen immer am Puls der Musik gehabt, dabei jede Menge Talente entdeckt, seltenste Namen bekannt gemacht und unermüdlich Raritäten aufgestöbert. Der enorme Fundus der (Klavier-)Geschichte war ihm Quell der Inspiration für das Gegenwärtige, aber auch das Neue und Neueste. Am Montag ist Peter Cossé im Alter von 69 Jahren in Salzburg an Herzversagen gestorben.

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