Leben

Die Sauna verlängert das Leben

Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen sind mit sportlichen Aktivitäten vergleichbar.

Sauna: Blutdruck sinkt, Gefäße werden elastischer SN/Mikhaylovskiy - stock.adobe.com
Sauna: Blutdruck sinkt, Gefäße werden elastischer

Sich zum Zwecke der Reinigung und Heilung in Hitze zu baden ist eine alte Praxis, die Jahrtausende zurückreicht und in vielen Kulturen beobachtet wird. Das Saunabaden hat heute noch vor allem in den skandinavischen Ländern einen wichtigen Stellenwert und auch 46 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gehen zumindest ab und zu in die Sauna. Das Saunieren ist mit einer Reihe an bemerkenswerten gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Mehrere aktuelle Studien belegen, dass das regelmäßige Saunabaden zur Verlängerung der Lebensdauer und der Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit führen kann.

Studie über 20 Jahre

In Finnland läuft seit über 20 Jahren die Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor (KIHD) Studie zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atherosklerose bei Männern mittleren Alters (42 bis 60 Jahre). Die Ergebnisse zeigen: Männer, die zwei bis drei Mal pro Woche in die Sauna (mit einer Temperatur von 80 bis 100 °C, einer Feuchtigkeit von zehn bis 20 Prozent und einer Dauer von 20 Minuten) gehen, haben ein um 27 Prozent geringeres Risiko, aufgrund einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, als Männer, die nicht saunieren. Die Vorteile sind dosisabhängig: Männer, die rund vier bis sieben Mal pro Woche saunieren, sterben mit einer um 50 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass häufige (vier bis sieben Mal pro Woche) Saunanutzer ein 40 Prozent geringeres Gesamtsterblichkeitsrisiko haben. In weiteren Studien, in denen auch Frauen untersucht wurden, war das Risiko eines Schlaganfalls nach häufigen Saunabesuchen um 62 Prozent geringer als bei Teilnehmern, die nur ein Mal pro Woche saunierten.

Wirkung

Die vorteilhafte Wirkung von Saunabädern auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die damit verbundene Sterblichkeit können unter anderem durch eine Senkung des Blutdrucks, eine Verringerung von Entzündungen, verbesserte Blutfettwerte und eine Erhöhung der arteriellen Elastizität erklärt werden. Ein Saunabesuch erhöht die Körpertemperatur, die zu einer thermoregulatorischen Reaktion führt, um das Temperaturgleichgewicht wiederherzustellen. Die Haut- und Kernkörpertemperaturen steigen deutlich an und es kommt zum Schwitzen. Dabei steigt das Herzzeitvolumen, ein Maß für die Menge an Arbeit, die das Herz als Reaktion auf den Sauerstoffbedarf des Körpers leistet, um 60 bis 70 Prozent. Während dieser Zeit werden 50 bis 70 Prozent des Blutflusses des Körpers vom Kern auf die Haut umverteilt, um das Schwitzen zu erleichtern.

Alternative zum Sport

Ein weit verbreitetes Phänomen bei Saunanutzern ist die geringere Inzidenz von Bluthochdruck wegen der Verbesserung der arteriellen Elastizität. Beispielsweise wurde in einer weiteren Studie bei Männern, die zwei bis drei Mal pro Woche die Sauna benutzten, ein um 24 Prozent geringeres Risiko für Bluthochdruck festgestellt. Auch hier waren die Ergebnisse dosisabhängig: bei Männern, die die Sauna vier bis sieben Mal pro Woche benutzten, war das Risiko für Bluthochdruck sogar bis zu 46 Prozent geringer als bei Männern, die nur ein Mal pro Woche saunierten. Interessanterweise sind die physiologischen Reaktionen auf die Saunanutzung ähnlich wie bei mäßiger bis kräftiger Bewegung. Tatsächlich empfiehlt sich Saunieren als Alternative zum Sport für Menschen, die aufgrund chronischer Krankheiten oder körperlicher Einschränkungen nicht in der Lage sind, sich körperlich zu betätigen.

Empfehlungen rund um den Saunagang

Obwohl Saunabaden allgemein als sicher für gesunde Erwachsene gilt, sollten Personen mit einer diagnostizierten kardiovaskulären Erkrankung vor der Benutzung der Sauna einen Arzt konsultieren. Sehr wichtig beim Saunabaden ist, davor und danach auf Alkohol zu verzichten, da dies zu starker Dehydration, Blutdruckabfall und Arrhythmie führen könnte. Vor und nach Saunagängen ist es wichtig, genügend Flüssigkeit zu trinken und nach der Sauna elektrolytreiche Lebensmittel wie gekochten Spinat, Avocado, Tomaten, Fisch, Nüsse und Samen zu essen.

Friedrich Hoppichler ist ärztlicher Leiter der Barmherzigen Brüder in Salzburg.

Aufgerufen am 25.01.2022 um 06:01 auf https://www.sn.at/leben/die-sauna-verlaengert-das-leben-115469668

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