Lifestyle

Fisch verliebt! Oder: Wie man Karpfen verzaubert

Heute vermählen wir einen bescheidenen Teichbewohner mit erfrischenden Zutaten fernöstlicher Kochkunst. Das Ergebnis: Emanuel Weyringers weihnachtlicher Karpfen.

Die Frage, welches Gericht er für den Heiligen Abend vorschlägt, beantwortet Emanuel Weyringer zackig wie ein Küchensamurai: "Karpfen! Asiatisch!" Das hat uns überrascht. Immerhin wurde Weyringers Restaurant in Henndorf dieses Jahr vom Gault Millau mit drei Hauben ausgezeichnet. Da rechnet man mit Steinbutt, Hummer oder wenigstens einem getrüffelten Schweinsbraten. Aber nichts von alledem treibt den Tüftler derzeit um: "Karpfen ist super", setzt er noch einmal nach. Er hat wohl unsere ängstlichen Blicke bemerkt. "Ja, eh", sagen wir. Dann erklärt er uns seine Vorgangsweise. Da wird schnell klar: Dieses Rezept ist ein unbezahlbares Geschenk. Denn Weyringer verrät uns auf Gramm und Milliliter genau, wie man Geschmäcker erzielt, die einem nicht einmal im Traum unterkommen würden. Bei Weyringer ist das ein bisserl anders. Er sagt: "Die besten und ausgefallensten Ideen kommen mir eigentlich immer im Halbschlaf." Als Genie betrachtet er sich nicht. "Es macht ja jeder immer alles besser, schöner, größer. Und ich versuch, einen Teil auf meine Art beizutragen. Wichtig ist nur, dass man dabei selbst klein bleibt." Mit Sätzen wie diesen erinnert Weyringer eher an einen Philosophen als an einen Koch. Außerdem könne ein Koch nie Komponist, sondern immer nur Dirigent sein. Warum? "Weil man Kochen nicht neu erfinden kann. Die Lebensmittel und Kochtechniken waren immer schon da." Deshalb klinge ja auch Mozart bei jedem Dirigenten anders. Beim Kochen sei das ähnlich.

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