Reisen

Als Student günstig verreisen

Viele Studierende können Reisen in den Semesterferien nur schwer finanzieren. Die drei Studentinnen Julia, Anja und Miriam haben allerdings verschiedene Möglichkeiten gefunden, günstig in der vorlesungsfreien Zeit zu verreisen. Julia ist es etwa gelungen, trotz eines geringen Budgets die Polarlichter in Norwegen zu sehen.

 SN/pixabay

Hausarbeiten in einer Nachtschicht schreiben, lange Partynächte und morgens um neun Uhr in der Uni sitzen, sind Beispiele dafür, dass Studierende so einiges schaffen können. Diese Motivation sollte sich auch auf die Semesterferien übertragen lassen. Zwar sind Reisen aufgrund der aktuellen Coronapandemie nur eingeschränkt möglich, aber es wird auch eine Zeit nach der Krise geben. Ein paar Tipps und Tricks können Studierenden helfen, günstig zu verreisen. Zu den Möglichkeiten zählen Programme wie "Workaway", "Go Jugendreisen" und "Au Pair World".

"Work and Travel"

Julia ist 24 Jahre, sie studiert Religious Studies im Master - und sie reist für ihr Leben gerne. Die Studentin erzählt: "Bei Workaway lebst du bei einem Gastgeber und arbeitest für vier bis fünf Stunden am Tag. Als Gegenleistung bekommst du dafür Unterkunft und Verpflegung". Außerdem berichtet sie, dass es neben der Arbeit möglich sei, die Umgebung zu erkunden. "Polarlichter sehen oder in einem Fjord schwimmen, sind Belohnung für getane Arbeit", sagt Julia. Au Pair World sei hingegen das bekannteste Programm.

"Hier wohnst du in einer Familie, betreust die Kinder und kümmerst dich um den Haushalt", berichtet die 24-jährige Masterstudentin der Sonderschulpädagogik, Miriam. Anja ist 23, studiert im Bachelor auf Lehramt und ist stets an neuen Ländern interessiert. Sie verrät: "Bei Go Jugendreisen arbeitest du ehrenamtlich als Gruppenleiter in einer Ferienfreizeit mit Jugendlichen zusammen, überlegst dir beispielsweise Workshops, feierst Partys und unternimmst gemeinsame Ausflüge". Dieses Ehrenamt laufe laut Go Jugendreisen über den Jugendbetreuerverein OWL.

Jeder, der grundsätzlich Lust auf solche Arbeiten hat, sei dafür geeignet, betonen die Studentinnen. "Man sollte auf jeden Fall Spaß an der Zusammenarbeit mit Menschen mitbringen", sagt Anja. Es sei wichtig, dass die Arbeit mit den Menschen und die Verantwortung diesen gegenüber im Vordergrund stehen, heben die Studentinnen mehrfach hervor. "Wenn du zudem Lust hast, neue Traditionen, Umgangsarten, Essen und auch die Sprache des Reiselandes kennenzulernen, dann bist du perfekt für solche Programme geeignet", verrät Miriam.

Auf die "Planung", fertig, los!

"Wenn du dich früh bewirbst, sind die Chancen auf die besten Plätze am höchsten", erzählt Anja. Julia ergänzt, dass bei beliebten Gastgebern auf Workaway teilweise ein richtiges Bewerbungsverfahren durchlaufen werden muss. In diesem Falle lohnt es sich, früh dran zu sein. Aber wie früh? Es reiche aus, sich vier bis sechs Monate im Voraus zu bewerben. Den Angaben der Studentinnen zufolge seien aber auch ein paar Wochen im Voraus stets noch Restplätze zu vergeben. Die Bewerbungen laufen über die Internetseiten der Organisationen. Auf Workaway und Au Pair World muss zunächst ein Profil angelegt werden, damit der Kontakt zu Gastgebern und Familien aufgenommen werden kann. "Die Erstellung eines Profils dauert nur wenige Minuten und es kann schnell mit der Suche nach einer passenden Familie losgehen", erzählt Miriam.

Außerdem sei der Abschluss einer Versicherung (Unfall-, Kranken- und Haftpflichtversicherung) vor Reiseantritt laut Workaway und Au Pair World ein wichtiger Teil der Planung. Beide Programme bieten selbst keine Versicherungen an, empfehlen aber bestimmte Versicherungsangebote auf ihren Webseiten. Au Pair World berichtet, dass oftmals die Gastfamilien für die Kosten der Versicherung aufkommen. Go-Jugendreisen teilt mit, dass die Gruppenleiter bei ihnen über den Jugendbetreuerverein OWL unfall- und haftpflichtversichert seien und dadurch keine weiteren Kosten für die Ehrenamtlichen anfallen würden. Außerdem seien die Gruppenleiter über die Auslandskrankenversicherung versichert. Zudem erinnert Au Pair World, sich über die notwendigen Impfungen im Gastland zu informieren. Die beiden Programme Au Pair World und Workaway geben an, dass sich die Reisenden auch um ein Visum im Voraus kümmern müssen.

Es läuft nicht immer alles nach Plan

Julia erzählt, dass Missverständnisse entstehen können, wenn Arbeitszeiten und Aufgaben nicht im Voraus mit dem Gastgeber besprochen werden. Workaway und Au Pair World empfehlen daher, diese vor Beginn des Auslandaufenthaltes mit den Familien zu besprechen. Au Pair World rät zudem, die Vereinbarungen in einem Vertrag festzuhalten. Einen Stundenplan zu erstellen, in dem die Aufgaben eingetragen werden, wird ebenfalls empfohlen. Auch bei Miriam lief nicht immer alles nach Plan. Die Studentin hatte bei einer Familie in Spanien sprachliche Probleme und konnte mit den Eltern kaum tiefgründige Gespräche führen. Heute würde die Studentin jedem dazu raten, bei der Wahl einer Gastfamilie auf die Sprache zu achten.

Die Programme helfen beim Sparen

Anja und Miriam sind bei ihren Programmen jeweils mit einem kleinen Plus nach Hause gekommen und hatten keine zusätzlichen Ausgaben. Beide Studentinnen konnten sich ein kleines Taschengeld während der Zeit im Ausland dazuverdienen. Nach Angaben von Go-Jugendreisen sei es möglich, bis zu 25 Euro pro Tag zu verdienen. Au Pair World gibt an, dass das Taschengeld in jedem Reiseland verschieden ausfallen würde. 250 Euro pro Monat können die Au Pairs laut der Organisation jedoch mindestens verdienen. Reisekosten (An- und Rückreise) seien nicht zwingend von den Gastfamilien zu zahlen, erwähnt Au Pair World. Sie empfehlen, den Familien diese zu erstatten, wenn sie mit dem Au Pair zufrieden waren. Julia musste lediglich die Anreise und 30 Euro bezahlen, um sich ein Profil auf Workaway zu erstellen. Je nach Reiseland kommen noch Kosten für Visum, Versicherung und Impfungen auf die Abenteurer zu.

"Programme wie Go Jugendreisen sind einfach genial, um unvergessliche Semesterferien zu erleben und Neues zu lernen, ohne dabei viel Geld auszugeben", sagt die Studentin Anja abschließend.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

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