Osterfestspiele Salzburg

Osterfestspiele: Eliette von Karajan ehrt jungen Russen

Die Witwe Herbert von Karajans, Schirmherrin der Osterfestspiele Salzburg, hat deren Fünfzig-Jahr-Jubiläum großzügig unterstützt.

Eliette von Karajan hat ihre heurige Unterstützung der Osterfestspiele Salzburg am Mittwochabend mit einem Preis gekrönt. Nachdem sie mit sechsstelliger finanzieller Zuwendung die Sonderkonzerte der Wiener und der Berliner Philharmoniker und dazu noch die eintägige "Music Tech Conference" über klassische Musik und digitale Technologien ermöglicht hatte, überreichte sie im "Konzert für Salzburg" im Großen Festspielhaus den mit 50.000 Euro dotierten Karajan-Preis an den 26-jährigen Pianisten Daniil Trifonov.

Damit wurde dieser Abend zum vielfach glücklichen Ereignis. Denn nachdem der "Herbert von Karajan Musikpreis" bis 2015 in Baden-Baden an herausragende Persönlichkeiten verliehen worden war, wird ab heuer damit in Salzburg zwar auch besondere Leistung ausgezeichnet, doch kommen hier junge Künstlerinnen und Künstler zum Zug. Das passt doppelt gut: Erstens beginnen damit die nun 50-jährigen Osterfestspiele, Beziehungen zu jungen Virtuosen aufzubauen. Zweitens hat auch Herbert von Karajan junge Talente gefördert - wie Jewgeni Kissin und Anne-Sophie Mutter. Für nächstes Jahr steht, wie berichtet, die Karajan-Preisträgerin schon fest: die Cellistin Sol Gabetta.

Zu dem von Eliette von Karajan gestifteten Preisgeld gibt es mehrere Konzertauftritte bei den Osterfestspielen mit der Staatskapelle Dresden. So führte Daniil Trifonov am Mittwoch mit Mozarts Klavierkonzert KV 467 sein stupendes Können vor. Er ließ die Läufe wie unendlich viele, schimmernde Perlen aus den Händen kullern. Sein Spiel wirkte vor allem im ersten Satz federleicht und unbeschwert - fast kindlich schlicht. Man könnte meinen, da spielten mehr die Tasten mit ihm als er mit ihnen, verriete nicht ein abruptes Zittern des Kopfes, sichtbar am minimalen Aufbäumen der Haare, seine Anstrengung.

Die Staatskapelle Dresden mit Christian Thielemann bot dem jungen Russen brillantes Paroli: Da legen sich die Klänge der Ersten Geigen wie silbrige Fäden über das leise Tutti, da dimmt Thielemann die Streicher, um die Flöten zu locken, oder da zupfen die Bässe so markant, dass ihnen Wundersames gelingt: mit tiefen Tönen drauftupfen.

Mit einem Salzburger Preisträger konnte man auch nach der Pause den Blick vor wie zurück schweifen lassen, als Thielemann den Stab einem Jungen überließ: Lorenzo Viotti, 2015 Gewinner des Dirigentenwettbewerbs der Salzburger Festspiele. Er leitete die einzige Symphonie von Ernest Chausson und ein Werk, das einst Herbert von Karajan unvergesslich interpretiert hatte: Maurice Ravels "Boléro".

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