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Mehrere Tote durch Sturmtief "Friederike" in Europa

Sturmtief Friederike ist am Donnerstag mit Orkanböen über Europa gefegt und hat mehrere Menschenleben gefordert. Sechs Personen starben in Deutschland, drei weitere in den Niederlanden. In Belgien und Italien war jeweils ein Opfer zu beklagen. In Deutschland wurde der Bahn-Fernverkehr eingestellt, dieser soll am Freitag wieder anrollen.

Auf einem Campingplatz in Emmerich (Nordrhein-Westfalen) wurde ein 59-Jähriger von einem Baum erschlagen. Er sei sofort tot gewesen. In einer Sturmböe verlor im westfälischen Lippstadt ein Mann (68) bei einem Verkehrsunfall sein Leben. Der Transporterfahrer hatte im Orkan die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in den Gegenverkehr geraten. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr starb bei einem Sturmeinsatz im sauerländischen Sundern.

In Bad Salzungen in Thüringen wurde ein Feuerwehrmann von einem umstürzenden Baum getötet. Sein Kollege wurde schwer verletzt. Bei einem Unfall inmitten der Sturmböen kam im Süden Brandenburgs ein Lastwagenfahrer ums Leben. Das Fahrzeug war auf der Autobahn 13 (Berlin-Dresden) bei Ortrand nahe der Grenze von Brandenburg zu Sachsen in die Mittelleitplanke geprallt und umgestürzt. In der Nähe von Neubrandenburg starb eine 61-jährige Autofahrerin. Sie verlor sie südlich von Penzlin vermutlich wegen widriger Straßenverhältnisse und zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über ihr Auto und schleuderte gegen einen entgegenkommenden Lastwagen.

In den Niederlanden kamen nach Behördenangaben drei Menschen ums Leben, die von Bäumen oder Trümmerteilen getroffen wurden. In der Ortschaft Olst im Osten des Landes sei ein 62-jähriger Mann von einem abgebrochenen Ast erschlagen worden, teilte die Polizei mit. In Enschede nahe der deutschen Grenze starb nach Polizeiangaben ein Autofahrer, nachdem ein Baum auf das Auto gefallen war. Über das dritte Todesopfer war zunächst nichts Näheres bekannt. Mehr als 60 Lastwagen wurden auf niederländischen Straßen umgeweht.

Je ein Todesopfer gab es in Belgien und Italien. In Belgien wurde eine Autofahrerin von einem Baum erschlagen, als sie südöstlich von Brüssel durch einen Wald fuhr. In der süditalienischen Stadt Crotone wollte ein Mann sein Dach auf Sturmschäden prüfen. Der Wind warf ihn um, sodass er in den Tod stürzte.

Die Deutsche Bahn stellte am Nachmittag den Fernverkehr in ganz Deutschland ein. Schwerpunkt des Unwetters waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dazu wurde in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen auch der Nahverkehr eingestellt. Ebenso verkehrte die Bahn in Nordhessen nicht mehr. In zehn Fernbahnhöfen richtete die Bahn sogenannte Aufenthaltszüge ein, in denen gestrandete Reisende zur Not auch übernachten können. Am Freitag sollte der Verkehr wieder aufgenommen werden, schon am Vormittag sollen alle Metropolen wieder erreichbar sein.

Von einem Rohbau an der Loddenheide in Münster (Nordrhein-Westfalen) flogen hunderte von Styroporplatten auf die Straße. Die Polizei musste über Stunden zwei Straßen sperren. SN/APA/dpa/Guido Kirchner
Von einem Rohbau an der Loddenheide in Münster (Nordrhein-Westfalen) flogen hunderte von Styroporplatten auf die Straße. Die Polizei musste über Stunden zwei Straßen sperren.

Der Stopp des Fernverkehrs hatte auch Auswirkungen auf Österreich: Für die planmäßig im Zweistundentakt verkehrenden Züge Richtung Nürnberg ist in Passau Endstation, wie ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder sagte. Der Bahnverkehr von Salzburg, Kufstein und Lindau nach München und retour verläuft planmäßig. Auch der Korridorverkehr zwischen Salzburg und Kufstein ist nicht betroffen. "Insofern sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Rieder.

Die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) riet Reisenden, die noch am Donnerstag Richtung Nürnberg und allenfalls weiter nach Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg wollten, sich genau zu informieren. "Es ist möglich, dass doch der eine oder andere Zug fährt, es gibt allerdings keine Garantie", sagte Rieder. Er empfahl grundsätzlich, geplante Reisen zu verschieben.

Auch in den Niederlanden brach der Bahnverkehr zeitweise zusammen. Zu zahlreichen Zugausfällen kam es weiters in der Schweiz. Der Amsterdamer Flughafen Schiphol wurde zeitweise geschlossen, so dass Hunderte Flüge gestrichen wurden. Auch der Flughafen Köln/Bonn stellte kurz den Betrieb ein. Dort wie auch in Düsseldorf oder Frankfurt hielten sich die Auswirkungen aber in Grenzen.

Unterdessen teilte der Deutsche Wetterdienst via Twitter mit, dass "Friederike" eine höhere Windgeschwindigkeit erreicht hat als der Sturm "Kyrill" im Jahr 2007. "Friederike schlägt Kyrill, was die maximale Windböe betrifft. Vor exakt 11 Jahren gab es 202 km/h auf dem Wendelstein, heute meldete der Brocken eine Böe von 203 km/h", hieß es.

Quelle: Apa/Dpa

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