Blood & Truth

Blut ist dicker als Wasser

Wenn London als Kulisse für ein Actionabenteuer dient, dann ist der Erfolg eigentlich garantiert. Mit Blood & Truth beweist Sony erneut, dass Virtual Reality sehr wohl das Zeug zu Großem hat.

Eine zerschossene Siedlung irgendwo in der Wüste. Sand wirbelt auf, am Himmel sieht man den Rauch von Fliegerabwehrkanonenfeuer. Und wir stehen im wahrsten Sinne mittendrin. Im neuesten Action-Abenteuer für Playstation VR fühlt es sich so echt an wie schon lange nicht mehr. Gerade als wir voller Begeisterung in das Dorf vorstoßen wollen, erreicht uns ein Funkspruch, der uns vor einem zu eiligem Vorstoß warnt. Sekunden später rauscht ein F35-Abfangjäger über uns hinweg und bombardiert das Gelände vor uns.

Angenehm abrupt wird der Spieler bei Blood & Truth in das Geschehen katapuliert. Als Special-Forces-Soldat Ryan Mark hat man in den ersten 15 Minuten schon Schlösser mittels Dietrich geknackt, den Umgang mit der Faustfeuerwaffe und das Nachladen mit der anderen Hand geübt, sich mittels Blickrichtung und PS-Taste von A nach B bewegt und bei einer wilden Verfolgungsjagd aus dem fahrenden Auto gegnerische Einheiten pulverisiert. Und das Beste daran: Es fühlt sich mit den beiden Move-Controllern so logisch und leicht an. Genau das sollte auch für jeden Entwickler der Ansatz für VR-Spiele sein - intuitive Aktionen machen den Ausschlag, um eine virtuelle Realität glaubwürdig zu erzeugen.

Blood & Truth ist der inoffizielle Nachfolger zu dem Mini-Spiel London Heist, das zum Erscheinungstermin der VR-Brille 2016 quasi als Demonstration der Möglichkeiten diente. Wie schon damals dient London als Kulisse des Spiels und auch das Gangstermilieu wird weiter vertieft. Ryan Mark wird nach seinem Intro-Einsatz in der Wüste nach Hause beordert, weil sein Vater gestorben ist. Der war ein Unterweltboss in London. Sein Ableben ruft jetzt andere zwielichtige Gestalten auf den Plan und Ryan muss versuchen, seine verbliebene Familie zu beschützen. Die geheime Waffenkammer im elterlichen Anwesen im Londoner Hochhausviertel eröffnet da den hilfreichen Zugang zu Waffen und Sprengstoff.

Die Entwickler haben bei Blood & Truth wirklich an alles gedacht, um den Spieler bei Laune zu halten. In London Heist konnte man im Pub virtuell eine Zigarre rauchen, in Blood & Truth wird zeitgemäß an einer Vape gezogen und gepafft. Beinahe möchte man dabei als Nichtraucher zu Husten anfangen, so faszinierend ist diese Erfahrung.

Abgesehen davon wird in erster Linie versucht, die Bösewichte auszuschalten, Sprengladungen zu platzieren und im Stile von Stirb Langsam durch Luftschächte zu kriechen. Aber es gibt auch Verschnaufpausen, in denen Taktik gefragt ist. Etwa wenn man sich in einen Überwachungsraum geschlichen hat und dort über die Kameras das Geschehen beobachtet und den richtigen Zeitpunkt abschätzt, um unbemerkt durch die Korridore zu gelangen.

Neben der filmreifen Story im Gangstermilieu und der intuitiven Steuerung mittels der beiden Move-Controller überzeugt bei Blood & Truth besonders die Grafik - auch auf einer normalen PS4 ist das Bild gestochen scharf und selbst im ärgsten Getümmel zeigen sich keine Leistungseinbußen. Das beweist: Es ist sehr wohl möglich, auch große Projekte perfekt auf die aktuelle VR-Technologie umzusetzen.

Info
Blood & Truth
Plattform: Playstation 4& VR-Brille (zwei Move-Controller empfohlen)
Entwickler: SIE London Studios
Altersfreigabe: PEGI ab 16 Jahren

Aufgerufen am 22.10.2019 um 07:29 auf https://www.sn.at/panorama/medien/blood-truth-blut-ist-dicker-als-wasser-71619868

homo ludens - die spielerische Seite der SN

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