Devil May Cry 5

Es war einmal ein Dämon ...

Teufelstränen: "Devil May Cry 5" ist eine wilde Achterbahnfahrt durch Dantes Inferno und eine gelungene Fortsetzung des Capcom-Klassikers.


Als furchtloser Dämonenjäger verschlägt es einen in der mittlerweile fünften Ausgabe der "Devil May Cry"-Saga wieder einmal in die Unterwelt, wo Horden fieser Gestalten darauf warten, zu Hack verarbeitet zu werden. Aufräumen ist angesagt, die Putzutensilien: große Kanonen, überdimensionierte Schwerter und bionische Arme, die Feinde zu Brei verarbeiten - die unverkennbaren Markenzeichen des Franchise.

18 Jahre ist es her, dass Protagonist und Halbdämon Dante zum ersten Mal die Klingen zückte, um die Welt vor dem Bösen zu retten. Damals noch auf der PS2. Seither gilt das japanische Action-Adventure aus der Feder von Mastermind Hideki Kamiya als einer der populärsten Vertreter des "Hack and Slay"-Genres.

Mit "DmC: Devil May Cry" wurde die Serie 2013 neu aufgelegt. Nicht jeder war davon begeistert. Dass die Fortsetzung nunmehr als Teil fünf betitelt wurde, soll vermutlich klarstellen, dass es sich seinerzeit bei "DmC" um einen Ableger gehandelt hat, der nicht zur Hauptreihe zählt. Zurück zu den Wurzeln ist die Devise.

Mit der Neuauflage gelingt Capcom die schwierige Gradwanderung zwischen Fanliebe und technischer Weiterentwicklung. Die Übergänge zwischen spielbaren Passagen und Zwischensequenzen sind flüssig, die Animationen sensationell. Trotz einer Vielzahl von möglichen Bewegungsabläufen und Tastenkombinationen fällt das Handling erstaunlich leicht. Wer mit der Reihe noch nicht vertraut ist, kann sich die unterschiedlichen Angriffsmöglichkeiten in einem Tutorial erklären lassen. Verschiedene Schwierigkeitsgrade erleichtern zusätzlich den Neueinstieg.

Neben fantasievoll gestalteten Kulissen, interessanten Charakteren - darunter die völlig zutätowierte und kettenrauchende Waffenschmiedin Nico - und filmreich inszenierten Actionszenen beeindrucken vor allem die virtuos arrangierten Choreografien, die teils wie aus einem John Woo Film entsprungen wirken.

Um Story-Inhalte war man indes weniger bemüht. Serviert wird traditionelles Dämonen-Geschnetzeltes: Wieder einmal wird die Welt von einer Invasion von Unterweltlern bedroht und ganze Städte von schwarzem Rauch und gigantischen Dornententakel umhüllt. Dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Milben-Larven funktionieren als Schlüssel, Gottesanbeterinnen sehen wie eine Mischung aus Mensch und Insekt aus und riesige Greifvögel zertrampeln ganze Kathedralen.

Alles wie gewohnt, zum Glück: Wie früher führen schlauchartig angelegte Level durch aberwitzige Settings, die manchmal an Gemälde von Alfred Kubin erinnern - eine Mischung aus "Bloodborne" und Manga-Comic mit gotischen und surrealistischen Stilelementen.

"Devil May Cry 5" ist aber nicht nur etwas für das Auge. Auch in Sachen Gameplay überzeugt das Action-Furiosum, bei dem die Kämpfe stets fordernd und abwechslungsreich bleiben. Gerne mehr von diesem Höllentrip!

Info
Devil May Cry V
Capcom
USK: 18
PS4 (Test), Xbox One, PC

Quelle: SN

Aufgerufen am 31.10.2020 um 05:52 auf https://www.sn.at/panorama/medien/devil-may-cry-5-es-war-einmal-ein-daemon-69499507

homo ludens - die spielerische Seite der SN

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