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Ein Troll trollt sich

Unter dem Namen Hans Wurscht hat jemand in drei Jahren 9319 Einträge auf der SN-Website hinterlassen. Der Versuch, ins Gespräch zu kommen.

Symbolbild. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Symbolbild.

Hallo Hans Wurscht! Ich bin Redakteurin bei den Salzburger Nachrichten und würde Sie gern treffen. Ich arbeite gerade an einem Schwerpunkt zum Thema Provokation im Internet und glaube, Sie hätten dazu einiges zu sagen.

Hans Wurscht: Kein Interesse.

Darf ich fragen, warum nicht? Liegt es an der Anonymität, die das Internet bietet und die Ihnen dann abhanden käme?

Ja.

Darf ich Ihnen hier ein paar Fragen stellen?

Ja.

Offenbar verbringen Sie sehr viel Zeit am PC. Wieviel etwa? Und warum machen Sie das? Was wollen Sie mit Ihren Kommentaren erreichen?

Kein Kommentar.

Ich finde es enttäuschend, dass Sie nicht den Mut haben, anonym zu Ihren Ansichten zu stehen, während wir unsere Beiträge, die Sie ja so zahlreich kommentieren, mit vollem Namen versehen. Trotzdem beste Grüße.

Ich habe schon den Mut, aber die Fragen, die Sie bis jetzt gestellt haben, waren mir zu naiv.

Ich will mit meinen Kommentaren gar nichts erreichen und ja, ich verbringe viel Zeit am PC. Das können pro Tag auch an die acht Stunden werden. Was sollte ich für eine Motivation haben, ich habe ja Zeit dazu.

Sind Sie Pensionist? Oder arbeitslos? Aus Ihren Posts schließe ich, dass Sie Links-Parteien, Flüchtlinge im Allgemeinen und Corinna Milborn im Besonderen nicht mögen. Wen oder was mögen Sie denn? Und letzte Frage: Im Internet und anonym ist leicht diskutieren. Nehmen Sie abseits des Computers auch an Diskussionen teil?

1) Pensionist
2) Ich bin Österreicher und ich mag Parteien nicht, denen alle Leute wichtiger sind als die Einheimischen, die dieses Land aufgebaut haben. Weil Sie ansprechen hetzen. Wer hat denn gegen Herrn Norbert Hofer gehetzt? Die gesamte Presselandschaft. Am Anfang der Flüchtlingskrise durfte man dazu gar keinen Kommentar abgeben. Nennen Sie das objektiv? Wen ich mag, ist die Marlene Svazek, den Herrn Strache und den Herrn Hofer. Meine Überzeugung war nicht immer so. Ich war auch mal Parteimitglied der SPÖ. Nur, was jetzt abgeht, so kann es nicht weitergehen.
3) Im echten Leben kann man gar nicht an Diskussionen teilnehmen, auch auf Facebook muss man vorsichtig sein, was man postet.

Wenn ich nun eine Meinung vertrete, Ihre, meine, irgendeine - dann könnte ich doch schlüssige Argumente dafür einsetzen, um mir Gehör zu verschaffen, vielleicht auch zu überzeugen. Wenn ich aber mit Schimpftiraden um mich werfe, werde ich irgendwann keine Reaktionen mehr bekommen, weil die anderen keine Lust haben, sich ständig beleidigen zu lassen. Warum säen Sie Hass, statt lösungsorientiert zu diskutieren?

Wo erkennen Sie Schimpftiraden? Nennen Sie Beispiele. Mir reicht es, dass ich meine Meinung verbreitet habe, so mich denn Ihre Kolleginnen und Kollegen lassen.

Ich finde es eine Frechheit, das von mir fast nichts mehr veröffentlicht wird. Aber von "Ache" kann man sein ewig langes Gesülze schon lesen. Objektivität. Schämen sollten sich diese linksgerichteten Redakteure und Redakteurinnen von den "Salzburger Nachrichten".

Schimpftiraden finden sich unter Ihren Einträgen einige. Etwa in der Debatte, ob Hunde am letzten Tag der Freibad-Saison ins Wasser dürfen oder nicht. Sie setzen in Ihrer Reaktion Asylbewerber mit Hunden gleich und schreiben sinngemäß: Dürfen die einen rein, dürften die anderen doch auch.

Ich mag Hunde. Also machen Sie mir die Hunde nicht schlecht. (Wurschts weitere Ausführungen entsprechen auch hier nicht unserer Netiquette und werden nicht veröffentlicht). Wieso darf man die Wahrheit nicht kommentieren? Wieso säe ich Hass, wenn ich die Wahrheit schreibe, die dann aber nicht veröffentlicht wird?

Sie stellen Behauptungen auf, die jeglicher Grundlage entbehren.

Unter Bruno Kreisky ist es uns gut gegangen. Dr. Bruno Kreisky sagte, ich mache lieber Schulden, Hauptsache meinen Österreicherinnen und Österreichern geht es gut.

Mich würde interessieren, wo genau Sie das Gefühl haben, dass Sie persönlich verloren haben. Ihre Nachrichten vermitteln den Eindruck, als sei Ihnen etwas weggenommen worden, während andere gewinnen. Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Ich habe nicht persönlich verloren. Ich bekomme eine gute Pension. Doch ich denke an andere Mitmenschen. Wenn ein Mindestrentner oder eine Mindestrentnerin, die ihr ganzes Leben für unser Land gearbeitet haben, weniger bekommt, als ein Asylant, der noch keinen Finger für Österreich gerührt hat, dann finde ich das nicht richtig. Ich hoffe, das ist Ihnen Beispiel genug. Die österreichische Bevölkerung wurde nie gefragt, ob sie überhaupt Flüchtlinge aufnehmen will. Es wurde einfach über uns drübergefahren. Und was mich am meisten verwundert, dass sich genau Frauen am meisten für die Flüchtlinge, die meist junge Männer sind, so einsetzen. Freuen sich diese Frauen wirklich so irgendwann eines Tages vergewaltigt zu werden? Naja, jedem das seine, besser jeder das seine.

Frau Doringer! Können Sie dafür sorgen, das mein Account "Hans Wurscht" gelöscht wird. Wenn von mir ein Kommentar gelöscht wird, nur weil "AustriaTom" gegen mich hetzt. Ich bin die linkspopulistische Weltanschauung der Redakteure und Redakteurinnen der "Salzburger Nachrichten" leid.

Ihr Account wird gelöscht. Warum nennen Sie sich eigentlich Hans Wurscht? Ich habe nicht den Eindruck, dass Ihnen Dinge egal sind. Sie haben seit April 2014 insgesamt 9319 Kommentare auf unserer Seite hinterlassen. Und zu Ihrer Kritik, was das Löschen von Kommentaren betrifft: Das Kriterium lautet nicht links oder rechts. Es lautet Hetze oder nicht. Deswegen wurden 2960 Ihrer Beiträge nicht freigeschaltet. Sie vergrämen andere Menschen, die sachlich diskutieren möchten, vergiften das Gesprächsklima und das wollen wir nicht.

Und ich will euch nicht. Der Kontakt mit Ihnen ist beendet. Schreiben Sie mich nicht mehr an.

Aufgerufen am 15.10.2018 um 09:39 auf https://www.sn.at/panorama/medien/ein-troll-trollt-sich-12493618

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